Mainz - Das 0:1 gegen den VfL Wolfsburg nach einem Tor durch den Dänen Simon Kjaer (82.) war schon die fünfte Heimniederlage für den 1. FSV Mainz 05 - und die dritte hintereinander ohne eigenen Treffer. 2011 bleibt die Mannschaft der 05er damit weiter ohne Sieg und Tor.

Warum es für die Mainzer gegen die Wolfsburger nicht zum Sieg gereicht hat und warum es für den so genannten "Vize-Herbstmeister" in der Rückrunde nicht läuft, versucht Abwehrspieler Niko Bungert zu erklären.

Frage: Herr Bungert, warum gelang es 'Ihrer Mannschaft gegen den VfL Wolfsburg nicht ein Tor zu erzielen?

Niko Bungert: Wir sind relativ oft in die Situation gekommen, die wir uns vorgenommen haben. Wir haben den Ball oft hinter die beiden defensiven Mittelfeldspieler der Wolfsburger gebracht. Aber daraus haben wir zu wenig gemacht und zu wenige Torchancen herausgespielt.

Frage: Woran lag das?

Bungert: Es war oft machbar, zu Torchancen zu kommen. Aber dann ist halt der letzte Pass nicht angekommen. Wir haben mit Euphorie und kontrolliert angefangen. Ich denke, die ersten 20 Minuten sind wir komplett angerannt. Wir wollten zu Chancen kommen und uns nicht auf einen Schlagabtausch einlassen. Das ist uns gelungen, leider haben wir kein Tor erzielt.

Frage: Wolfsburg hat aus einer Chance ein Tor gemacht.

Bungert: Es war symptomatisch für dieses Spiel, dass die Wolfsburger mit einer Chance zu einem dreckigen Sieg gekommen sind.

Frage: Wäre das Gegentor nach einer Standardsituation nicht zu verhindern gewesen?

Bungert: Wir mussten vier, fünf Mann in die Mauer stellen, da der Ball bei dem Freistoss von Diego auch direkt auf das Tor hätte geschossen werden können. Deswegen fehlten uns in der Mitte ein, zwei Leute, weshalb plötzlich zwei Wolfsburger völlig frei in unserem Strafraum standen. Das darf eigentlich nicht passieren. Im Notfall müssen wir eben auch mal ein 0:0 mitnehmen. Das Gegentor war symptomatisch für das Spiel, es ist einfach blöd gelaufen.

Frage: Sie hatten aber dann auch ein paar Möglichkeiten zum ausgleich zu kommen.

Bungert: Adam (Mittelstürmer Adam Szalai, d. Red.) hat die Bälle nach den Anspielen gut verteidigt und gut prallen lassen, aber wir haben uns durch leichte Ballverluste die Chancen dann immer wieder selbst kaputt gemacht oder uns festgerannt. Man muss auch sagen, dass die Wolfsburger später die Mitte immer gut zugeschoben haben.

Frage: Was müssen Sie ändern, damit es wieder klappt mit dem Tore schießen?

Bungert: Wir haben ja nicht schlecht gespielt gegen Wolfsburg. In der Hinrunde haben wir oft früh ein Tor erzielt, das hat uns geholfen. Wir dürfen aber nach Spielen, in denen das Ergebnis nicht stimmt, nicht alles schlecht machen lassen. Aber wir müssen uns schon Gedanken machen, woran es liegt.

Frage: Jetzt steht das Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern im Fritz-Walter-Stadion an.

Bungert: Ja, das ist für alle Fans natürlich ein wahnsinnig wichtiges Spiel, da müssen wir Vollgas geben. Und wenn uns dann mal wieder ein Tor gelingt, oder vielleicht sogar zwei oder drei, dann könnte das nach zwei ordentlichen Spielen ohne gutes Ergebnis die Kehrtwende sein.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter