München - Joshua Kimmich könnte beim Spiel des FC Bayern München bei Borussia Mönchengladbach mal wieder in die Startelf rücken. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 22-Jährige über Konzentration auf der Zielgeraden, die Jagd nach dem Titel und die Trainingssteuerung von Carlo Ancelotti.

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bundesliga.de: Herr Kimmich am Sonntag steht ein Klassiker der Bundesliga an, die Bayern treffen auf Borussia Mönchengladbach. Wie sehen Ihre Erinnerungen aus und wie sehr freuen sie sich auf dieses besondere Spiel?

Kimmich: Wir freuen uns auf jedes Spiel, weil jedes für sich eine neue Herausforderung ist. Vergangene Saison haben wir in Mönchengladbach verloren, dieses Jahr wollen wir dort gewinnen. Wir haben in der Tabelle einen kleinen Vorsprung und den wollen wir natürlich gerne ausbauen oder mindestens halten.

bundesliga.de: Die Bayern strahlen derzeit – so zumindest ist der Eindruck – ein großes Selbstvertrauen aus und trumpfen mit einer großen Portion Teamgeist auf. Täuscht der Eindruck?

Kimmich: Was wir nach außen für einen Eindruck machen, müssen die Beobachter von außen beurteilen. Ich kann für uns nur sagen, was wir derzeit auf den Platz bringen, sieht gut aus. Wir haben die letzten Spiele meist deutlich gewonnen. Das ist aber auch der Anspruch eines Clubs wie Bayern München Spiele zu gewinnen, am besten souverän.

bundesliga.de: Im Frühjahr gehen alle Wettbewerbe auf die Zielgerade. Wie schwierig ist es, gerade in dieser Phase, die viele entscheidende Spiele mit sich bringt, voll konzentriert zu sein?

Kimmich: Obwohl man annehmen möchte, es sei genau anders herum: Gerade in den wichtigen Spielen fällt es vielleicht sogar leichter sehr konzentriert zu sein. Jeder weiß, worum es geht. Es sind alle Spieler an Bord und der Konkurrenzkampf ist hoch, was bedeutet, jeder muss voll konzentriert sein.

bundesliga.de: In den letzten Tagen wurde viel über die Trainingssteuerung von Carlo Ancelotti gesprochen, der gesagt hat, er werde seine Spieler im Training nicht "killen" und hat eine spanische Redewendung zitiert, die besagt: Wer Pflanzen zu viel Wasser gibt, dann gehen diese ein. Fühlen sich die Spieler mit dieser Strategie wohl?

Kimmich: Wenn man sieht wie viele fitte Spieler wir im Moment haben, dann hat der Trainer alles richtig gemacht. Es ist immer das Ziel, dass man zum richtigen Zeitpunkt alle Spieler fit hat, wobei man das leider auch nicht immer beeinflussen kann, weil Verletzungen leider immer wieder passieren.  Im Moment können wir aus dem Vollen schöpfen, weil alle fit an Bord sind.

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bundesliga.de: Sie haben über Ihre Erinnerungen bezüglich der vergangenen Saison gesprochen als die Partie in Mönchengladbach mit einer Niederlage für die Bayern endete. Was macht Sie optimistisch, dass es dieses Mal anders, also erfolgreicher, für Bayern München ausgeht?

Kimmich: Wie schon gesagt, wir haben viel Selbstvertrauen, wir haben ein kleines Polster und alle im Team sind gut drauf und alle sind fit – deshalb glaube ich an uns und einen Sieg in Mönchengladbach.

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bundesliga.de: Welche Rolle spielt der erwähnte Teamgeist auf der Zielgeraden bei der Jagd auf Titel?

Kimmich: Der spielt natürlich eine große Rolle, nicht nur jetzt in vielen entscheidenden Spielen, sondern die gesamte Saison über. Wenn der Teamgeist zum jetzigen Zeitpunkt stimmt, ist das sicher kein Nachteil. Es kommen im Laufe einer Saison auch mal Rückschläge und dann ist es wichtig, dass man als Team zurückkommen kann. Aber auch das haben wir bewiesen, dass wir das können.

bundesliga.de: In der Bundesliga ist nicht nur das Rennen um die internationalen Plätze spannend, sondern auch der Kampf um den Klassenerhalt. Die Liga ist eng beisammen.

Kimmich: Es ist immer schwer, wenn man weiter unten drin steht, weil viele Clubs eng beieinander positioniert sind. Wer dann ein, zweimal nicht das Glück auf seiner Seite hat, kann schneller etwas abrutschen. Auf der anderen Seite kann ein kleiner Lauf wieder für etwas Entspannung sorgen, was die Tabellensituation angeht. Es kann schnell rauf und runter gehen, deshalb ist es wichtig so konstant zu spielen. Das gilt für die oben und die unten. 

Das Gespräch führte Oliver Trust