Vladimir Darida entscheidet mit seinem Treffer zum 3:1 die Partie gegen Fortuna Düsseldorf zugunsten der Berliner - © Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images
Vladimir Darida entscheidet mit seinem Treffer zum 3:1 die Partie gegen Fortuna Düsseldorf zugunsten der Berliner - © Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images
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Hertha BSC: Die "Alte Dame" kommt dank Ibisevic und Co. in Tritt

Hertha BSC hat nach dem holprigen Start in die Saison 2019/20 Fahrt aufgenommen. Das 3:1 (2:1) gegen Fortuna Düsseldorf war bereits der dritte Sieg in Serie. So häufig hat die "Alte Dame" seit dem Auftakt in die Saison 2016/17 nicht mehr in Folge gewonnen. Überragend dabei: Die Torschützen Vedad Ibisevic, Vladimir Darida und Javairo Dilrosun.

Vedad Ibisevic wusste, dass er die Frage an diesem Abend noch beantworten musste. Woran es denn liege, dass Hertha BSC plötzlich so aufdrehe. Drei Siege in Folge seien doch sicher kein Zufallsprodukt. Der Bosnier musste sich auf die Antwort aber nicht länger vorbereiten, sie fiel schließlich recht kurz aus: „Selbstbewusstsein“, entgegnete der 35-Jährige. Ginge es nach ihm, dann hätte die „Alte Dame“ am kommenden Wochenende auch keine Pause. „Wenn es läuft, läuft es - diese Phasen in der Saison muss man ausnutzen“, sagte der Bosnier nach dem 3:1-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf im Freitagabendspiel.

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Ibisevic, beim 4:0 gegen den 1. FC Köln noch zweimal als Joker erfolgreich, stand gegen die Gäste aus Nordrhein-Westfalen in der Startaufstellung. Es war die einzige Umstellung im Vergleich zum Startaufgebot gegen die Domstädter - aber die sollte sich auszahlen. Der Stürmer erzielte den 1:1-Ausgleich (37.) und damit sein 123. Bundesliga-Tor. Mit diesem Wert hat er in der ewigen Bundesliga-Torjägerliste zu BVB-Legende Frank Mill aufgeschlossen.

Vedad Ibisevic lässt beim 1:1 Fortuna-Keeper Zack Steffen keine Chance - Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images

Der Bosnier, der nach seinem Doppelpack in Köln den Vorzug vor Davie Selke bekommen hatte, leistete aber noch mehr: Gemeinsam mit Vladimir Darida übte er in den Phasen Düsseldorfer Ballbesitzes immer wieder Druck auf die im Spielaufbau befindlichen Gäste aus. Überhaupt verstand er sich mit dem Tschechen, der in der 62. Minute zum 3:1-Endstand traf, ausgezeichnet. Was nicht nur der Erfahrung des Bosniers, sondern vor allem der Leistung des Mittelfeldspielers zu verdanken war.

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Darida präsentierte sich gegen Düsseldorf als echter Spielmacher und war an zehn der 16 Berliner Torschüsse beteiligt. Seine sieben Torschussvorlagen waren die meisten aller Spieler, seine drei Torschüsse wurden nicht überboten. Nachdem er zum 2:1 durch Javairo Dilrosun (44.) vorbereitet hatte, traf er im zweiten Durchgang auch noch selbst. „Ich habe dem Vladi gesagt, er soll seinen Namen heute auf die Anzeigetafel bringen. Was er dann auch gemacht hat. Er hat sich das wirklich verdient, weil er so viel für die Mannschaft macht“, erklärte Hertha-Coach Ante Covic seinen persönlichen Anteil am Tor.

Darf sich gegen Düsseldorf abermals über Dilrosuns starke Leistung freuen: Hertha-Coach Ante Covic - Thomas F. Starke/Bongarts/Getty Images

Für solche Scherze war an diesem Abend Zeit und Raum bei den Berlinern. Schließlich feierten die Herthaner den dritten Erfolg in Serie, nachdem der Saisonstart für sie alles andere als befriedigend verlaufen war. Drei Niederlage, ein Remis - das Covic-Team war weit hinter dem eigenen Anspruch geblieben.

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Und dann traf Düsseldorfs Rouwen Hennings in der 32. Minute zur Führung der Fortuna. „Das Spiel war ein Spiegelbild der letzten Wochen. Wir kommen aus einer etwas schwierigeren Phase, aber die Mannschaft glaubt an sich und spielt dabei Fußball – ansehnlichen Fußball“, zog Trainer Covic eine Parallele zwischen den 90 Minuten und dem bisherigen Verlauf der Spielzeit.

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Aus der Abstiegszone hat sich seine Mannschaft mit drei Siegen in Folge auf Rang zehn vorgearbeitet. „ Mit den beiden Siegen zuvor im Rücken, haben wir immer weiter gemacht, weil wir wussten, dass wir besser sind. Das haben wir zum Glück am Ende auch bewiesen“, sagte Vedad Ibisevic nach dem 3:1 gegen Düsseldorf. Drei Erfolge in Serie - das war der „Alten Dame“ zuletzt beim Start in die Saison 2016/17 gelungen. Und gegen die Fortuna hatte Berlin seit 1979 nicht mehr gewonnen. Ebenfalls ein Novum war, dass Ibisevic gegen die Fortuna getroffen hatte.

Weniger neu und entsprechend auch nicht überraschend war, wie Torschütze Dilrosun gegen die Düsseldorfer wirbelte - in der Art und Weise, wie er in der vergangenen Saison die Herzen der Bundesliga gespielt hatte. Er war einer von denen, die Stürmer Ibisevic nach dem Spiel so lobte: „Wir haben gute Jungs auf den Außenbahnen, sie haben das stark gemacht und ich habe vorne getan, was ich konnte.“

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Dilrosun hingegen verwertete eine starke Flanke von Darida per Dropkick zur Berliner Führung. Ein Kunststück, doch der Niederländer gab sich lieber selbstkritisch: „Ich hätte sogar noch mehr Treffer erzielen können, aber der Sieg ist am Wichtigsten. Mit links hat es diesmal nicht geklappt, dafür mit dem rechten Fuß. Normalerweise wäre der Ball wohl nicht reingegangen, aber aktuell läuft es einfach.“ Was unter anderem auch an ihm liegt: Bei allen Hertha-Siegen in dieser Spielzeit trug er sich in die Torjägerliste ein.

Dominik Hamers