Noch ist der Hamburger SV in zwei Wettbewerben voll gefordert, da deuten sich schon die ersten Entwicklungen im Hinblick auf die neue Saison an.

Verteidiger Jerome Boateng hat seine Absicht bekundet, den HSV nach Saisonende zu verlassen. "Jörg Neubauer, der Berater von Jerome Boateng, hat uns darüber informiert, dass der Spieler gerne wechseln möchte. Es gibt aber noch nichts Konkretes", erklärte HSV-Pressesprecher Jörn Wolf.

Ein Ziel und ein Traum

Bis es zu einem Wechsel kommen könnte, stehen für Boateng und den HSV aber noch mindestens sechs, hoffentlich sieben, wichtige Spiele auf dem Programm. In den verbleibenden vier Bundesligapartien möchten sich die Hamburger mindetens Platz 6 und die damit sehr wahrscheinliche Teilnahme an der Europa League sichern.

Zudem lebt der große Traum der "Rothosen" vom Einzug ins Europa-League-Finale in der heimischen HSH Nordbank Arena vor den zwei Halbfinal-Begegnungen mit dem FC Fulham weiter.

Da kommt es den Norddeutschen natürlich sehr gelegen, dass sie mit dem überzeugenden 3:1-Erfolg bei Standard Lüttich und dem Last-Minute-Sieg in Bochum (2:1) wieder in die Erfolgsspur eingebogen sind. In der Bundesliga war es das Ende einer Negativserie von zuvor vier Spielen ohne Sieg.

Hamburger fürs riskante Spiel belohnt

Beim VfL Bochum siegte hatte der HSV in letzter Minute triumphiert. Nach der frühen Hamburger Führung durch ein Kopfballtor von Robert Tesche (18. Minute) und dem Bochumer Ausgleich durch einen Volleyschuss von Zlatko Dedic (32.) sah es bis kurz vor Schluss nach einem leistungsgerechten Unentschieden aus. Ein Eigentor des Schweden Andreas Johansson in der 88. Minute ließ die Hanseaten doch noch jubeln.

Mit dem Sieg beendete die Mannschaft von Bruno Labbadia nicht nur ihre Wochen ohne "Dreier", sondern auch noch zwei andere Negativserien. Es war der erste "Dreier" in Bochum seit September 2004 und zusätzlich der erste Bundesligasieg nach einem Europa-League-Spieltag in der in der laufenden Rückrunde.

Dementsprechend erleichtert zeigte sich HSV-Coach Bruno Labbadia. "Es war das erwartet intensive Spiel gegen eine sehr laufstarke Bochumer Mannschaft. Nach dem 1:0 hatten wir die Möglichkeit den zweiten Treffer nachzulegen, vergeben diese Chance aber. Am Ende gehört natürlich auch etwas Glück dazu und wir konnten uns für das riskante Spiel belohnen", sagte er.

"Die Schlagsahne auf dem Kuchen"

Die Hamburger halten also Kurs auf ihr Saisonziel, den internationalen Wettbewerb, und auf ihren großen Traum, das Finale am 12. Mai vor den eigenen Fans.

"Das wäre wie Schlagsahne auf dem Kuchen. Das ist fantastisch. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Wir haben sowohl in der Bundesliga als auch im Europapokal noch Ziele", sagte Stürmer-Star Ruud van Nistelrooy.

Nordderby am letzten Spieltag

Sich für die erneute Qualifikation für den internationalen Wettbewerb nur auf den möglichen Titelgewinn in der Europa League zu verlassen, ein gewagtes Spiel wäre, gilt es für den HSV, auch in der Bundesliga weiter Gas zu geben. "Wir hatten eine super Woche. Nun gilt es, die nächsten Spiele selbstbewusst anzugehen", betont Kapitän David Jarolim.

Die Heimbilanz gegen den nächsten Gegner 1. FSV Mainz 05 ist mit zwei Siegen und einem Unentschieden positiv. In Hoffenheim konnten der HSV in der vergangenen Saison nicht gewinnen. Das soll sich am 32. Spieltag ändern. Im letzten Heimspiel empfangen die Hanseaten die abstiegsgefährdeten Nürnberger, die in 27 Partien in der HSH-Nordbank-Arena erst vier Mal einen "Dreier" entführen konnten.

Am 34. Spieltag kommt es nicht nur zum Nordderby, sondern womöglich auch zum Entscheidungsspiel gegen den Nordrivalen Werder Bremen, der ebenfalls im Rennen um die internationalen Plätze mitmischt.

Vera Schmidt

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