Nationalverteidiger Marvin Compper schwelgte in Gedanken schon beim Finale in Berlin, doch Trainer Ralf Rangnick hat seinen Spielern den Traum vom Triumph im DFB-Pokal vorerst noch verboten.

"Der Pokal wird erstmal hinten angestellt", sagte Rangnick nach dem 4:0 (0:0) von Bundesligist 1899 Hoffenheim gegen Zweitligist TuS Koblenz und dem dritten Einzug ins Viertelfinale: "Die volle Konzentration gilt jetzt der restlichen Hinrunde in der Liga."

"Ruckzuck ist man in Berlin"

Doch Compper ließ sich das Träumen nicht verbieten. "Im Pokal ist alles möglich. Da kann man auch mal ein Spiel bei Bayern München gewinnen - und ruckzuck ist man in Berlin", sagte Compper, der den Torreigen in der zweiten Halbzeit mit seinem Treffer zum 4:0-Endstand (90.) beendete.

Aller guten Dinge sind drei, denkt sich Compper - und in der Tat haben die Hoffenheimer gute Chancen, erstmals in die Vorschlussrunde des Cups einzuziehen. Doch da sich die Kraichgauer in der ersten Halbzeit schwer taten, traut Rangnick der Stärke seines Teams noch nicht so ganz und wünscht sich "von der Losfee am liebsten wieder ein Heimspiel gegen einen Zweitligisten".

Rückschlag für Obasi

Erst nach dem direkt verwandelten Freistoß von Sejad Salihovic (50.) zeigten die Hoffenheimer phasenweise ihr gefürchtetes schnelles Direktspiel. Torjäger Vedad Ibisevic (67.), der nach seinem Kreuzbandriss im Januar auf dem Weg zu alter Stärke ist, und sein brasilianischer Sturmpartner Maicosuel (71.) erhöhten innerhalb von nur fünf Minuten auf 3:0 und sorgten für die Vorentscheidung.

Doch es gab auch einen Wermutstropfen für die Hoffenheimer. Der Nigerianer Chinedu Obasi musste nach einem 20-minütigen Intermezzo in der zweiten Halbzeit mit erneuten Problemen im Oberschenkel ausgewechselt werden. Sein Einsatz im Punktspiel am Sonntag beim SC Freiburg ist fraglich.

Rapolder schwärmt vom Gegner

Dagegen kann Rangnick auf die Rückkehr von Demba Ba und Andreas Beck hoffen, deren Muskelfaserrisse auskuriert sind. In Freiburg will Hoffenheim nach zwei Auswärtsniederlagen in Folge unbedingt punkten, um den Kontakt zur Spitze zu wahren.

Geht es nach Koblenz-Coach Uwe Rapolder, der 50 Kilometer von Hoffenheim entfernt in der Nähe von Heilbronn aufgewachsen ist, hat 1899 alle Möglichkeiten, um sowohl in der Liga als auch im Cup ganz vorne mitzumischen. "Hoffenheim zeigt Kombinationen, die man selbst als gegnerischer Trainer gerne anschaut", schwärmte Rapolder.