Bastian Schweinsteiger hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich - © Pool/Getty Images
Bastian Schweinsteiger hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich - © Pool/Getty Images
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Bastian Schweinsteiger: "Ich weiß, wie man erfolgreich sein kann"

Bastian Schweinsteiger hat sich im Laufe seiner Karriere vom Lausbub zum Leader entwickelt. Im Interview mit dem DFL MAGAZIN (Ausgabe 1/21) spricht der "Fußballer des Jahres" von 2013 über seine lange und erfolgreiche Karriere, über Charakterbildung und seine Zukunftspläne.

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Herr Schweinsteiger, wie oft juckt es Sie noch, selbst gegen den Ball zu treten?

Bastian Schweinsteiger: Ehrlich gesagt juckt es mich gar nicht. Nur wenn ich Fußball schaue, möchte ich manchen Pass noch gern spielen.

Den Pass, den der Mann am Ball gerade nicht spielt?

Schweinsteiger: Genau. Über die Jahre gewinnt man die Erfahrung, wie man mit Spielsituationen umgeht, wie man sie löst, und dann macht Fußball sehr viel Spaß. Und manchmal, wenn ich jetzt vor dem Fernseher sitze, würde ich in dem Moment gern den richtigen Pass spielen.

Keine Sentimentalität?

Schweinsteiger: Nein, ich habe keine Sehnsucht mehr nach dem Fußballspielen. Inzwischen habe ich andere Interessen.

Was ist geblieben vom Leben als Leistungssportler? 

Schweinsteiger: Viel. Vor allem eine gewisse Disziplin, nicht nur bei mir, auch bei meiner Frau. Wir machen viel Sport zusammen, Radfahren, Laufen, Fitness, Golf, Tennis. Wir sind eine sehr sportliche Familie, kommen beide auch aus sehr sportlichen Familien. Von daher sind Disziplin und Ordnung schon noch da. Aber all das auf entspannte Weise.

Mal eine kleine Eheberatung, bitte. Es gilt ja als schwierig, wenn Mann und Frau aus derselben Branche kommen, weil dann Berufs- und Eheleben sich vermischen. Bei Steffi Graf und Andre Agassi scheint diese Mischung aber gut zu funktionieren. Auch bei Ana Ivanovic als ehemaliger Weltranglistenersten im Tennis und Ihnen?

Schweinsteiger: Aber ja. Für mich ist es super. Ich konnte schon vorher ein bisschen Tennis spielen, und jetzt habe ich eine Tennislehrerin, bei der ich umsonst eine Tennisstunde bekomme. Das Schöne ist: Wenn ich mit jemand anderem spiele, landet der Ball nach dreimal hin und her im Netz oder im Aus, aber mit ihr kann man 20, 30 Mal den Ball spielen. Bis ich ihn dann ins Netz schieße.

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Nach insgesamt 17 Jahren beim FC Bayern München, davon 13 als Profi, gingen Sie zu Manchester United, dann zu Chicago Fire, wo Sie 2019 die Karriere beendeten. Was haben Sie von diesen zwei späteren Stationen mitgenommen?

Schweinsteiger: Im "Old Trafford" zu spielen, einem Stadion mit unglaublicher Stimmung, die Premier League zu erleben, das reizte mich sehr, und ich bereue es nicht, weil es mich enorm weitergebracht hat. Und Amerika auch. Ich habe dort viel gelernt, als Spieler, als Mensch. In Chicago hatte ich mit die schönsten Jahre. In München hatte ich die größten Erfolge, auch dort waren es tolle, unvergessliche Jahre.

In Chicago haben Sie hingegen nichts gewonnen.

Schweinsteiger: Als Spieler willst du immer gewinnen. Diese Mentalität habe ich immer mit einzubringen versucht. Auch in Chicago. Mein Ziel war es aber immer auch, etwas aufzubauen. Meine Erfahrungen aus Europa dort zu vermitteln, dem Verein damit zu helfen, das war mir sehr wichtig. Die Dimension der anderen US-Ligen zu sehen, wie groß das dort ist, Baseball, Football, aber auch zu erleben, wie die MLS wächst, und dabei mitzuhelfen – das hat viel Spaß gemacht.

Viele in Deutschland sahen den Gang in die USA als Rückschritt.

Schweinsteiger: Für mich war dieser Schritt unheimlich gut – von München, dann Manchester, zwei der größten Clubs der Welt, zu einem Club in der MLS. Es fühlte sich für mich so an, als wenn ich zurück in meine Heimat Oberaudorf käme. Ich hatte keine Anpassungsprobleme, und es war etwas ruhiger in Chicago.

Also: gemütlicher?

Schweinsteiger: Genau. Ich war dort ein bisschen abseits der Öffentlichkeit, konnte mich freier bewegen. Und wir haben dort eine Familie gegründet, unsere beiden Kinder sind dort geboren.

In der aktuellen Ausgabe 1|21 des DFL MAGAZINS erzählt Bastian Schweinsteiger außerdem von seinem Verhältnis zu den Trainern in seiner Laufbahn und erklärt, welchen Stellenwert die Bundesliga in den USA und England besitzt. Das gesamte Gespräch gibt es in der kostenlosen E-Paper-App für Smartphones und Tablets.