Für Finnland hat es wieder einmal nicht zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft gereicht. Umso wichtiger wäre für die Skandinavier ein Sieg gegen Deutschland (Mi., ab 17:45 Uhr im Live-Ticker), um in der Gruppe 4 doch noch einen würdigen Abschluss zu erzielen.

Den zweiten Platz, der immerhin noch die Fahrkarte für die Playoffs zur WM bedeutet hätte, haben sich die Finnen spätestens durch ein 1:1 im September in Liechtenstein verspielt. Da half auch der 2:1-Sieg am Samstag gegen Wales nicht mehr.

Im Spiel gegen die DFB-Elf muss Nationaltrainer Stuart Baxter nun aber zwei erfahrene Spieler seiner Viererkette ersetzen. Der Bremer Petri Pasanen und Hannu Tihinen sahen gegen Wales jeweils ihre zweite Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb und fehlen deshalb gesperrt. Zudem ist Teemu Tainio verletzt abgereist.

Aber Baxter kann auch in Hamburg weiter auf seine Schlüsselspieler vertrauen. Wer diese sind? bundesliga.de stellt sie vor.

Jari Litmanen

Jari Litmanen gilt als bester finnischer Spieler aller Zeiten, ist Rekordspieler und -torschütze seines Landes. Neun Mal wurde er in seiner Heimat zum Fußballer des Jahres gewählt, einmal auch in den Niederlanden. Mit seinen 38 Jahren ist Litmanen noch kein bisschen fußballmüde. Champions League, Weltpokal, Meisterschaften - auf Vereinsebene hat der Mittelfeldspieler mit Top-Teams wie Ajax Amsterdam und dem FC Liverpool Titel in Serie abgeräumt. Nur mit der Nationalmannschaft reichte es bislang in 20 Jahren noch nicht einmal für eine Qualifikation zur Europameisterschaft. Da halfen auch die brillante Technik, der Torinstinkt und die Routine Litmanens nicht. In der Saison 2004/05 spielte er nach der Winterpause beim FC Hansa Rostock in der Bundesliga, konnte deren Abstieg aber auch nicht verhindern und verließ den Club anschließend wieder. Mittlerweile schnürt er seine Fußballschuhe für den FC Lahti.

Sami Hyypiä

Nicht weniger heldenhaft wie Litmanen wird Samy Hyypiä in Finnland verehrt. Er ist neben Litmanen der einzige Finne mit über 100 Länderspielen. Einen Kultstatus hat der baumlange Innenverteidiger auch beim FC Liverpool. In zehn Jahren bei den "Reds" absolvierte er über 700 (!) Pflichtspiele. Er gewann die Champions League und den UEFA-Pokal. Seine Stärke ist auf Grund seiner Größe von 1,96 Meter natürlich das Kopfballspiel. Ein Filigrantechniker ist er nicht, aber er verliert am Ball nie die Ruhe. Sein großes Plus ist seine Spielübersicht. Die nachlassende Spritzigkeit macht er durch ein überragendes Stellungsspiel wett. Star-Allüren sind dem 36-Jährigen fremd. Kein Wunder, dass sein Trainer in Leverkusen, Jupp Heynckes, von ihm schwärmt: "Er ist ein absoluter Profi, charakterlich einwandfrei, gewissenhaft."

Jussi Jääskeläinen

Dass Finnen in der Premier League einen guten Ruf haben, liegt auch an Jussi Jääskeläinen. Seit gut zwölf Jahren steht der Torwart nun schon bei den Bolton Wanderers zwischen den Pfosten. Mit seinen tollen Reflexen auf der Linie zählt er Jahr für Jahr zu den besten Torhütern auf der Insel. In der finnischen Nationalmannschaft hat es aber Jahre gedauert, bis er endlich zur Nummer eins aufgestiegen ist. Denn lange stand er im Schatten von Antti Niemi, der wie Jääskeläinen in der Premier League spielt. Als dieser aber 2005 seinen Abschied aus der Nationalmannschaft bekannt gab, war für Jääskeläinen der Weg frei. Seitdem ist er unumstritten.

Roman Eremenko

Der 22-jährige Roman Eremenko gilt immer noch als eines der größten Talente in Finnland. Bereits mit 17 Jahren debütierte er bei FF Jaro in der ersten finnischen Liga und wurde gleich einer der Leistungsträger seines Teams. Schnell wurden die europäischen Top-Clubs auf ihn aufmerksam. Nach nur einer Saison wechselte er in die italienische Serie A zu Udinese Calcio. Doch Eremenko konnte sich bei seinem neuen Verein nicht durchsetzen und wurde erst an Siena, dann an Dynamo Kiew verliehen. Die Ukrainer kauften Eremenko dann zur Saison 2009/10 und gaben ihm einen Fünf-Jahres-Vertrag. Mit seinen genialen Pässen füttert er nun unter anderem Alt-Star Andrey Shevchenko. Während Eremenko fußballerisch eigentlich alles kann, fehlt dem Leichtgewicht im Zweikampf und in der Defensive noch die nötige Robustheit.

Zusammengestellt von Michael Reis