Um als Trainer in der Bundesliga arbeiten zu dürfen, bedarf es einer gründlichen, fundierten und gewissenhaften Ausbildung. bundesliga.de präsentiert einen Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten auf dem Weg zum Fußball-Lehrer.

Welche Trainerlizenzen gibt es überhaupt?

Das Lizenzsystem des DFB ist vierstufig aufgebaut. Auf der untersten Ebene befindet sich die "Trainer-C-Lizenz" (UEFA B Level), darüber kommt die "B-Lizenz "(UEFA B Level). Die dritte Stufe ist die "A-Lizenz" (UEFA A Level) und schließlich folgt als höchste Qualifikation die "Fußball-Lehrer-Lizenz" (UEFA Pro Level).

Hierarchisch untergeordnet sind verschiedene Basisqualifikationen wie der "Trainer C – Breitenfußball" oder als Lizenzvorstufe der "Teamleiter" für Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder für Freizeit- und Breitensport.

Welche Lizenz gilt für welche Liga?

Als C-Lizenz-Trainer darf man alle Amateurteams bis einschließlich Oberliga betreuen, alle Frauenmannschaften (außer Bundesliga) sowie alle Nachwuchsteams bis auf die Junioren-Regionalliga und -Bundesliga. Der Einsatzbereich des B-Trainers erstreckt sich darüberhinaus auch auf die Junioren-Regionalliga, er darf ebenso als DFB-Stützpunkttrainer, als Honorartrainer (Junioren) der Landesverbände oder in den Leistungszentren der Lizenzverbände arbeiten. Der A-Trainer darf alle Amateur-, Junioren- und Frauenteams betreuen und als Honorartrainer der Landesverbände sowie als C-Lizenz-Ausbilder arbeiten. Der Fußball-Lehrer schließlich ist hauptamtlich beim DFB, bei den Lizenzmannschaften, als Leiter eines Leistungszentrums oder bei den Verbänden beschäftigt.

Was sind die Voraussetzungen, um an einer Ausbildung teilzunehmen?

Generell gilt: Die einzelnen Ausbildungsstufen sind aufeinander aufgebaut. Um beispielsweise die B-Lizenz zu erwerben, muss man im Besitz der C-Lizenz sein; für die A-Lizenz ist die B-Lizenz die Voraussetzung usw. Die Kandidaten müssen ihrer schriftlichen Bewerbung umfangreiche Unterlagen beilegen (ärztliches und polizeiliches Zeugnis, Erste-Hilfe-Schein etc.) und grundsätzliche Eignungstests bestehen.

Bei der Grundstufe der C-Lizenz muss der Nachweis erbracht werden, dass der Kandidat selbst in einem Verein eines der FIFA angehörigen Nationalverbandes Fußball gespielt hat und Mitglied in einem Verein eines Mitgliedsverbandes des DFB ist.

Für die B-Lizenz muss man eine mindestens einjährige Trainertätigkeit mit der DFB-C-Lizenz ebenso nachweisen wie die aktive Mitarbeit in einem DFB-Stützpunkt im Umfang von mindestens 20 Trainingseinheiten bzw. zehn Trainingsabenden. Eine Ausnahme gibt es für Ex-Profis: Wer mindestens zehn A-Länderspieleinsätze oder eine mindestens siebenjährige Karriere als Lizenzspieler vorweisen kann, darf direkt mit der Ausbildung zur B-Lizenz beginnen. A-Lizenz-Trainer kann wiederum nur derjenige werden, der eine einjährige Tätigkeit als B-Lizenz-Trainer nachweisen kann.

Für den Fußball-Lehrer müssen die Bewerber mindestens ein Jahr als verantwortlicher Seniorentrainer in der Regionalliga oder in der 5. Spielklasse oder mindestens ein Jahr als verantwortlicher Trainer einer A- oder B-Juniorenmannschaft in den Bundesligen oder mindestens ein Jahr als Co-Trainer einer Mannschaft der Bundesliga oder der 2. Bundesliga oder der 3. Liga oder mindestens ein Jahr als leitender DFB-Stützpunktkoordinator (Vollzeitkraft) gearbeitet haben.

Wer übernimmt die Ausbildung?

Die C-Lizenz liegt in den Händen der Landesverbände, welche die Ausbildung selbst durchführen. Die höheren Lizenzen fallen in den Zuständigkeitsbereich des DFB.

Wie lange dauert es bis zum Erhalt der Lizenz?

Für den C-Trainer braucht es 120 Lerneinheiten und 20 Prüfungseinheiten, die innerhalb von dreieinhalb Wochen absolviert werden. Für die B-Lizenz muss der Bewerber 80 Lerneinheiten sowie 20 Prüfungseinheiten in zweieinhalb Wochen hinter sich bringen. Die A-Lizenz gibt es nach 100 Lerneinheiten zuzüglich der 20 Prüfungseinheiten. Die Ausbildung zum Fußball-Lehrer dauert insgesamt elf Monate (46 Wochen zuzüglich zwei Wochen Prüfung). Dabei folgt die Unterteilung in Unterrichtsblöcke in der Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln und Praktikumsphasen in Verein und Verband. Eine Unterrichtswoche umfasst 35 bis 40 Unterrichtsstunden.