Zusammenfassung

  • Die beiden 19-Jährigen Achraf Hakimi und Dan-Axal Zagadou haben beim BVB in der Vierekette zuletzt komplett überzeugt.
  • Kein Bundesliga-Spieler schlug 2018/19 mehr Flanken mit Torfolge als Hakimi.
  • Kein Bundesliga-Spieler hat eine bessere Zweikampfquote als Zagadou.

Köln – Mit zwei 19-Jährigen in der Viererkette hat Borussia Dortmund die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen. Und ein Blick in die Daten verrät: Achraf Hakimi und Dan-Axel Zagadou haben erheblichen Anteil an den jüngsten Erfolgen des BVB.

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Aufgrund verletzungsbedingter Ausfälle der etatmäßigen Außenverteidiger Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer musste Borussia Dortmund zuletzt zwangsweise seine Viererkette umbauen. So vertraute Trainer Lucien Favre in den letzten drei Bundesliga-Spielen jeweils Achraf Hakimi und Dan-Axel Zagadou, beide gerade einmal 19 Jahre alt. Doch bei den Teenagern handelt es sich um weit mehr als nur um veranlagte Spieler, sie gehören jeweils zu den weltweit größten Talenten auf ihrer Position.

Der Flanken- und der Zweikampfkönig

Da wäre zum einen Achraf Hakimi, der als Sohn marokkanischer Eltern in Madrid geboren wurde und als Musterschüler Real Madrids alle Jugend-Mannschaften durchlief, um schließlich als Teil der Profimannschaft in der vergangenen Saison Champions-League-Sieger zu werden. Im Sommer 2018 stand er schließlich bei der WM für Marokko in allen drei Gruppenspielen über die vollen 90 Minuten auf dem Rasen.

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Hakimi, der zunächst bis 2020 von Real an den BVB ausgeliehen ist, machte in seinen ersten Partien auf der rechten Abwehrseite gleich mächtig Betrieb: Bei seinem Bundesliga-Debüt gegen Nürnberg am 5. Spieltag gelang ihm direkt mit seinem ersten Torschuss sein erster Treffer, in den beiden folgenden Spielen glänzte er jeweils mit einem Assist. An jedem seiner drei Bundesliga-Einsätze war er also direkt an einem Tor beteiligt. Es geht aber noch mehr: Kein Bundesliga-Spieler schlug 2018/19 mehr Flanken mit Torfolge als der Marokkaner.

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Der technisch versierte Außenverteidiger glänzt vor allem auch durch seine Schnelligkeit. Mit durchschnittlich 32 Sprints pro Spiel legt er einen enormen Wert im Mittel hin und erreichte mit gemessenen 34,6 km/h ligaweit die fünftbeste Höchstgeschwindigkeit hinter Kai Havertz (Leverkusen), Javairo Dilrosun (Hertha BSC), Christian Günter (SC Freiburg) und Dominik Kohr (Bayer Leverkusen). Doch Hakimi kann auch defensiv sehr wertvoll sein: Bei der WM in Russland agierte eher auf der linken Abwehrseite mit deutlich weniger Offensivdrang als beim BVB und gewann hier starke 55 Prozent seiner Zweikämpfe.

Nicht weniger souverän tritt derzeit Dan-Axel Zagadou auf. Der Franzose, im Sommer 2017 aus der Reserve von Paris St. Germain verpflichtet, hatte unter Peter Bosz einen verheißungsvollen Bundesliga-Start, wurde er unter Peter Stöger dann aber gar nicht mehr berücksichtigt. Derzeit agiert er neben Manuel Akanji als Innenverteidiger, während Abdou Diallo in Abwesenheit von Marcel Schmelzer auf der Linksverteidiger-Position aushilft.

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Und an Zagadou finden derzeit nur äußerst selten Gegenspieler einen Weg vorbei. Mit 75 Prozent gewonnener Zweikämpfe ist der 19-Jährige mit großem Abstand derzeit der beste Zweikämpfer der Bundesliga. Gerade in der Luft räumt er nahezu alles ab, hier gewinnt Zagadou sogar 89 Prozent seiner Duelle.

Aber auch in der Spieleröffnung glänzt der 1,96-Meter-Hüne: Trotz seiner enorm vielen Ballkontakte (im Schnitt sind es mehr als 100 pro Spiel), liegt seine Passquote bei überragenden 91 Prozent.

Nach der Länderspielpause, wenn Piszczek und Schmelzer wieder fit sind, hat Lucien Favre dann die Qual der Wahl in der Viererkette. Die Teenager Hakimi und Zagadou haben jedenfalls extrem viel Werbung in eigener Sache betrieben.

Karol Herrmann