
Dank Mut und Vušković "auf Augenhöhe"
Dieses Topspiel hatte seinen Namen verdient! Der Hamburger SV erkämpfte sich ein 2:2 gegen FC Bayern und beeindruckte mit einem mutigen Auftreten im Volkspark. Dabei brachen besondere Faktoren eine über zwölf Jahre anhaltende Durststrecke.
Als Harm Osmers das Spiel in der 9. Minute der Nachspielzeit im Volksparkstadion abpfiff, fielen sich die Spieler des Hamburger SV erleichtert in die Arme. Fast 100 Minuten kämpften die Rothosen mutig und leidenschaftlich gegen den FC Bayern München, stellten mit 124 gelaufenen Kilometern eine Vereinsrekord in dieser Saison auf und holten am Ende ein 2:2. Damit punktete der HSV erstmals seit September 2014 gegen die Bayern. Dazwischen lagen neun Pflichtspiel-Niederlagen gegen den Rekordmeister.
"Wir haben sehr viel umgesetzt, was wir mit dem Trainerteam erarbeitet haben, und das macht mich sehr froh, dass wir diese Magie hier im Volkspark auch auf den Platz bringen konnten. Wir haben in der Halbzeit auch noch mal gesagt, dass wir lieber einen Fehler riskieren, als zu wenig Mut und Verantwortung zeigen, den Ball haben zu wollen. Das haben die Jungs fantastisch umgesetzt. Wir waren deshalb definitiv auf Augenhöhe", lobte Cheftrainer Merlin Polzin seine Spieler.

Vušković ist nicht zu stoppen
Sinnbildlich für den Zusammenhalt und die Geschlossenheit des Teams war der Kreis, den Polzin nach dem Spiel mit Spielern und Staff bildete und alle persönlich abklatschte und gratulierte.
"Der Trainer lobte uns, dass wir ein unglaubliches Spiel gemacht haben und wir das feiern sollen. So soll es für uns weitergehen", verriet Luka Vušković, der nach Abpfiff ganz besonders gefeiert wurde. Der 18-Jährige erzielte sein viertes Saisontor (HSV-Bestwert und Bestwert unter den Abwehrspielern in der Bundesliga) und gewann 71 Prozent seiner Zweikämpfe, was ihn zum Man of the Match machte.
Festung Volkspark
Durch das 2:2 ist der HSV seit sechs Bundesliga-Heimspielen ungeschlagen und holte in dieser Saison 16 seiner 19 Punkte vor heimischer Kulisse. Das wird in der weiteren Rückrunde mit Sicherheit noch ein wichtiger Anker für die Hanseaten werden.
Dass in der Stadt und dem Verein jeder an einem Strang zieht, zeigte die besondere Szene nach dem 1:0 durch Fábio Vieira, als die Balljungen mit der Mannschaft an der Eckfahne gemeinsam jubelten. "Die Jungs geben immer ihr Bestes. Deshalb haben wir die Freigabe gegeben, dass sie auch mitjubeln dürfen, wenn ein Tor fällt“, erklärte Polzin, der solche Bilder mit Sicherheit noch öfter bei Heimspielen sehen möchte.
