Düsseldorf - Miroslav Klose ist derzeit ein gefragter Gesprächspartner - nicht nur, weil er dem "ewigen" Rekord von Gerd Müller immer näher kommt. Immer wieder muss er Fragen zum Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) in Danzig gegen Polen beantworten.

Immerhin ist es für den 33-Jährigen der erste fußballerische Auftritt in dem Land, in dem er am 9. Juni 1978 in Opole geboren wurde. Auch heute noch spricht Klose deshalb von "meinem Heimatland".

Große Vorfreude

"Ich freue mich sehr darauf. Das ist schon ein besonderes Spiel und eine besondere Reise für mich. Das ist sehr emotional", sagte er vor dem Abflug der DFB-Auswahl am Montagvormittag von Düsseldorf nach Danzig. In der Stadt an der Ostsee sei er noch nie gewesen, überhaupt "bin ich seit fast fünf Jahren nicht mehr in Polen gewesen. Das ist sehr schade, aber das bringt eben der Beruf als Fußballer mit sich."

Umso größer ist die Vorfreude des Italien-Legionärs von Lazio Rom auf sein 112. Länderspiel, "aber auch schon auf die EM im nächsten Jahr. Das wird hoffentlich eine schöne und erfolgreiche EM", betonte Klose.

Er selbst will einen entscheidenden Beitrag dafür leisten, dass die DFB-Auswahl erstmals seit 1996 wieder einen Titel holt. Er fühle sich derzeit "topfit" - was er allerdings nicht gesondert hätte betonen müssen. Beim 6:2 gegen Österreich präsentierte sich der 33-Jährige in guter Form. Diskussionen um seinen Treffer zum 1:0 (9.) nach einem Schuss von Mesut Özil erstickte er im Keim: "Ich bin sicher, dass ich den Ball berührt habe."

Bescheiden gegenüber dem "Bomber"

Letztendlich stand für Klose der 62. Länderspiel-Treffer in der Bilanz, er jagt den "Bomber der Nation". Müller hat für seine 68 Tore im DFB-Trikot allerdings nur 62 Mal auf dem Platz gestanden - deshalb, so erzählte Klose am Sonntag, "habe ich dem Bomber auch persönlich gesagt, dass ich mir nie anmaßen würde, an seiner Marke zu kratzen. Die Marke des Bombers wird immer die Nummer eins sein", sagte der Stürmer zurückhaltend. Aber natürlich sei es ein Ziel, "so viele Tore wie möglich zu machen".

Ein durchaus realistisches Ziel, zumal Klose nach eigener Aussage "ungemein von unserer Spielweise profitiert. Wir haben eine unglaubliche Qualität. Das ist die beste Nationalmannschaft, in der ich je gespielt habe", lobte er fast überschwänglich.

"Wenn ich fit bin, spiele ich auch"

Klose muss es wissen. Mit 111 Länderspielen - sein Debüt feierte er am 24. März 2001 gegen Albanien - ist er mit Abstand der dienstälteste Spieler im Kader von Bundestrainer Joachim Löw. Ein besonderes Erfolgsgeheimnis hat er dabei nicht: "Ich habe keine besondere Creme, die mich fit hält." Man müsse nur ruhig bleiben, wenn es einmal nicht so laufe, und weiter an sich glauben: "Ich bin mental stark und kann mich gut auf ein Spiel fokussieren."

Und Klose hat klare Vorstellungen - auch im Zweikampf um einen Platz im Nationalteam gegen Mario Gomez. "Wenn ich fit bin, dann spiele ich auch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es anders kommt", sagte der Dauerbrenner zuletzt.

Herausforderung in Rom

Um seinen Platz im DFB-Team nicht zu verlieren, war er im Sommer vom FC Bayern, wo er kaum mehr zum Zug gekommen war, zu Lazio Rom gewechselt. "Das ist für mich und die Familie eine neue Herausforderung. Es ist alles so gekommen, wie wir uns das vorgestellt haben", so schilderte Klose seine ersten Eindrücke. Sein erstes Punktspiel in der Serie A fiel wegen eines Streiks aber aus: "Ich fiebere nun dem ersten Spiel entgegen."

Doch zunächst einmal steht Polen im Mittelpunkt für Klose, der sich mit seinem Nationalmannschaftskollegen Lukas Podolski sogar vornehmlich auf polnisch unterhält. Im Spiel gegen sein Heimatland "werden wir dann aber umswitchen", witzelte Klose am Sonntag: "Dann werden wir uns englisch unterhalten."

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