
St. Pauli vs. HSV: Das Stadtderby der Gegensätze
Der 19. Spieltag der Bundesliga wird mit einem Knallerduell eröffnet: Der FC St. Pauli empfängt den Hamburger SV zum Stadtderby! bundesliga.de wirft einen Blick auf die Geschichte der Rivalen – und darauf, wie sich die Vorzeichen für das Aufeinandertreffen mittlerweile geändert haben.
Freitagabend steht das 18. Hamburger Stadtderby in der Bundesliga an. Nur das Stadtuell zwischen dem FC Bayern und 1860 München fand öfter in Deutschlands höchster Spielklasse statt (36 Mal).
Die Bilanz aus diesen bislang 17 Aufeinandertreffen spricht klar für den Hamburger SV: Die Kiezkicker konnten bislang erst drei dieser Duelle für sich entscheiden. Das erste Spiel im September 1977 ging mit 2:0 an den FC St. Pauli, im Februar 2011 siegten die Kiezkicker mit 2:0 – und in der Hinrunde konnte die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin ebenfalls mit 2:0 siegen.
Die Rothosen konnten hingegen fast die Hälfte der bisherigen Matchups in der Bundesliga für sich entscheiden (acht von 17). Zudem gab es sechs Unentschieden. Das Torverhältnis spricht mit 29:16 ebenfalls eine deutliche Sprache pro HSV.

Die Favoritenrolle ist nicht mehr klar verteilt
"Wir haben uns in dieser Woche sehr gut darauf vorbereitet, was uns am Freitagabend erwartet", sagte HSV-Coach Merlin Polzin vor dem Stadtderby. Und zwar kein krasser Außenseiter mehr: Nur drei der letzten zwölf Pflichtspiele gegen die Rothosen verlor St. Pauli.
2024/25 spielte der FCSP zudem das erste Mal in seiner Vereinsgeschichte in einer höheren Spielklasse als die Rautenträger, die als Aufsteiger allerdings fünf Zähler mehr auf dem Konto haben als die Boys in Brown.
Die Niederlage in der Hinrunde sowie die Tabellensituation sind für Polzin und sein Team "Motivation genug. Für uns wird es darum gehen, die Emotionen so zu nutzen, dass sie uns beflügeln und helfen."

Letztes Duell am Millerntor glich einer Star-Parade
Trotz der Bundesliga-Tradition, die sich das Hamburger Stadtderby über die Zeit erarbeitet hat, ist die Partie am 19. Spieltag erst das zweite Aufeinandertreffen am Millerntor: Zwischen 1977 und 2002 trugen die Kiezkicker auch bei Heimrecht ihre Bundesliga-Duelle gegen den HSV aus Platz- und Sicherheitsgründen im Volksparkstadion aus.
2010 gastierte der HSV das bislang erste und einzige Mal am Millerntor – und reiste mit einem richtigen Star-Aufgebot an: Spieler wie Frank Rost, Joris Mathijsen, Marcell Jansen, Zé Roberto, Paolo Guerreiro, David Jarolim, Mladen Petrić und Ruud van Nistelrooy waren mit am Start. Dennoch gab es nur ein 1:1 beim damaligen Underdog.
Anders als damals wünscht sich Polzin "einen richtig coolen Freitagabend", wovon er auch überzeugt ist: "Wir sind voller Power, Energie und voller Überzeugung." Perfekte Zutaten für ein Knallerduell – mit vollkommen offenem Ausgang.
