v.l.: Dr. Reinhard Rauball (DFL-Präsident), Heiko Maas (Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz), Reinhard Grindel (DFB-Präsident) und Dr. Friedrich Curtius (DFB-Generalsekretär)

Dortmund - Vor dem Länderspiel Deutschland gegen England haben sich DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball, DFB-Präsident Reinhard Grindel und DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius im Dortmunder SIGNAL IDUNA PARK zu einem Austausch mit Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, getroffen. Von der Zusammenkunft von Sport und Politik geht eine wichtige Botschaft aus: "Gemeinsam gegen Spielmanipulation".

Die Haltung des Fußballs ist eindeutig: DFL und DFB begrüßen den Beschluss des Deutschen Bundestages zur Strafbarkeit von Wettbetrug und Spielmanipulation. Einen von Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, vorgelegten Gesetzesentwurf hatte der Deutsche Bundestag in Zweiter und Dritter Lesung beschlossen.

"Das Gesetz ist ein wesentlicher Baustein für den Schutz der Integrität des Sports", sagt DFL-Präsident Dr. Reinhard Rauball. "Auch der Fußball selbst wird weiterhin alle ihm möglichen Anstrengungen zum Kampf gegen Wettbetrug und Spielmanipulation unternehmen."

"Spielmanipulation gehört genauso wie Doping zu den größten Bedrohungen der ethisch-moralischen Grundwerte im Sport. Dass künftig die staatlichen Stellen auf Grundlage des gerade beschlossenen Gesetzes gegen Manipulation, Korruption und Betrug auch mit effektiven Strafverfolgungsmaßnahmen wie Durchsuchungen und Abhörmaßnahmen konsequent vorgehen können, ist ein ganz wichtiger Schritt zur Wahrung der Integrität des Sports", sagt DFB-Präsident Reinhard Grindel. "Wer sich nicht an die Regeln des Fairplay hält – das gilt auf dem Platz genauso wie außerhalb –, muss belangt und bestraft werden können. Nur so können wir Wettbetrug in großem Stil und im globalen Kontext konsequent begegnen."

Die geplanten Straftatbestände §§ 265c und 265d des Strafgesetzbuches (StGB) erfassen korruptive Manipulationsabsprachen bei Sportwettbewerben. Während der geplante Straftatbestand des Sportwettbetrugs (§ 265c StGB) Manipulationsabsprachen bei Wettbewerben erfasst, auf die eine Sportwette gesetzt werden soll, ist der Straftatbestand der Manipulation von berufssportlichen Wettbewerben (§ 265d StGB) für Manipulationsabsprachen bei hochklassigen Wettbewerben mit berufssportlichem Charakter vorgesehen. Der Gesetzentwurf enthält für beide Straftatbestände die Einführung von Regelbeispielen für besonders schwere Fälle. Durch den Gesetzentwurf soll zudem für die neuen Straftatbestände unter besonderen Voraussetzungen eine Befugnis zur Überwachung der Telekommunikation geschaffen werden.

Zur Bekämpfung von Spielmanipulation gibt es im deutschen Fußball vielfältige Maßnahmen. Als einen Schwerpunkt haben DFB und DFL seit 2012 ihre diesbezüglichen Präventionsmaßnahmen durch das Projekt "Gemeinsam gegen Spielmanipulation" in enger Abstimmung mit Transparency International Deutschland e. V. entwickelt, gebündelt und weitergeführt. Vor allem junge Spieler sollen unter dem Motto "Dein Sport. Deine Karriere. Deine Verantwortung. – Spiel kein falsches Spiel" frühzeitig und vorbeugend über Hintergründe von Spielsucht und Manipulationen aufgeklärt werden. Zu den Maßnahmen gehören seither auch Schulungen in den Clubs und deren Leistungszentren. Darüber hinaus fungiert ein Ombudsmann als unabhängiger Ansprechpartner.