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Luka Vušković jubelt über den Führungstreffer
Luka Vušković jubelt über den Führungstreffer - © Joern Pollex
Luka Vušković jubelt über den Führungstreffer - © Joern Pollex

Mit gebrochenem Finger: Vušković schreibt HSV-Geschichte

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Am Samstagnachmittag feierte der Hamburger SV den ersten Sieg seit dem Wiederaufstieg. Einen großen Anteil daran hatte der junge Abwehrchef Luka Vušković, der gleich für mehrere Einträge in die Geschichtsbücher sorgte – und für eine ganz besondere Story.

Der Innenverteidiger traf kurz vor der Halbzeit mit einem trockenen Schuss aus knapp zehn Metern zum 1:0 gegen den 1. FC Heidenheim 1846. Der Jubel im Hamburger Volkspark war frenetisch laut. Kein Wunder: Immerhin hatten die Anhänger lange auf diesen Moment in der Bundesliga warten müssen nach dem Abstieg im Jahr 2018.

Mehr als sieben Jahre war es nun her, als Lewis Holtby gegen Borussia Mönchengladbach das letzte Bundesliga-Tor der Vereinsgeschichte erzielte. Nicht nur damit hatte Luka Vušković einen Eintrag in den Geschichtsbüchern des Vereins bereits sicher. Die 18 Jahre alte Leihgabe von Tottenham Hotspur ist nun der drittjüngste Torschütze der Vereinshistorie. Lediglich Fiete Arp (17 Jahre) und der damals ebenfalls 18-jährige Heung-Min Son waren noch jünger als der kroatische Innenverteidiger.

Der schmerzhafte Kontakt mit dem Pfosten

"Ich bin sehr emotional und stolz. Auf uns, unseren Sieg und auch auf mein Tor. Es bedeutet mir sehr viel, direkt in meinem ersten Heimspiel getroffen zu haben", gab Vušković nach dem Spiel Einblick in sein Seelenleben: "Das Gefühl beim Tor und der Jubel der Fans waren unglaublich. Ich hatte erst noch die Befürchtung, dass der Treffer wegen irgendetwas zurückgenommen werden könnte, aber umso größer war dann die Freude."

Die wurde auch nicht von einem Fauxpas getrübt, der dem Kroaten vorher unterlaufen war. Nach 27 Minuten hatte der Defensivspieler bereits eine große Chance gehabt, allerdings freistehend den Ball über das Tor geschossen. "Darüber habe ich mich so geärgert, dass ich mit voller Wucht gegen den Pfosten gehauen habe. Ich denke, dass zwei Finger gebrochen sind", erklärte der 18-Jährige, warum er nach der Partie einen Tape-Verband an der rechten Hand trug.

Luka Vušković ließ sich auch von seiner Handverletzung nicht aufhalten - IMAGO/Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Davon ließ sich der Innenverteidiger allerdings nicht abschrecken, eine Auswechslung war offenbar kein Thema. Dieser Wille hat sich rückblickend ausgezahlt – für ihn und für den HSV. Immerhin wird er nun für immer der Spieler sein, der den ersten Treffer nach über sieben Jahren Durststrecke erzielt hat. Und das beim ersten Sieg nach sieben Jahren Bundesliga-Abstinenz. Ein Einsatz am kommenden Wochenende beim 1. FC Union Berlin sei aber nicht fraglich. Vielleicht kann der 18-Jährige dann direkt die nächste Geschichte schreiben.