Zusammenfassung

  • Das DFB-Pokalfinale ist Heynckes' letztes Spiel vor dem wohlverdienten Ruhestand.

  • "Wir haben eine überragende Saison gespielt."

  • In seiner letzten Partie will Heynckes gegen seinen Nachfolger bei den Bayern gewinnen.

München - Das 1:4 des FC Bayern München gegen Stuttgart trübte Jupp Heynckes‘ Laune nach seiner Abschiedsvorstellung in der Bundesliga nur unwesentlich. "Das Ergebnis hat natürlich nicht das weggewischt, was wir in der gesamten Saison geleistet haben. Wir haben eine überragende Saison mit großartigem Fußball gespielt", sagte die Trainerlegende nach dem Abpfiff. Noch ein letztes Mal unter seiner Regie soll der im DFB-Pokalfinale gegen Frankfurt zu sehen sein. Ein Triumph wäre für Heynckes der krönende Abschluss seiner herausragenden Karriere.

Vor seinem 1038. Bundesliga-Spiel als Spieler und Trainer am Samstag in der Allianz Arena wurde es emotional. Begleitet von Sprechchören, Applaus und Standing Ovations nahm Heynckes sichtlich ergriffen eine Collage mit Widmungen seiner Spieler entgegen. Dass ihm sein Team anschließend kein passendes Geschenk in Form eines Sieges bereitet hatte, nahm der 73-Jährige nur wenige Stunden später auf der vereinsinternen Meisterfeier mit Humor. "Ich hatte für morgen einen freien Tag angesetzt und die Spieler haben sich wohl im Datum geirrt", scherzte er.

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Müller: "Volle Kraft voraus Richtung Samstag"

Thomas Müller wollte die erste Niederlage gegen einen Aufsteiger nach zuvor 32 Erfolgen in Serie daher auch schnellstmöglich als "Betriebsunfall" abhaken: "Allerdings gibt uns das für Dienstag einen guten Aufhänger, um mit voller Kraft voraus Richtung Samstag zu arbeiten." Dann beginnt an der Säbener Straße die letzte Trainingswoche der Spielzeit. Das heißt: ein letztes Mal alle Kräfte bündeln, um in Berlin gegen den Vorjahresfinalisten Eintracht das Double perfekt zu machen.

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"Wenn man mit 21 Punkten Vorsprung Deutscher Meister wird, ist das eine sensationelle Saison", zog Torhüter Sven Ulreich am Samstag Bilanz. "Wenn man das Double holt, ist das die Krönung." Sicher auch für Heynckes, der seinen zehnten Titel als Coach des FC Bayern gewinnen kann. "Wenn wir nächste Woche das Pokalfinale gewinnen, wird er heilfroh sein", prophezeite Mats Hummels. "Er ist ein ganz Großer, ob als Spieler oder Trainer, auf jeden Fall in allen Belangen. Er ist einer, bei dem das Wort Legende auch angebracht ist."

Heynckes stellt Team in den Vordergrund

Verdienter Applaus für den Meistertrainer © gettyimages / Guenter Schiffmann

Als Heynckes im Oktober unverhofft aus seinem Ruhestand zurückkehrte, um die Bayern nach der Trennung von Carlo Ancelotti in die Erfolgsspur zurückzuführen, war ein so erfolgreicher Saisonabschluss noch nicht absehbar. Allein, dass aus den fünf Punkten Rückstand auf den damaligen Tabellenführer Dortmund am Saisonende 21 Zähler Vorsprung wurden, ist beeindruckend. "Es ist nicht einfach, den FC Bayern zu trainieren, aber mit diesen Spielern war es das", stellte Heynckes bescheiden die Mannschaft - und nicht seine Arbeit - in seiner Ansprache auf der Meisterfeier in den Vordergrund.

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Auf seiner Pressekonferenz am Freitag betonte der scheidende Übungsleiter bereits, dass die Spielzeit 2012/13 mit dem Gewinn des Triples "der große Abschluss" seiner Profikarriere gewesen sei. "Die letzten acht Monate waren eine Art Zubrot, da hat sich mein Helfersyndrom durchgesetzt." Er freue sich, wieder in die Normalität seines Alltags zurückzukehren. "Ich werde mein Leben genießen und bin mir sicher, dass der FC Bayern auch in der neuen Saison gut weitermacht. Die Truppe ist in einem sehr guten physischen und psychischen Zustand und sie haben sich gut verstärkt. Ich bin mir sicher, dass sie die nächsten Jahre sehr erfolgreich sein werden." Aber bevor es soweit ist, will Heynckes im Endspiel gegen seinen Nachfolger Niko Kovac "noch einen Erfolg hinzufügen".

Aus München berichtet Maximilian Lotz