
Kwasniok wechselt Köln zum Sieg
Der 1. FC Köln kann doch noch gewinnen. Nach acht sieglosen Bundesliga-Spielen feiern die Geißböcke im Sechs-Punkte-Spiel gegen den direkten Konkurrenten Mainz 05 einen wichtigen Heimsieg. Dabei dreht der FC einen Halbzeitrückstand und vergrößert den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf sieben Zähler.
Als Schiedsrichter Felix Zwayer das Spiel des 1. FC Köln gegen Mainz 05 nach 96 Minuten abpfiff, brandete nicht nur auf den Rängen des Rhein-Energie-Stadions großer Jubel auf. Auch bei Trainer Lukas Kwasniok kannte die Freude keine Grenzen mehr. Nach den unruhigen Tagen am Geißbockheim in der vergangenen Woche war der Heimsieg gegen den direkten Konkurrenten aus Rheinhessen Balsam für die Seele des FC-Trainers. Der entscheidende Faktor war für Kwasniok schnell gefunden: "Das Stadion war heute ein spielentscheidender Faktor – wir haben eher zwölf gegen elf gespielt. Deswegen danke an die Fans und die Südkurve."
Spielbericht: FC dreht das Spiel
Zur Pause war die Stimmungslage in Köln aber noch eine andere. Nach blutleerem Auftritt in den ersten 45 Minuten und dem verdienten Rückstand wurden die Geißböcke mit einem Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet. Sportdirektor Thomas Kessler zeigt ein Stück weit Verständnis für eine verunsichert wirkende Kölner Mannschaft: "Wir müssen nicht darüber reden, dass wenn du acht Spiele nicht gewinnst, der Druck in der Stadt auch steigt. Das hat man heute in der ersten Halbzeit gesehen."
Dreifachwechsel bringt die Wende
Trainer Kwasniok behielt in der Pause die Nerven, stellte seine Mannschaft auf drei Positionen um schwor sie auf die zweiten 45 Minuten ein. "Der Trainer hat gesagt, dass wir an uns glauben und selbstbewusst sein sollen. Wir wussten alle, wie wichtig dieses Spiel sein würde. In der Pause wussten wir, dass wir jetzt mutig sein müssen – ein Punkt wäre nicht genug gewesen", verrät Alessio Castro-Montes. Auch Kessler lobte den FC-Trainer für seine Ansprache und die Wechsel: "Ich finde auch, dass der Trainer in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden hat. Mit den Einwechslungen hatte er auch einen direkten Impact auf den Sieg."
Mit den Einwechslungen von Ragnar Ache, Kristoffer Lund und Tom Krauß veränderte sich die Statik des Spiels. Plötzlich übernahmen die Kölner die Initiative und drückten auf den Ausgleich. Zum Kölner Matchwinner wurde Ache, der die Partie mit seinem Doppelpack drehte und dem FC einen lang ersehnten Heimsieg bescherte. "Es war sehr erlösend", befand der Torschütze selbst und auch Kapitän Marvin Schwäbe war "überglücklich, dass die lange Leidenszeit, wo wir alles gegeben haben aber nicht belohnt wurden, nun vorbei ist."
Kwasniok: "Den Mutigen gehört die Welt"
Kwasniok war besonders von der Reaktion seiner Mannschaft angetan: "Als wir nichts mehr zu verlieren hatten, haben wir eine gewisse Wucht entwickelt. Die Mannschaft hat dann beherzigt, mutig zu sein. Und den Mutigen gehört die Welt und heute eben der Sieg. Darüber freuen wir uns sehr.“ Nach den ordentlichen Auftritten beim Unentschieden in Heidenheim und gegen den FC Bayern dürfte mit dem Heimsieg gegen einen direkten Konkurrenten nun etwas Ruhe am Geißbockheim einkehren.
Das sagten die Trainer zum 18. Spieltag
Dass die Mannschaft intakt ist und den Vorgaben des Trainers folgt, untermauerte nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem die Art und Weise, wie der FC sich die drei Punkte erkämpfte. "Es ging darum, dass wir als Team zusammenhalten und weitermachen. Natürlich will man nie in Rückstand geraten. Grundsätzlich liegt der Fokus heute auf der zweiten Hälfte, dass wir uns da raus gekämpft haben. Das spricht für uns", bilanzierte Keeper Schwäbe. Matchwinner Ache legte den Fokus indes schon auf den kommenden Gegner Freiburg: "Jetzt wollen wir die nächsten Spiele auch gewinnen, auf den acht Punkten Vorsprung können wir uns nicht ausruhen."

