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Ein Faktor, warum der 1. FC Köln die Bayern ärgern könnte: Saïd El Mala
Ein Faktor, warum der 1. FC Köln die Bayern ärgern könnte: Saïd El Mala - © IMAGO/pepphoto / Horst Mauelshagen
Ein Faktor, warum der 1. FC Köln die Bayern ärgern könnte: Saïd El Mala - © IMAGO/pepphoto / Horst Mauelshagen
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15 Jahre Warten: Köln hofft auf die Überraschung

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Der 1. FC Köln empfängt am Mittwoch den FC Bayern München und will nach fast 15 Jahren wieder gegen den Rekordmeister gewinnen. Mit der Unterstützung der Fans, der Form von Saïd El Mala und jungen, hungrigen Spielern könnten die Geißböcke für eine Überraschung sorgen. Hier sind fünf Gründe, die für den FC sprechen.

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Kölns Trainer Lukas Kwasniok beendete die Pressekonferenz nach dem Unentschieden in Heidenheim mit dem Wunsch, im kommenden Heimspiel am Mittwoch den FC Bayern München zu ärgern. In der Vergangenheit gelang es den Geißböcken zwar immer wieder, den Rekordmeister vor Herausforderungen zu stellen, so richtig ärgern konnte man ihn aber schon lange nicht mehr.

Der letzte Sieg des 1. FC Köln liegt fast 15 Jahre zurück und datiert aus dem Februar 2011. Damals gelang dem FC sogar das Kunststück, einen 0:2-Rückstand zur Pause noch in einen Sieg umzuwandeln. Auf den denkwürdigen Sieg folgte jedoch eine lange Leidenszeit: Seitdem setzte es für die Kölner zehn Heimniederlagen in Serie gegen die Münchner. Trotzdem gibt es vor dem erneuten Aufeinandertreffen durchaus Grund zur Hoffnung für den FC.

Der letzte Sieg der Kölner gegen die Bayern datiert aus dem Jahr 2011. Doppeltorschütze damals: Milivoje Novakovic - imago sportfotodienst

1. Das letzte Aufeinandertreffen

Die letzte Begegnung mit den Bayern ist dabei noch gar nicht so lange her. Ende Oktober gastierte der FCB in der zweiten Runde des DFB-Pokals in Müngersdorf. Zwar siegten die Gäste nach 90 Minuten mit 4:1, doch das letztlich deutliche Ergebnis täuschte über einen couragierten Auftritt der Geißböcke hinweg.

"Wir haben es geschafft, die Bayern über 30 Minuten vor eine Challenge zu stellen", bilanzierte Kwasniok nach dem Spiel und ärgerte sich darüber, "dass dass du als Underdog ganz viele Zutaten brauchst, um das Glück zu haben, gegen die Bayern zu gewinnen. Die hatten wir diesmal nicht." Nach zwei schnellen Trefffern der Münchner kippte die Begegnung noch vor der Pause – ein wenig mehr Spielglück aus Kölner Sicht und das Ergebnis hätte durchaus anders aussehen können.

Trainer Lukas Kwasniok und der 1. FC Köln möchten den Rekordmeister diesmal über 90 Minuten ärgern - IMAGO/Kirchner-Media/Thomas Haesler

2. Das Stadion

Die erste Halbzeit im Pokal zeigte auch, welche Wucht das Stadion in Köln entwickeln kann. Nicht erst nach dem frühen Führungstreffer durch Ragnar Ache wurde die Mannschaft bedingungslos nach vorne gepeitscht und jeder gewonnene Zweikampf lautstark abgefeiert. 

Beim Tor war es schließlich so laut, dass Kwasniok im Anschluss erklärte: "Die Stimmung war rund um die Führung sensationell, ich habe mir da Sorgen um das Stadion gemacht." Genau diese Atmosphäre soll nun auch im Ligaduell zum entscheidenden Faktor werden. Gelingt es der Mannschaft erneut, eine solche Wucht auf den Rängen zu entfachen, könnte das Kölner Stadion einmal mehr zum unbequemen Pflaster für den Rekordmeister werden.

Neuzugang Simpson-Pusey ist in der Abwehr für das Bayern-Spiel gesetzt - IMAGO/Steffie Wunderl

3. Vorbild Mainz 05

Dass auch ein klarer Außenseiter den FC Bayern vor Probleme stellen kann, zeigte zuletzt der 1. FSV Mainz 05. Als Tabellenletzter reisten die Rheinhessen nach München und entführten unter dem neuen Trainer Urs Fischer überraschend einen Zähler. Grundlage dafür war ein klarer Matchplan, eine kompakte und disziplinierte Defensive sowie mit Daniel Batz ein Torhüter, der in den entscheidenden Momenten zur Stelle war.

Ein Ansatz, der auch dem 1. FC Köln Mut machen dürfte. Als Underdog kann der FC mit hoher Laufbereitschaft, defensiver Stabilität und der nötigen Geduld lange im Spiel bleiben und dann vielleicht genau auf jene Momente hoffen, in denen selbst der Rekordmeister verwundbar ist.

4. Der Shootingstar

Der Name Saïd El Mala ist derzeit aus gutem Grund nicht nur beim 1. FC Köln in aller Munde. Der 19 Jahre alte Flügelflitzer ist mit sieben Toren und zwei Assists Topscorer der Geißböcke, traf zuletzt auch wieder gegen Heidenheim und sorgt mit seinem Tempo, seiner Unbekümmertheit und seiner Abschlussstärke konstant für Gefahr. 

Mit El Mala verfügt der FC über einen Spieler, der aus wenigen Situationen viel machen und Spiele mit einer Einzelaktion entscheiden kann. Eigenschaften, die auch den FC Bayern empfindlich treffen können.

Fynn Schenten durfte in Heidenheim erstmals von Beginn an ran – gut möglich, dass sich der Youngster auch gegen Bayern zeigen darf - IMAGO/Gabor Baumgarten

5. Der Überraschungseffekt

Eigentlich spricht die Personalsituation klar gegen den 1. FC Köln. Gleich sechs Innenverteidiger fehlen. Nach seiner fünften Gelben Karte gegen Heidenheim müssen die Geißböcke auch auf Eric Martel verzichten. Erneut dürfte Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey, der bei seinem Debüt in Heidenheim durchaus überzeugte, erste Wahl in der Abwehr sein. Gut möglich zudem, dass erneut talentierte Nachwuchskräfte wie Fynn Schenten oder Youssoupha Niang zum Einsatz kommen.

Angesprochen auf die Personallage verwies Kwasniok auf die Fähigkeit seiner Mannschaft, "sich immer wieder neu zu erfinden.“ Damit geht auch ein Überraschungseffekt für den kommenden Gegner, der sich auf eine Kölner Wundertüte einstellen muss, einher.

Kwasnioks Wunsch, die Bayern zu ärgern, ist keineswegs ein leeres Ziel. Mit der Unterstützung des Publikums, einem formstarken Saïd El Mala und ein wenig Spielglück könnten die Geißböcke den Rekordmeister in Müngersdorf einmal mehr vor echte Herausforderungen stellen und vielleicht endlich wieder Zählbares einfahren.