Köln - Trotz mäßiger Hinrunde erfreut sich der SV Werder Bremen im Ausland großer Beliebtheit: Im 7500 Kilometer entfernten und durch sieben Zeitzonen getrennten Peking erfährt die Mannschaft von Thomas Schaaf gerade einen kleinen Boom.

Ausgelöst wurde dieser durch Hartmut Heine und seinen zehnjährigen Sohn Hermann. Heine ist gebürtiger Bremer und lebt und arbeitet seit mittlerweile fast 30 Jahren in China, aber den SV Werder hat er immer vermisst.

"Werder Fanclub Peking" wächst und wächst

Da sein Sohn ebenfalls ein Grün-Weißer ist, kamen die beiden auf die Idee, in Peking eine Oase für Werder-Fans zu errichten: Der "Werder Fanclub Peking" war geboren. Dass dieser Fanclub der 500. offiziell eingetragene Bremer Fanclub ist, ist ein glücklicher Zufall, unterstreicht aber die Besonderheit dieses Clubs.

Im Entfernungsranking müssen sie sich zwar den noch 1500 km weiter von Bremen entfernten "Dragons Hong Kong" geschlagen geben, doch die Zuwachszahlen sind rekordverdächtig: Am 3. September 2010 offiziell gegründet, gesellten sich zu den Gründungsmitgliedern Hartmut und Hermann Heine bis Ende September fast 50 weitere Werder-Fans aus China hinzu.

Auch chinesische Austauschstudenten im Fanclub

"Wir haben etwa 60 Prozent chinesische Fans, der Rest sind Deutsche, davon die meisten aus Bremen", berichtet Heine. Die meisten Mitglieder wohnen in Peking, aber auch andere Städte und Regionen Chinas sind vertreten. Darüber hinaus auch chinesische Austauschstudenten, die gerade in Deutschland studieren und vom Virus SV Werder infiziert worden sind.

Mindestens einmal im Monat trifft sich diese bunte Mischung von Fußball-Fans in "Frank s Place", der ältesten Sportsbar Pekings, um mit ihrer Mannschaft mit zu fiebern und zu leiden. Die Bundesliga ist in China sehr präsent. Fast alle Spiele werden live im Fernsehen gezeigt. Das erklärt auch die große Anzahl chinesischer Werder-Fans.

"Die 100er Marke der Mitglieder knacken"

Ein Umstand, der Heine von Großem träumen lässt: "Unser Ziel ist es, irgendwann den SV Werder nach Peking zu holen, um einige Freundschaftsspiele mit Teams der chinesischen Liga zu veranstalten. Außerdem möchten wir bis zum Saisonende die 100er Marke der Mitglieder knacken."

Zumindest was die Mitgliedszahlen betrifft, stehen die Chancen gut, denn fast täglich gehen bei Heine Mails von Werder-Anhängern ein, die dem Fanclub beitreten möchten.

Damit es auch weiterhin durch Peking hallt: "Tooor!", beziehungsweise "zúqiúmén!"

Florian Reinecke