Gab ein vielversprechendes Bundesliga-Debüt: Paul Wanner - © Pressefoto Rudel/Robin Rudel via www.imago-images.de/imago images/Sportfoto Rudel
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Für den FC Bayern München "war mehr drin" gegen Borussia Mönchengladbach

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Der FC Bayern München hat zum Auftakt der Rückrunde zwar mit 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach verloren, zeigte trotz zahlreicher Ausfälle allerdings ein starkes Spiel. Während der Tabellenführer für die Einstellung einer Bestmarke sorgte, debütierten mehrere Youngster in der Bundesliga. Darunter auch der erst 16 Jahre alte Paul Wanner.

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Paul Wanner hat zum Auftakt der Rückrunde Geschichte geschrieben: Der 16 Jahre und 15 Tage alte Youngster ist der zweitjüngste Bundesliga-Spieler, der je zum Einsatz kam: Nur Dortmunds Youssoufa Moukoko war bei seinem ersten Einsatz jünger (16 Jahre und ein Tag). Er ist zudem der erste 16-Jährige überhaupt, der beim Rekordmeister eingesetzt wurde. Wanner fügte sich gut ins zentrale Mittelfeld ein und leitete einige gute Angriffe vielversprechend ein. "Paul muss klar bleiben im Kopf, dann stehen ihm Tür und Tor offen. Er ist ein unfassbares Talent, sehr schnell, sehr ballsicher, mutig. Er ist ein herausragender Spieler“, lobte Trainer Julian  Nagelsmann in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Dennoch musste sich der Tabellenführer beim 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach am Freitagabend geschlagen geben.

"Die erste Halbzeit war ein bisschen komisch. Ich glaube, wir hatten das Spiel 25 Minuten komplett im Griff", sagte Thomas Müller nach dem Spiel. Damit hat Müller, der zum Auftakt der Rückrunde zum ersten Mal in dieser Bundesliga-Saison den FC Bayern München als Kapitän aufs Feld führte, durchaus Recht. Der FCB agierte von Beginn an dominant - und das in einer äußerst ungewohnten Aufstellung: Marcel Sabitzer lief zum Beispiel als Linksverteidiger auf, Joshua Kimmich startete zudem seit langer Zeit mal wieder als rechter Außenverteidiger. Sven Ulreich spielte erstmals wieder seit August für die Bayern, Malik Tillman gab zudem sein Startelf-Debüt in der Bundesliga. Gleich 13 Spieler fehlten dem deutschen Rekordmeister am Freitag, neun aufgrund von COVID-19, je zwei wegen Verletzungen sowie des Afrika-Cups.

"Fortuna war nicht auf unserer Seite"

Robert Lewandowski brachte die Münchner in der 18. Minute verdient in Führung und sorgte mit diesem Treffer für die Einstellung einer Bestmarke: Im 65. Bundesliga-Spiel in Folge erzielte der FC Bayern mindestens ein Tor - das ist ein eingestellter Bundesliga-Rekord. Torlos blieben die Münchner in der Bundesliga zuletzt im Februar 2020 gegen Leipzig (0:0). Julian Naglesmanns Team vergab fortan aber einige Möglichkeiten, "da müssen wir eigentlich höher führen", sagte der Coach zur Leistung seiner Mannschaft in den ersten 25 Minuten. "Da war mehr drin", sagte auch Müller. Das starke Pressing und Gegenpressing der Bayern nach Ballverlust bereitete Gladbach immense Schwierigkeiten, lange konnten die "Fohlen" nicht in den eigenen Reihen halten. "Dann bekommen wir aus dem Nichts das 1:1", sagte Müller und meinte damit den ersten Torschuss der Borussia am 18. Spieltag: Florian Neuhaus verwandelte diesen effizient zum überraschenden Ausgleich (27.).

"Wie wir das 1:1 kassieren, ist völliger Wahnsinn, ich weiß nicht, warum wir das in der Box so lösen wollen, und dann kassieren wir noch einen Standard-Treffer", haderte Nagelsmann nach dem Spiel. Nur vier Minuten nach dem Ausgleich konnte die Mannschaft von Adi Hütter die Partie vollends dank eines Kopfballtores von Stefan Lainer drehen. Zwar übernahmen die Gäste danach mehr und mehr die Kontrolle, doch das gefährlichere Team blieben die Bayern: Kurz vor dem Halbzeit-Pfiff traf Lewandowski den rechten Pfosten, Matthias Ginter klärte zudem den Nachschuss Müllers gerade noch auf der Linie.

Letzte Anweisungen vor dem Debüt: Paul Wanner und Coach Julian Nagelsmann - Sebastian Widmann/Getty Images

Paul Wanner schreibt Geschichte

Im zweiten Durchgang gaben die Bayern in einer unterhaltsamen Partie deutlich den Ton an. "In der zweiten Halbzeit haben wir es ordentlich gemacht und hatten viele Chancen", lobte Nagelsmann seine Elf: "Ich bin mit der Leistung nicht unzufrieden." Lewandowski hatte eine dieser guten Möglichkeiten, traf nach einem tollen Lupfer die Querlatte - das zweite Aluminium-Pech für die Bayern am Freitag. Der sechste Alu-Treffer für den Polen ist ebenso Bestwert in der Bundesliga wie die elf Pfosten- oder Lattentreffer der Münchner insgesamt 2021/22. "Fortuna war heute einfach nicht auf unserer Seite", merkte Thomas Müller berechtigterweise an. 12:4 ist die Torschuss-Statistik in der zweiten Hälfte und spricht deutlich für die Bayern. "Wir haben in der zweiten Hälfte viele falsche Entscheidungen getroffen und hatten viele Ballverluste, aber sie haben die Chancen nicht gemacht", sagte Christoph Kramer, einer der glücklichen Gladbacher Gewinner.

In dieser Saison gab es in drei Aufeinandertreffen mit Gladbach keinen Sieg für den FCB, nur ein 1:1 zum Saisonauftakt und ein 1:5 im DFB-Pokal. In den vergangenen acht Spielzeiten hat die Elf vom Niederrhein gar eine positive Bilanz gegen München: Sieben Siege stehen drei Remis und sechs Niederlagen gegenüber. Doch aus dieser Heimniederlage, die zweite in dieser Bundesliga-Saison, können die Bayern durchaus Positives mitnehmen: Zum einen die Spielstärke trotz zahlreicher Ausfälle. Und damit einhergehend die starke Leistung der Spieler, die in die Bresche sprangen: Neben Paul Wanner feierte auch Lucas Copado, Neffe von Sportdirektor Hasan Salihamidzic, sein Bundesliga-Debüt.

Am 19. Spieltag geht es für die Münchner zum 1. FC Köln. Ob Wanner dort direkt zu seinem zweiten Einsatz für die Bayern kommt, ist ungewiss: Am Samstag meldeten sich nach überstandener Corona-Infektion drei Spieler zurück im Training: Corentin Tolisso nahm am Spielersatztraining teil, Kingsley Coman und Omar Richards absolvierten individuelle Einheiten. "Was dann an Spielern gegen Köln zur Verfügung steht, werden wir sehen", sagte Nagelsmann zu den Rückkehrern.

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