Die Niederlage in Madrid zerstörte mit einem Schlag die Aufbruchsstimmung unter dem neuen Trainer Fred Rutten. "Das tut sehr weh. Das ist ganz schwer für die Psyche", stellte der Niederländer nach dem 0:4 bei Atletico Madrid fest, mit dem Schalke 04 den Einzug in die Champions League verpassten.

Die grenzenlose Zuversicht der vergangenen Wochen, genährt durch einen starken Saisonstart mit drei Siegen und einem Unentschieden, wich nach der Niederlage im Estadio Vicente Calderon tiefem Frust. "Alles war zu wenig", schimpfte Kapitän Marcelo Bordon nach den 90 Minuten.

"Der Gegner war klar besser", stellte Bordon ehrlich fest und anerkannte die unterschiedliche individuelle Klasse beider Teams: "Die sind fast alle Nationalspieler, sie sind schon sehr stark."

Nur UEFA-Pokal

Da zudem Rekordeinkauf Jefferson Farfan wegen seiner Schulterverletzung aus dem Hinspiel doch kein Blitz-Comeback geben konnte, blieb das so wortreich angekündigte Auswärtstor ein frommer Wunsch. Weil aber auch die Abwehr um Bordon nach dem 0:1 durch Agüero (19.) immer mehr die Orientierung verlor, platzte auch der Traum von der vierten Champions-League-Teilnahme nach 2001, 2005 und 2007.

Statt Real Madrid oder Manchester United liegen nun bei der Auslosung am Freitag Clubs wie der FC Nordsjälland oder Borac Cacak im Topf. Statt Auftritten im Estadio Santiago Bernabeu oder im Old Trafford erwarten die "Königsblauen" ab der ersten UEFA-Cup-Runde am 18. September Reisen in Europas Fußball-Entwicklungsländer. "Entweder du scheidest in der ersten Runde aus, oder du gewinnst den Pokal", meinte Mittelfeldspieler Fabian Ernst und machte keinen Hehl daraus, was er vom "Cup der Verlierer" hält.

Jones mit Comeback

Wieviele Runden UEFA-Cup nötig sind, um die positive Stimmung vom Saisonstart wiederherzustellen, bleibt abzuwarten. Helfen werden auf jeden Fall die Stareinkäufe Farfan und Orlando Engelaar, die am Mittwoch in Madrid so schmerzlich vermisst worden waren. Kehren sie nach ihren Verletzungen zurück, steigt auf Schalke auch wieder die Hoffnung.

Ein überraschendes Comeback hatte schon in Madrid Jermaine Jones gegeben. Nur anderthalb Wochen nachdem er einen Syndesmoseriss erlitten hatte, lief der Nationalspieler wieder auf - obwohl er am Tag zuvor einen Einsatz eigentlich noch ausgeschlossen hatte. "Es gab ein Gespräch mit dem Trainer, danach stand fest, dass ich spielen werde", berichtete Jones. Rutten stellte allerdings klar, dass er den Mittelfeldrenner nicht zu einem Einsatz gedrängt habe: "Er musste nicht spielen, er wollte spielen."