Zusammenfassung

  • Dank eines Doppelpacks von Simon Terodde gewinnt der FC in Hamburg

  • Für die Kölner ist es der dritte Bundesliga-Sieg in Serie

  • Dennoch will man in der Domstadt sachlich weiter arbeiten

Hamburg - Dank eines erneut überragenden Simon Terodde und eines bärenstarken Keepers Timo Horn kann das Tabellenschlusslicht 1. FC Köln weiter vom „Wunder“ Klassenerhalt träumen. Am Samstagabend gewannen die Geißböcke beim Hamburger SV mit 2:0 und verkürzten den Rückstand auf die Konkurrenz. Dennoch herrscht bei den Kölnern keine Euphorie, sondern betonte Sachlichkeit.

>>> Alle Infos zu #HSVKOE im Matchcenter

"Nie mehr 2. Liga, nie mehr, nie mehr" oder "Der FC Köln ist wieder da“ sangen die Fans des Tabellenletzten wenige Minuten vor dem Spielende am Samstagabend gegen 20 Uhr im Hamburger Volkspark. Die mitgereisten Fans durften sich zum allerersten Mal in dieser Saison über einen Auswärtssieg freuen. Das 2:0 gegen den HSV war der dritte Erfolg hintereinander. Somit haben die Rheinländer den Abstand zum HSV auf drei Punkte verkürzt, auf den Relegationsplatz 16 haben die Kölner vier Zähler Rückstand (Werder spielt am Sonntag noch in München). Auch wenn die Euphorie vor allem bei den eigenen Fans allmählich steigt, bleiben die Spieler und Trainer Stefan Ruthenbeck realistisch: „Wir haben leidenschaftlich gekämpft und auch ein bisschen Glück gehabt. Die Tore haben wir im richtigen Augenblick geschossen. Wir werden jetzt nicht euphorisch, noch haben wir nichts geschafft“, erklärte Trainer Stefan Ruthenbeck nüchtern.

Tore im richtigen Augenblick

Die richtigen Tore zum richtigen Zeitpunkt schoss erneut Winter-Neuzugang Simon Terodde. Dieses Mal traf er sogar zweimal. Einmal stand er nach einer Ecke richtig und beim zweiten Tor vollendete einen Konter der Kölner eiskalt. Zwei Torschüsse, zwei Tore – so etwas nennt man dann wohl effektiv. "Es war mega intensiv. Hamburg hat in der Anfangsphase enorm Druck gemacht. Wir haben mit Glück das 1:0 und dann zu einem wichtigen Zeitpunkt das 2:0 gemacht. Es war ein wichtiger Sieg, ganz Köln darf heute feiern. Wir haben uns in eine gute Situation gebracht, die wir natürlich noch verbessern wollen", erklärte Matchwinner Simon Terodde freudestrahlend.

Timo Horn feiert den Auswärtssieg nach dem Schlusspfiff in Hamburg © imago / MIS

Neben Terodde war Keeper Timo Horn der Held der Kölner. Schon nach wenigen Sekunden war der Rückhalt des FC hellwach und verhinderte den frühen Rückstand gegen Andre Hahn. Kurz vor der Pause machte er eine große Chance von Filip Kostic zunichte. Ohne den gebürtigen Kölner hätte der FC schon früh zurückgelegen. So ebneten seine Parade den ersten Auswärtssieg. "Timo Horn ist einer von denen, die sich gedemütigt fühlen. Der wirft alles rein, ein richtig großer Keeper, so einen Torwart habe ich noch nie trainieren dürfen", lobte Trainer Ruthenbeck.

Starke Chancenauswertung

Der 1. FC Köln sieht nach dem dritten Sieg in Folge plötzlich wieder ganz viel Licht am Ende des Tunnels. An den letzten drei Spieltagen holte der FC auf den Relegationsplatz 16 acht Punkte auf (sollte Werder am Sonntag nicht punkten). Dennoch läuft bei den Geißböcken noch nicht alles rund. Gegen den HSV waren die Kölner vor allem zu Beginn des Spiels und Anfang der zweiten Hälfte massiv unter Druck. Positiv war jedoch die exzellente Chancenauswertung, denn beide Torschüsse landeten im Tor von Julian Pollersbeck.

>>> Die Trainer-Stimmen zum 19. Spieltag

Zusammenhalt beim 1. FC Köln: Spieler und Trainer bilden nach der Partie einen Kreis © imago / Eibner

Am kommenden 20. Spieltag wollen die Kölner den Rückstand zum Relegationsplatz weiter verkürzen. Zuhause wartet dann der FC Augsburg. Nach drei Siegen in Folge ist der "effzeh" wieder da und auch die Spieler glauben mehr und mehr an das "Wunder". "Wir sind wieder da, jetzt hat es jetzt begriffen. Wir wussten, dass es hier nicht um Fußball geht, sondern nur um die Punkte. Ich muss der Mannschaft heute ein Riesenkompliment machen", freute sich Mittelfeldspieler Marco Höger. Simon Terodde erklärte nach dem Spiel: "Wir können kurz einmal durchatmen, der Anschluss ist geschafft. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass auch der HSV immer noch in einer besseren Ausgangslage ist als wir. Aber Köln ist wieder da."

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage

Video: Koziello vom Derby beeindruckt