München - Dass er der mitgliederstärkste Verein der Welt ist, hat der FC Bayern München auf seiner Mitgliederversammlung Ende November 2014 mit beeindruckenden Zahlen untermauert. 251.315 Menschen sind zu diesem Zeitpunkt beim FCB eingeschrieben, darunter nicht nur die "Fußballer“, sondern auch Handballer, Kegler, Basketballer und Tischtennisspieler. Für bundesliga.de Grund genug nachzufragen, welchen Aufwand die Bayern in Sachen Mitglieder-Service und Betreuung leistet.

Es gibt Momente, in denen kann Karl Hopfner nicht glauben, was er da liest. "251.315 ist eine beeindruckende Zahl und für uns eine besondere Verpflichtung“, sagt Hopfner. Seit 1983 war Hopfner Geschäftsführer, später Vorstand. Seit dem 2. Mai 2014 Präsident. Geboren in München. Ein Urgestein der Isarmetropole. Ein "Roter" durch und durch.

10.000 Mitglieder im Jahr 1986

Und, einer, der die rasante Entwicklung auf dem Mitglieder-Sektor hautnah miterlebt hat. "1986", sagt der 62-Jährige, "hatte der FC Bayern 10 000 Mitglieder“. Heute sind es über eine Viertelmillion. "Für uns ist das Bestätigung und Anerkennung für alles, was wir darstellen“, so Hopfner. Als da wären wirtschaftlicher Erfolg ebenso wie Seriosität, Financial Fairplay und sportlicher Erfolg.

Wie aber "verwaltet" ein Sportverein so viele Mitglieder, vor allem, wenn er jedes Jahr neue Mitgliedsausweise nebst neuer Mitgliedsnummer ausgibt?

Der besondere Ausweis ist neben dem "Bayern-Magazin", das zu jedem Heimspieltag (also 17 Mal pro Saison) erscheint - und allen (!) Mitgliedern pünktlich vor dem Anpfiff zugeht, das "Highlight" für viele Mitglieder. "Ich denke da vor allem auch an die vielen Mitglieder, die im Ausland leben“, sagt Hopfner. Mancher der an einem weit entfernten Ort lebt, gesteht Hopfner mit einem Schmunzeln, "bekommt das Bayern-Magazin vielleicht ein, zwei Tage später“. Die logistische Herausforderung aber bewältigen die Bayern in Perfektion.

78 Jahre Mitglied des FCB ist Rekord

Der neue Mitgliedsausweis ist mindestens so beliebt wie das Magazin mit Insider-Geschichten und vielen Fotos. "An der Mitgliedsnummer lässt sich in etwa ablesen wie lange ein Mitglied schon dabei ist“, sagt Hopfner. Und, es lässt sich die längste Mitgliedschaft ermitteln.

78 Jahre lang ist das "älteste" Mitglied derzeit mit an Bord. Erlischt eine Mitgliedschaft, rücken andere weiter nach vorne und bekommen eine niedrigere Nummer. Weil das jedes Jahr passiert, kommen jedes Jahr neue Ausweise. Allein in diesem Jahr wurden über 5200 Mitglieder für ihre 20-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Bayern-Magazin greift Mitglieder-Themen auf

Drei hauptamtliche Mitarbeiter kümmern sich das ganze Jahr um den reibungslosen Ablauf. In Stoßzeiten wird der Stab kurzfristig aufgestockt. Sie kümmern sich um Service-Anfragen und E-Mail-Adressen.

Um jede einzelne Anfrage kann sich der deutsche Rekordmeister verständlicher Weise nicht kümmern, deshalb "nutzen wir die Gelegenheit und nehmen zu drängenden Themen im Bayern-Magazin Stellung“ erläutert Hopfner. "Wenn wir sehen, dies oder das Thema interessiert unsere Fans und Mitglieder besonders, besprechen wir das im  Präsidium“, so Hopfner.

"Bekenntnis zum FC Bayern"

“Speziell in den vergangenen zehn Jahren haben wir einen unheimlichen Anstieg der Mitgliederzahlen verzeichnet“, berichtet Präsident Hopfner. Von Mai 2014 an kamen bis Jahresende noch einmal über 17.000 "Members" dazu. Um auch den Anhängern gerecht zu werden, die sich um eine Eintrittskarte für eines der vielen Bayern-Spiele bemühen, stoppt der FCB den Dauerkartenverkauf regelmäßig bei "halber Stadionkapazität", sprich bei rund 35 000.

Um Karten bemühen sich allerdings nicht nur viele Mitglieder, sondern auch viele Mitglieder der Bayern-Fanclubs; etwa 300.000 Menschen - rund 15 Prozent davon sind auch Mitglied des FCB e.V. Insgesamt kann der FCB also auf über 500.000 regelmäßige intensive Unterstützer bauen. "Wir sehen das Engagement von Mitgliedern und Fanclub-Mitgliedern als Bekenntnis zum FC Bayern und dessen Weg“, sagt Hopfner.

Täglicher Eingang von Mitgliedsanträgen

Das Thema Mitglieder ist inzwischen so umfangreich geworden, dass die Bayern im Jahr 2015 eine umfassende Studie vorlegen wollen, die genaue Auskunft über Geschlecht, Wohnort und Alters-Struktur gibt. "Wir sind selbst gespannt, wie die Zahlen aussehen“, sagt Hopfner. Und, er gibt zu, "dass wir schon ein bisschen stolz sind, wenn so viele Menschen beim FC Bayern eine Heimat finden“. Ein Ende ist dabei nicht abzusehen. Jeden Tag flattern neue Mitgliedsanträge herein, der FC Bayern wächst und den Mitarbeitern der Mitglieder-Verwaltung geht die Arbeit nicht aus.

Oliver Trust