An diesen Fragen kommt Du-Ri Cha in Deutschland einfach nicht vorbei. An den Fragen nach seinem Vater Bum-Kun Cha, wie es ihm geht, wie es ist, Sohn eines so berühmten Fußballers zu sein, oder auch der Frage, ob er oft Fragen zu seinem Vater höre.

Doch Du-Ri Cha nimmt all diese Fragen mit Humor - und Professionalität. "Mein Vater war nun mal zu seiner Zeit einer der besten Fußballer in der Bundesliga", weiß der Koreaner. Er weiß auch, dass er seinem Vater vieles zu verdanken hat.

Bei der WM 2002 entdeckt

Aber mit den Jahren rückte der Filius selbst zunehmend ins Rampenlicht. Als Student spielte er für die Korea-Universität in Seoul. Zu jener Zeit entdeckte ihn der damalige Nationaltrainer Koreas, Guus Hiddink. Schließlich wurde Cha als einziger Amateur für den WM-Kader 2002 nominiert. Vier Mal kam er bei dem Turnier, das in seiner Heimat und in Japan stattfand, zum Einsatz. Sensationell erreichte Korea das Halbfinale.

Mittlerweile war man auch in der Bundesliga auf den antrittsschnellen Cha aufmerksam geworden. Leverkusen war als gute Adresse im Hause Cha bekannt, und so unterschrieb der Sohnemann bei der Werkself als Perspektivspieler. Nach Ausleihen an Arminia Bielefeld und Frankfurt blieb Cha schließlich am Main.

Der tiefe Fall

Es folgte eine schwere Zeit. Bei der Eintracht hatte er keinen Stammplatz mehr, was zur Nicht-Nominierung für die WM 2006 führte. Danach kamen der Wechsel nach Mainz und die Umschulung vom Stürmer zum Verteidiger.

"Die Umstellung hat mir Schwierigkeiten bereitet. Und dann haben wir eine grausige Vorrunde mit nur einem Sieg gespielt. Mein Selbstvertrauen war weg. Keine WM, der Abstieg. Das hat mir einen Knacks gegeben", sagte Cha rückblickend.

Eigentlich wollte er nur noch weg aus Deutschland. Doch ein Angebot aus der 2. Bundesliga konnte er nicht ausschlagen. Und nach zwei Jahren bei der TuS Koblenz klingelte plötzlich wieder ein Bundesliga-Verein an Chas Tür: der SC Freiburg.

Neues Kapitel in Freiburg

"Die Feinheit, mit der beim SC nach vorn gespielt wird, ist beeindruckend. Und ich bin überzeugt, dass die Spielweise zu meiner Schnelligkeit passt", meinte der Koreaner nach seiner Verpflichtung. An seine Rolle auf der rechten Abwehrseite hat er sich mittlerweile gewöhnt. Dass er dennoch offensive Qualitäten hat, bewies er in seinem vierten Spiel für die Breisgauer. Sein Tor zum 1:0 machte den Unterschied beim Überraschungssieg gegen den FC Schalke 04.

Irgendwann wird seine Fußballkarriere in Deutschland zu Ende gehen. Doch auch dann wird Cha in zwei Ländern zuhause sein: "Ich werde bestimmt nach dem Ende meiner Karriere nach Korea zurück gehen. Vielleicht mache ich ein Reha-Zentrum auf, da gibt es enormen Nachholbedarf. Das Know-how dazu gibt es hier in Deutschland."

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