Hamburg/Dortmund - Ein paar Spieltage lang sah es für den Hamburger SV eher nach einem Platz im Mittelfeld der Tabelle aus. Durch den 2:1-Sieg am vergangenen Wochenende gegen 1899 Hoffenheim haben die "Rothosen" jedoch wieder den Anschluss an die internationalen Plätze geschafft.

Nun folgt mit dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund der nächste Gradmesser. bundesliga.de sprach mit HSV-Stürmer Mladen Petric, der in der Saison 2007/08 selbst beim BVB kickte, über den Saisonverlauf der Hanseaten, was er dem BVB zutraut, und darüber, wie der Spitzenreiter zu knacken ist.

bundesliga.de: Herr Petric, herzlichen Glückwunsch zum 2:1-Sieg gegen Hoffenheim und Ihrem entscheidenden Treffer! Wie schätzen Sie die bisherige Leistung Ihres Teams nach dem Erfolg vom Wochenende ein?

Mladen Petric: So wie wir gegen Hoffenheim in der zweiten Halbzeit gespielt haben müssen wir immer auftreten. Wir haben uns sehr viele gute Möglichkeiten erspielt und haben uns vor allem in der Schlussphase für unseren Aufwand, den wir betrieben haben, belohnt. Das war zum Beispiel zuletzt in Köln oder zuhause gegen Wolfsburg nicht der Fall. Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass in dieser Saison vieles für uns möglich ist.

bundesliga.de: Hamburg drohte im Mittelfeld stecken zu bleiben. Woran lag es, dass es bisher eher durchwachsen gelaufen ist?

Petric: Wir haben in einigen Spielen teilweise haarsträubende Fehler gemacht. Solche Dinge dürfen uns einfach nicht passieren.

bundesliga.de: Wie wird sich die Situation im Sturm ändern, wenn Ruud van Nistelrooy wieder fit ist? Immerhin gibt es maximal drei Plätze für fünf Stürmer.

Petric: Ich sehe da ehrlich gesagt überhaupt kein Problem. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass alle fit sind. Es ist überhaupt sehr wichtig und gut, wenn alle Spieler fit sind. Ich freue mich, wenn Ruud wieder mit dabei ist.

bundesliga.de: Sie stehen jetzt mit dem HSV auf Rang 6, nun geht es jedoch nach Dortmund. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Petric: Dortmund steht ganz oben, sie haben einen Lauf und werden zuhause von 80.000 Zuschauern unterstützt. Deshalb wird es natürlich nicht leicht für uns. Die ersten Minuten werden sehr entscheidend sein. Wenn wir uns gut präsentieren, wie zuletzt gegen Hoffenheim, müssen wir uns nicht verstecken.

bundesliga.de: Wo sehen Sie Schwächen beim BVB, die der HSV nutzen könnte?

Petric: Dortmund hat viele flinke Spieler. Wenn sie den Ball haben, geht nach vorne die Post ab. Doch somit ergeben sich für uns auch Räume, wenn wir die Bälle früh abfangen. Wir müssen es zudem schaffen, den Ball in unseren Reihen zu halten.

bundesliga.de: Wie beurteilen Sie die Entwicklung, die Dortmund in dieser Saison genommen hat?

Petric: Dortmunds Entwicklung ist sehr positiv, das ist klar. Sie spielen offensiven Fußball und haben dafür eben die richtigen Leute verpflichtet. Und aktuell haben sie durch die vielen Siege zudem eine gehörige Portion Selbstvertrauen.

bundesliga.de: Was trauen Sie der Borussia diese Saison zu?

Petric: Die Borussia ist ohne Frage ein Kandidat für ganz oben. Es ist der Mannschaft durchaus zuzutrauen, dass sie die Leistung konstant beibehält. Ob es denn wirklich so kommt, wird man sehen.

bundesliga.de: Sie waren ja selbst einmal beim BVB. Was ist der Unterschied zwischen der Borussia zu Ihrer Zeit und der von heute?

Petric: Das ist schwer zu sagen. Es sind ja kaum noch Spieler dabei, mit denen ich damals zusammengespielt habe. Und auch unter Trainer Jürgen Klopp habe ich nicht allzu lange gespielt. Da kann ich also nicht wirklich viel sagen. Was mir damals aufgefallen ist: Das Trainerteam hat sehr viel mit Videosequenzen gearbeitet. Doch das ist bei uns auch der Fall.

bundesliga.de: Was wäre Ihr idealer Spielverlauf für das Spiel in Dortmund?

Petric: Das Spiel zu gewinnen wäre ideal und ist unser Ziel. Der Spielverlauf ist eher zweitrangig.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig