Sieben Tage vor Beginn der WM in Südafrika droht auch der Elfenbeinküste ein "Fall Michael Ballack": Kapitän und Superstar Didier Drogba zog sich im Testspiel gegen Japan (2:0) am Freitag einen Ellbogenbruch zu und wird aller Voraussicht nach für die WM ausfallen.

"Wir wissen nicht, ob er bei der WM eingesetzt werden kann. Natürlich ist die Angelegenheit sehr beunruhigend", sagte Sven-Göran Eriksson, schwedischer Trainer der Ivorer: "Es ist sehr schlimm. Er ist der Kapitän und unser bester Spieler."

Verband dementiert Absage

Nach Angaben der renommierten französischen Sporttageszeitung L'Equipe hat Didier Drogba, beim englischen Meister Teamkollege des ebenfalls verletzten deutschen Kapitäns Michael Ballack, bereits selbst erklärt, dass er in Südafrika nicht eingesetzt werden könne.

"Nach der Untersuchung bestätigte uns der Spieler, dass er nicht an der WM teilnehmen kann", hieß es auf der Webseite der L'Equipe. Diese Darstellung wurde jedoch vom ivorischen Verbandes FIF dementiert. Dort hieß es, dass Drogba seine Teilnahme noch nicht abgesagt habe.

Medien sprechen vom "Chelsea-Fluch"

Eriksson wollte die Hoffnung auf eine Teilnahme des Torschützenkönigs der englischen Premier League zumindest am Freitag noch nicht aufgeben. "Wir denken, dass immer noch alles möglich ist." Nach der Untersuchung im Krankenhaus verließ der ivorische Rekordtorschütze mit dem verletzten Arm in einer Schlinge und einem gequälten Lächeln das Krankenhaus.

Sollten sich die Befürchtungen bestätigen, würde mit Drogba neben Michael Ballack und dem Ghanaer Michael Essien bereits der dritte Spieler des FC Chelsea bei der WM ausfallen. Erste Medien sprachen bereits vom "Chelsea-Fluch". Denn ebenso wie Ballack bei Deutschland und Essien in Ghana ist Drogba der unumstrittene Führungsspieler seiner Mannschaft.

"Wenn Didier nicht spielen kann, sind wir nicht dasselbe Team", sagte Kolo Toure von Manchester City: "Er ist so ein wichtiger Spieler für uns, auch abseits des Platzes. Wenn er nicht spielen würde, wäre das sehr schlecht für uns."

Starke Gruppe mit Brasilien und Portugal

Dabei hatten sich die Ivorer für die WM viel vorgenommen. Bei ihrer ersten WM-Teilnahme 2006 in Deutschland schieden die Afrikaner nach Niederlagen gegen Argentinien und die Niederlande bereits in der Vorrunde aus, beim Afrika-Cup zu Beginn des Jahres scheiterten die favorisierten "Elefanten" im Viertelfinale an Algerien.

Wie wichtig der 32-Jährige, der in der abgelaufenen Saison für Chelsea 29 Mal traf, ist, zeigte er noch einmal gegen Japan. Einen Freistoß des ivorischen Rekordtorschützen lenkte ausgerechnet Tanaka in der 13. Minute zum 1:0 ins eigene Netz. Den zweiten Treffer für die Elfenbeinküste markierte Toure (80.).

Schon bei der Auslosung zur WM hatte die Elfenbeinküste wie schon 2006 kein Glück. Die Ivorer spielen in der stark besetzten "Todesgruppe" G mit Brasilien, Portugal und Nordkorea.