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Hertha BSC gegen Union Berlin: Derby der Unterschiede

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Am 29. Spieltag steigt das sechste Bundesliga-Derby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin. Die Ambitionen beider Hauptstadtclubs könnte bei diesem Aufeinandertreffen kaum unterschiedlicher sein, denn die Hertha steckt mitten im Abstiegskampf, während Union nach Europa will.

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Drei wichtige Zähler im Abstiegskampf oder Europa fest im Blick? Unterschiedlicher könnte das Derby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin am 29. Spieltag kaum sein. Zwar ist die Bilanz der letzten fünf Bundesliga-Duelle ausgeglichen (jeweils zwei Siege, ein Remis), die aktuelle Ausgangslage ist aber komplett anders.

Union steht mit 41 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz und schaffte es im letzten Spiel den Konkurrenten aus Köln mit einem knappen 1:0-Sieg zu überholen. Für die Köpenicker ist damit das ausgerufene Saisonziel vorzeitig erreicht, dennoch haben sie weiterhin die Möglichkeit, die internationalen Plätze zu erreichen. Nur drei Punkte trennen Union und die TSG Hoffenheim, die mit 44 Zählern auf Rang sechs steht, auch Platz sieben könnte zumindest zur Qualifikation für die Europa Conference League reichen. "Wir haben alle drauf gewartet, dass das Stadion wieder voll sein kann. Einen besseren Rahmen als den Freitagabend gab es dafür auch nicht. Dazu haben wir unser Saisonziel von 40 Punkten erreicht, auf jeden Fall ein Grund zu feiern", freute sich Robin Knoche nach dem Erfolg.

Der Verteidiger der Eisernen wird das letzte Aufeinandertreffen mit der Hertha in guter Erinnerung haben. Im Achtelfinale des DFB-Pokals erzielte Knoche das 3:1, am Ende gewann Union 3:2. Damit ist der FCU seit drei Pflichtspielen in Folge gegen den Stadtrivalen ungeschlagen (zwei Siege, ein Remis).

Das Restprogramm der Bundesliga

Awoniyi wieder in Form

Mit der aktuellen Bilanz und dem letzten Bundesliga-Erfolg im Rücken, fährt Union mit einer breiten Brust ins Olympiastadion. "Am Samstag wird es wieder ein hart umkämpftes Spiel, alle sind heiß, unter der Woche wird das Ganze wieder aufgebauscht. Ein Derby eben", weiß Union-Trainer Urs Fischer, der sich den Abstieg der Hertha nicht wünscht: "Es wäre schade, es würde etwas fehlen, Derbys gehören dazu. Ich bin aber zuversichtlich, dass Hertha den Klassenerhalt schafft", betont der Schweizer.

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Wichtig im Derby wird wieder einmal Taiwo Awoniyi sein, der aktuell immer mehr zu seiner alten Form zurückfindet. Insgesamt schoss der Stürmer bisher zwölf Tore, drei davon in den letzten fünf Spielen. Er ist mit 17 Bundesliga-Toren Unions alleiniger Rekordtorschütze. Auch am 12. Spieltag leitete er durch seinen Treffer in der 8. Spielminute den 2:0-Sieg an der Alten Försterei gegen die Hertha ein. Die Chance auf Europa und den Derbysieg will man sich im Osten der Hauptstadt demnach nicht nehmen lassen.

Nach dem Hinspiel jubelt Union - Boris Streubel/Bundesliga/Bundesliga Collection via Getty Images

Hertha im Abstiegskampf

Ganz anders ist die Stimmung im Stadtteil Charlottenburg. Die Hertha steht mit 26 Punkten auf dem Abstiegsplatz 17, hat also 15 Punkte weniger geholt als der Hauptstadtkonkurrent. In ihrer letzten Abstiegssaison 2011/12 waren es zu diesem Zeitpunkt ebenfalls 26 Zähler. Unter Felix Magath gewannen die Berliner noch ihr erstes Spiel gegen Hoffenheim, der 68-Jährige verpasste sein Debüt aber aufgrund einer Coronainfektion. Gegen die TSG beendete die Hertha einen Negativlauf von fünf sieglosen Heimspielen in Folge und feierte ein souveränes 3:0.

Auch bei der knappen 1:2-Niederlage gegen den Tabellendritten Bayer 04 Leverkusen hielt die Hertha gut mit, zeigte viel Einsatz und lief sogar elf Kilometer mehr als die Werkself (124:113 km). Besonders Ersatzkeeper Marcel Lotka, der für den verletzten Alexander Schwolow früh in die Partie kam, überzeugte mit zahlreichen Paraden. "Hertha hat das gut gemacht. Es war sehr schwer gegen sie zu spielen. Das wird nicht einfach für ihre künftigen Gegner", resümierte Leverkusen-Torhüter Lukas Hradecky nach der Partie.

Magath fordert Kampf

Magath hat noch sechs Spiele Zeit, um die Hertha vor dem Abstieg zu retten. Das will der Cheftrainer vor allem durch Kampf und Wille schaffen: "Wenn man unten in der Tabelle steht, ist man spielerisch nicht so gut. Daher muss man mehr kämpfen – anders wird man unten nicht rauskommen", sagt Magath.

Um im Saisonendspurt die wichtigen Punkte zu holen, kommt das Derby gegen Union gerade gelegen, denn ein Erfolg würde den nötigen Rückenwind für das bevorstehende Restprogramm geben. Dafür müssen die Eisernen aber erst einmal bezwungen werden. "Die Mannschaft will, muss aber von Beginn an voll dagegenhalten und Einsatz zeigen. Das haben jetzt alle verstanden", betont Magath.