Düsseldorf - Es ist vollbracht. Fortuna Düsseldorf hat den Aufstieg in die Bundesliga geschafft und kickt nach 15 Jahren endlich wieder im Konzert der Großen mit. Das hart erkämpfte gegen Hertha BSC reichte den Düsseldorfern nach dem 2:1-Hinspielsieg an der Spree.

Die Freude kannte keine Grenzen mehr. Denn nach einer bestenfalls mittelprächtigen Rückrunde mit zahlreichen Rückschlägen war die Fortuna am Ende, als es um Alles oder Nichts ging, wieder da. Die Mannschaft glaubte an ihre Chance und packte sie couragiert am Schopf. Was folgte, waren Emotionen pur.

15 Jahre Leidenszeit vorbei



Maximilian Beister etwa, der die Fortuna schon nach 25 Sekunden mit einer feinen Einzelleistung und einem fulminanten Distanzschuss in Führung brachte, war sichtlich bewegt. Es war sein letzter Auftritt im roten Fortuna-Trikot, bevor er zurück zum Hamburger SV geht. Mit stehenden Ovationen wurde er bei seiner Auswechslung gefeiert.

"Das zeigt auch, dass die Fans meine Leistung honoriert haben", freute sich der Blondschopf. "Die Fans haben 15 Jahre auf die Bundesliga gewartet und haben es verdient, dass die Fortuna jetzt wieder in der Bundesliga spielt. Es ist einfach nur geil. Ich wünsche der Fortuna nächstes Jahr alles Gute und definitiv den Klassenerhalt."

"Wir haben niemals aufgegeben"



Kaum ein anderer Spieler als "Maxi" Beister verkörperte die Berg- und Talfahrt der Fortuna in dieser Saison, dieses grandiose Auf der Rekordvorrunde und das Ab der Rückserie mit nur noch vier Siegen.
"Ich werde die Fortuna immer verfolgen und gehe jetzt mit erhobenem Haupt zurück nach Hamburg und mit Wehmut. Es war anfangs nicht einfach für mich, ich musste viel einstecken. Ich musste viel Lehrgeld zahlen und lernen, auch auszuteilen. Dann habe ich den Kampf angenommen. Und das hat sich ausgezahlt", meinte Beister.

Über den Kampf haben sich die Rheinländer wieder zurück gemeldet, im Saisonendspurt die nötigen Punkte geholt und dann im Showdown den Bundesligisten in zwei Spielen glücklich, aber nicht unverdient niedergerungen. "Der Zusammenhalt und die Begeisterung haben uns ausgezeichnet", jubelte Fortuna-Trainer Norbert Meier. "Wir haben niemals aufgegeben."

Karl-Heinz Meyer vormittags beerdigt



Jetzt wartet viel Arbeit auf den Vorstand, dessen besonnenes Handeln und Setzen auf Kontinuität vor allem in der Trainerfrage auch in schlechten Zeiten sich in den letzten Jahren ausgezahlt haben. In acht Jahren startete der Traditionsverein von der Viertklassigkeit zurück in die Bundesliga durch.

Wie dicht Glück und Trauer beieinander liegen, wurde sogar am Tag des Aufstiegs deutlich. Vormittags noch fand die Beerdigung des ehemaligen Fortuna Präsidenten Karl-Heinz "Charlie" Meyer statt, der die Düsseldorfer in ihrer schwersten Stunde in den Jahren 2002 bis 2004 geführt hatte. Am Abend dann der Freudentaumel in der Esprit-Arena.

"Wir arbeiten knallhart weiter"



Seit drei Jahren ist Wolf Werner der Sportdirektor der Fortuna. "Die Bundesliga war nicht das Ziel, als ich hierher gekommen bin. Wir wollten den Verein strukturell verbessern. Das haben wir geschafft", bilanziert der 70-Jährige stolz. "Alle Jugendmannschaften spielen derzeit in den höchsten Ligen. Wir haben immer Kontinuität gewahrt und verstärkt. Wenn man nach so vielen Jahren wieder in die Bundesliga zurückkehrt, ist das für die Stadt ein wahnsinniger Imagegewinn. Marketingfachleute haben gesagt, dass wir vom Image her einen zweistelligen Millionenmarktwert für die Stadt Düsseldorf haben."

Auf den Manager und seine Kollegen wartet jetzt viel Arbeit, müssen doch zahlreiche Vertragsgespräche geführt und ein schlagkräftiger Kader für die Bundesliga zusammengestellt werden. "Wir arbeiten so knallhart weiter wie im letzten Jahr auch", verspricht Fortunas Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth. "Es muss genauso viel passieren, wie nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga passiert ist. Wir haben an allen Stellen ein gutes Team und nehmen die Herausforderung gerne an." Auf diese Fortuna kann sich die Bundesliga freuen.

Aus Düsseldorf berichtet Tobias Gonscherowski