Santo Andre -  Philipp Lahm ist einer von vier "Hausmeistern" in Campo Bahia. Und als Chef einer Spieler-Kommune hat er auch klare Vorstellungen von seinen WG-Kollegen. "Sie müssen am Abend mein Bett abdecken und mich in Sachen Billard und Tischtennis bespaßen", sagte der 30-Jährige am Dienstag mit einem breiten Grinsen und fügte an: "Ich bin sehr pflegeleicht."

Mit wem Lahm sich in Santo Andre eine Wohngemeinschaft teilt, ist allerdings top secret: Wie der Belegungsplan im deutschen WM-Quartier ausschaut, wollte Lahm, aber auch Teammanager Oliver Bierhoff partout nicht verraten. Nur soviel gab dieser preis: "Ich bin mit den drei Trainern in einem Haus." Also mit Bundestrainer Joachim Löw, Assistent Hansi Flick und Bundestorwarttrainer Andreas Köpke (die Bilder aus Brasilien).

Bierhoff logiert mit Trainer-Trio

"Wenn wir in Hotels sind, sagen wir auch nichts über die Zimmerverteilung. Das ist auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass die Spieler in ihren Häusern gewisse Dinge regeln müssen, Verantwortung übernehmen und zusammenkommen", sagte Bierhoff. Schon am zweiten Tag herrsche eine "Bomben-Atmosphäre. Diese positive Energie ist zu spüren".

Bekannt ist allerdings schon geworden, dass neben Lahm auch Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose und Per Mertesacker aus dem Spielerrat die "Hausmeister" der vier Spieler-WGs sind. Es gebe ja "schon ein paar Pappenheimer, um die man sich kümmern muss", hatte Mertesacker bereits erklärt.

Konzept "erleichtert die Kommunikation"

Sechs Spieler wohnen in einem Haus. Es gebe einen Gemeinschaftsraum, aber "jeder hat sein eigenes Zimmer und sein eigenes Bad. Ich habe zwar noch nie in einer WG gewohnt, aber da geht es sicher etwas enger zu. Jeder hat seinen Rückzugsort, das ist auch gut so", meinte Lahm.

Das Konzept erleichtere auf jeden Fall "die Kommunikation", führte Bierhoff weiter aus. In Hotels sei man auf verschiedenen Gängen in verschieden Etagen untergebracht. "Da muss man sich treffen, jetzt trifft man sich einfach so im Wohnzimmer", beschrieb Bierhoff die Vorzüge der deutschen 2014-Kommune und fügte schmunzelnd an: "Und wenn Hansi zu laut Musik hört, klopfe ich einfach an seine Tür."

Alles rechtzeitig fertig

Auch sonst gebe es schon mal "das ein oder andere kleine Problemchen. Da geht die eine Steckdose nicht, das Wasser geht nicht oder es fehlt hie und da an der Einrichtung", sagte der Teammanager: "Aber wir finden uns absolut zurecht. Das macht es spannend, nicht alles perfekt zu haben."

Schon vor dem Abflug nach Brasilien hatte sich Bierhoff überzeugt gezeigt, "dass wir das beste WM-Quartier aller Mannschaften haben". Um die Fertigstellung des Campo Bahia war allerdings lange gebangt worden. Erst vor gut einer Woche war die Erfolgsmeldung aus Brasilien gekommen: "Alles fertig, alles bereit!"

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