Köln - Er war der viertbeste Torjäger der vergangenen Saison. 18 Tore erzielte Claudio Pizarro für Werder Bremen. Nur einmal in seiner Bundesliga-Karriere hatte der Peruaner mehr Treffer erzielt. Vor elf Jahren waren es 19. Jetzt wechselt der 33-Jährige ablösefrei zum Rekordmeister Bayern München.

Claudio Pizarro wandelt auf den Spuren von Stefan Effenberg. Der hatte sein Bundesliga-Debüt für Borussia Mönchengladbach absolviert, war dann zu den Bayern gegangen, versuchte anschließend sein Glück im Ausland beim AC Florenz, kam dann wieder in die Bundesliga zu den "Fohlen" zurück, um danach wiederum ein Angebot der Bayern anzunehmen.

Genauso macht es nun der Peruaner: Bremen, Bayern, Ausland (Chelsea), wieder Bremen und wieder München. Da weiß man, was man hat. Und die Bayern wissen, dass sie einen zuverlässigen Topmann verpflichtet haben. Bei seiner ersten Visite in München, die von 2001 bis 2007 stattliche sechs Jahre dauerte, half Pizarro mit 71 Toren gleich drei Mal mit, das Double zu gewinnen.

Erfolgreichster ausländischer Torjäger



Nun stellt er sich an der Isar dem Kampf um den begehrten Platz im Sturm, der in den letzten beiden Jahren für Mario Gomez reserviert war. Dessen 54 Tore sind eine Hausnummer, die ihm erst einmal einen Vorteil verschaffen dürfte. Aber Claudio Pizarro wird auf seine Einsatzzeiten kommen und seine beeindruckenden Qualitäten einbringen können.

Denn der Südamerikaner ist ja auch nicht Irgendwer, sondern der mit Abstand erfolgreichste ausländische Torjäger der Bundesliga-Geschichte. 1999 debütierte er für Werder Bremen in der Bundesliga. Bis heute gelangen ihm ihn 332 Bundesliga-Spielen 160 Tore. In der ewigen Torschützenliste liegt er damit zusammen mit Bernd Hölzenbein auf Platz 11, nur zwei Tore hinter dem Bayern-Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, den er wohl in absehbarer Zukunft aus den Top Ten verdrängen dürfte.

Torschützenkönig der Europa League



Abgesehen von seinem wenig erfolgreichen einjährigen Intermezzo beim FC Chelsea, wo Pizarro in 21 Premier-League-Spielen nur zwei Tore erzielte, verlief die Karriere des sympathischen Schlitzohres sehr erfolgreich. Mit den Bayern gewann er den Weltpokal und je drei Mal die Meisterschaft und den Pokal. Mit Werder wurde er 2009 Pokalsieger und im darauf folgenden Jahr Torschützenkönig der Europa League mit neun Treffern. Zudem stand er 2009 im Finale der Europa League. Für Peru absolvierte der 1,86 Meter große Stürmer 62 Länderspiele (16 Tore).

"Wir sind sehr glücklich, dass wir mit Claudio Pizarro einen international erfahrenen und sehr torgefährlichen Angreifer verpflichten konnten", freute sich Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger, nachdem der Transfer perfekt gemacht wurde. Pizarro hat bis 2013 in München unterschrieben. Danach müsste er dann, würde er dem Vorbild Effenbergs erneut folgen, zum VfL Wolfsbug wechseln und dann seine Karriere in Katar ausklingen lassen. Aber das dürfte nicht sehr wahrscheinlich sein...

Tobias Gonscherowski