Köln - Christian Pulisic von Borussia Dortmund hat den Sprung über den großen Teich geschafft und sein Debüt-Tor in der Nationalmannschaft der USA erzielt. Das Offensiv-Talent ist einer von vier Bundesliga-Profis, die Cheftrainer Jürgen Klinsmann für die anstehende Copa America nominiert hat.

John Anthony Brooks (Hertha BSC), Bobby Wood (Hamburger SV) und Fabian Johnson (Borussia Mönchengladbach) komplettieren das Quartett. Allesamt machten bereits im Vorfeld auf sich aufmerksam. Klinsmann hofft, dass die Copa auch im Hinblick auf eine erfolgreiche Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 ein weiteren Sprungbrett sein kann.

"Christian macht einen guten Eindruck"

"Es ist total wichtig für uns, dass unsere junge Generation bei der WM in Russland unbedingt dabei sein will. Das strahlen sie aus", sagte Klinsmann via "Facebook live". "Umso schneller und stärker sich diese jungen Spieler entwickeln - sei es John Brooks, Christian Pulisic oder Bobby Wood - desto besser ist es für uns Trainer."

Gerade bei Brooks und Wood wird in den kommenden Wochen erwartet, dass sie sich in den Vordergrund spielen. Pulisic ist das jetzt schon gelungen. Der Youngster ging beim 4:0-Testspielerfolg über Bolivien als jüngster Torschütze in die Geschichte US-amerikanischen Nationalauswahl ein. Obwohl er bis dato erst dreimal zum Einsatz kam, prophezeien ihm viele Experten eine erfolgreiche Zukunft.

"Es ist schön zu sehen, wie Christian sich entwickelt und wie er sich auf dem Platz präsentiert", lobt ihn Klinsmann. "Es bleibt jedoch ein Prozess. Christian macht einen sehr guten Eindruck. Er trainiert sehr gut, aber lasst uns abwarten, wie er sich weiterentwickelt. Wir müssen geduldig sein."

"Johnson? Einer der besten Rechtsverteidiger"

Ein anderes Juwel, das Klinsmann in seinen Reihen hat, ist Fabian Johnson. Der 28-jährige Gladbacher gehört zum festen Stamm und überzeugt durch reichlich Flexibilität: Er kann sowohl als Rechtsverteidiger als auch im rechten Mittelfeld spielen. Bei den US-Boys ist Johnson sogar öfters als zentraler defensiver Mittelfeldspieler im Einsatz.

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“Das ist wirklich toll für uns”, freut sich Klinsmann. “Er spielt im Verein häufig im linken Mittelfeld oder auch hinten rechts, manchmal auch als Linksverteidiger. Wir hatten große Probleme auf den Außenbahn, aufgrund von Verletzungen. Johnson hat immer wieder ausgeholfen. Er war ganz sicher einer der besten Rechtsverteidiger bei der WM in Brasilien. Ihm im Team zu haben, ist äußerst wichtig für uns.”

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"Noch voll in der Entwicklung"

Klinsmann führt in dem Facebook-Interview weiter aus, dass er nicht jedem Spieler gerecht werden könne. Man müsse immer genau abwägen, Nicht-Nomierungen blieben dann auch nicht aus, doch seine Tür sei immer offen. Beispiel: Julian Green. Der Profi vom FC Bayern München sorgte bei der WM 2014 mit seinem Tor gegen Belgien für viel Aufsehen, verpasste jedoch in diesem Jahr den Sprung in den 23-Mann-Kader für die anstehende Copa America.

"Julian ist noch voll in der Entwicklung", erklärt der Coach. "Er ist mit seinen 20 Jahren noch sehr jung, spielte jetzt eine ganze Saison in der zweiten Mannschaft der Bayern. Wir warten auf Neuigkeiten bezüglich eines Wechsel von einem anderen Profi-Club. Oder er bleibt beim FCB und kämpft sich in die erste Mannschaft hoch, auch das würden wir begrüßen. Er braucht Spielpraxis auf hohem Niveau."

Christopher Mayer-Lodge

Das ganze Facebook-Interview mit Klinsmann gibt es hier: