Nach dem 1:0-Heimsieg gegen den FC Schalke 04 hat Borussia Mönchengladbach seine Erfolgsserie auf nun fünf Spiele ohne Niederlage ausgebaut. Mit 18 Punkten auf dem Konto hat sich das Team von Trainer Michael Frontzeck im Mittelfeld der Tabelle etabliert und einen komfortablen Sechs-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegsränge erarbeitet.

Im Moment läuft alles rund. Nach dem Sieg beim HSV haben die "Fohlen" mit Schalke 04 einen weiteren Topclub der Liga geschlagen. Die Borussia spielt wieder einen ansehnlichen Fußball, die Abwehr steht stabil und ließ im dritten Heimspiel in Folge kein Gegentor zu.

Brouwers und Dante offensivstark

Das Innenverteidigerduo mit Roel Brouwers und Dante hält nicht nur den Laden hinten dicht, sondern setzt auch offensiv Akzente wie kaum ein anderes Verteidigerpaar der Bundesliga. Und mit Marco Reus haben sie in der Offensive einen unbekümmerten, enorm laufstarken Spieler, der den Sprung von der 2. Bundesliga in die Eliteklasse beinahe mühelos geschafft hat und die gegnerischen Abwehrreihen munter aufmischt. Gegen Schalke erzielte er das Tor des Tages.

"Der Marco Reus ist ein sehr guter Spieler, leichtfüßig und unbekümmert. Er steht bei uns im Fokus", lobte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer den erst 20 Jahre alten Borussen-Youngster. "Marco Reus hat 13 Einsätze, drei Tore, ein Assist. Er spielt für uns momentan eine sehr gute Rolle", sagt auch Borussia-Sportchef Max Eberl: "Es ist schön für den Jungen, dass man auf ihn aufmerksam wird. Aber man muss einen Mittelweg finden. Nicht zu viel loben, ihn aber trotzdem weiter pushen."

Der Vielgepriesene blieb derweil bescheiden. "Beim Tor musste ich nach der tollen Vorarbeit von Juan Arango den Ball nur noch reinschieben", bekennt Reus, der zum Thema Nationalelf nicht viel beitragen konnte: "Mit mir hat noch keiner über die Nationalmannschaft gesprochen. Ich weiß von nichts."

"Haben die Fehler abgestellt"

Mehr konnte der 1,80 Meter große Angreifer dagegen über die positive Entwicklung der Borussia in den letzten Wochen berichten. "Wir haben auch während unserer Niederlagenserie nie de Glauben an uns verloren. Wir haben immer weiter gearbeitet", sagt Reus. "Wir wussten, dass sich das irgendwann einmal auszahlen würde. Wir haben unsere Schlüsse aus den Niederlagen gezogen und daraus gelernt. Wir haben die Fehler abgestellt und nun auch das nötige Glück."

Vergessen ist die schwere Zeit, als die "Elf vom Niederrhein zwischen den 5. und 9. Spieltag inklusive des Pokalspiels sechs Niederlagen am Stück kassierte. "Wir hatten ein relativ tiefes Tal mit diesen sechs Niederlagen", blickt Max Eberl zurück: "Aber es hat sich bewahrheitet, was wir von außen gesehen, was wir immer gefühlt haben. Wir mussten die Ruhe bewahren, denn die Mannschaft spielte gut. Es fehlte nur noch das letzte Bisschen."

Mit Selbstvertrauen zum Angstgegner

Der Club stand die Durststrecke durch und blickt nun vom 11. Platz aus dem Ende der Vorrunde gelassen entgegen. "Dass es nach der Niederlagenserie jetzt so in die andere Richtung umschlägt, ist sehr positiv", freut sich Eberl. "Es ist oft so: Wenn man ein Tal durchschritten hat und es wieder bergauf geht, dann geht man gestärkt aus der Sache hervor."

Und so reisen die Borussen voller Selbstvertrauen am kommenden Spieltag zum Angstgegner Bayern München, bei dem man in 41 Auswärtsspielen nur einen einzigen Sieg feiern konnte. "Wir fahren komplett ohne Druck nach München. Sicherlich nicht als Favorit, aber mit breiter Brust und einer Menge Selbstbewusstsein. Wir sind in einer guten Verfassung", kündigt Borussias Außenverteidiger Tobias Levels an.

Auf bestem Weg zum "guten Fundament"

Nach dem Spiel in München folgt die Heimpartie gegen Hannover 96 und dann das Hinrundenfinale in Leverkusen. Ein schweres Programm. "Wir werden alles dransetzen, in den letzten drei Spielen noch einige Punkte zu holen und die 20-Punkte-Marke zu knacken", verspricht Tobias Levels:

"Dann haben wir ein gutes Fundament für eine erfolgreiche Saison gelegt. Dann können wir die Rückrunde ein bisschen ruhiger angehen. Dann lässt es sich auch anders Fußball spielen, wenn man nicht in jedem Spiel den Druck hat." Und das ist ja schließlich das Saisonziel: ein gesicherte Platz im Mittelfeld ohne großen Abstiegskampf. Es sieht so aus, als könnte die Borussia dieses Ziel erreichen.

Aus Mönchengladbach berichtet Tobias Gonscherowski