Der nach eigener Aussage "glücklichste Mensch auf Erden" ist in Hamburg angekommen - und seit Donnerstag auch seine Familie. Es sind aufregende Tage für Mladen Petric, in denen ihm anscheinend alles gelingt.

Am Mittwoch sorgte er in der 2. Runde des DFB-Pokals mit einem "Doppelpack" (9./90.+2) für den 2:0 (1: 0)-Erfolg des Hamburger SV gegen den VfL Bochum, einen Tag später zogen das eine Woche alte Töchterchen Melina Charlize und Ehefrau Despina in die neue Wohnung in der Hansestadt.

"Habe sie sehr vermisst"

"Ich habe sie sehr vermisst, ich freue mich unheimlich, jetzt ist die Familie endlich vereint", sagte der 27-Jährige, der seinen ersten Treffer mit der "Babyschaukel" feierte, "meine kleine Tochter hat mir unheimlich Kraft gegeben".

Trainer Martin Jol schien die zusätzliche Energie durch das neue Familienglück geahnt zu haben. Erstmals nach seinem Wechsel aus Dortmund zum HSV durfte der Kroate für seinen neuen Verein von Anfang an auflaufen.

"Wir wissen ja, was er kann", meinte der niederländische Coach, "ich dachte, jetzt ist der Moment gekommen, dass er mal anfangen muss".

Jol fühlt den "richtigen Zeitpunkt"

Nach dem ersten Bundesligaspieltag war Petric am 17. August im Tausch mit Mohamed Zidan und zuzüglich einer Ablöse von Borussia Dortmund an die Elbe gewechselt. Bislang aber musste er sich mit einer Rolle als Edeljoker begnügen. Stress mit dem Umzug, Nationalmannschaftseinsätzen und der bevorstehenden Niederkunft seiner Frau verhinderten eine optimale Eingewöhnung an seine neue Umgebung und volle Konzentration auf den Job.

Vor der Partie gegen Bochum hatte er Jol aber signalisiert, dass er sich bereitfühlt: "Ich habe das Gefühl, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist." Sein Gefühl trog ihn nicht.

Jansen spielt durch, Brasilianer draußen

"Mladen kommt jetzt langsam in Form, das ist gut für uns", sagte auch Marcell Jansen. Der ehemalige Münchner ist noch nicht ganz so weit, ihm fehlt sichtbar noch Fitness und Spielpraxis. Dennoch durfte er gegen den VfL im linken Mittelfeld durchspielen.

Die beiden Brasilianer Thiago Neves und Alex Silva, ebenfalls Millionen-Investitionen in die Zukunft, mussten 90 Minuten auf der Bank sitzen. Ihre Integration ist noch nicht gelungen, der HSV 2008 ist noch ein "Work in Progress".

Bochum zu mutlos

Obwohl die Partie nach einer überzeugenden Anfangsphase über weite Strecken spielerisch keine Offenbarung war, war Jol zufrieden: "Es war das vierte Spiel in zehn Tagen, das hat man gemerkt", meinte der Niederländer, "wichtig, das wir auch hinten gut gestanden haben und kein Tor zugelassen haben."

Dafür war der Gegner im Angriff auch nicht durchschlagkräftig genug. "Wir waren über 90 Minuten zu mutlos", sagte VfL-Trainer Marcel Koller, "uns hat die Genauigkeit gefehlt, um Torgefahr raufzubeschwören."