Köln - Christoph Kramer strahlt bei seiner Vorstellung. Dem 25-Jährigen Mittelfeldspieler, der nach einem Jahr bei Bayer 04 Leverkusen zu Borussia Mönchengladbach zurückkehrt, ist anzusehen, dass er sich auf seine neue sportliche Heimat freut. Mit seiner Verpflichtung sind große Hoffnungen verbunden.

Die zurückliegende Saison war insgesamt eine enttäuschende für Kramer. Obwohl er bei Leverkusen zu 28 Bundesliga-Einsätzen kam und sich am Ende mit Bayer für die Champions League qualifizierte, erreichte er dort doch nicht ganz das Niveau der beiden Vorjahre, in denen er als Leihspieler in Mönchengladbach überzeugte.

Dass die Leverkusener Verantwortlichen für die kommende Spielzeit mit Julian Baumgartlinger vom FSV Mainz 05 einen neuen Spieler für Kramers Position im defensiven Mittelfeld verpflichteten, machte seine Situation nicht einfacher. Wie gut, dass man Kramers Qualitäten in Gladbach noch in guter Erinnerung hatte. Als dort durch den Abgang von Granit Xhaka zum FC Arsenal Bedarf an einem guten Sechser entstand, war Sportdirektor Max Eberl daher schnell klar, welche Nummer er wählen müsste.

"Der Verlust von Christoph im vergangen Sommer hat uns wehgetan. Wir sind aber in Kontakt geblieben. Jetzt sind wir froh, dass er zurück ist", sagt Eberl, der sich erinnert: "Chris hatte bei uns zwei fantastische Jahre." In der Tat hatten Kramers Leistungen auf der Position vor der Abwehr großen Anteil daran, dass sich Gladbach 2014 für die Europa League qualifizierte und 2015 sogar Platz drei in der Bundesliga erobern konnte.

Kramer freut sich auf die Verantwortung

Die Situation, die Kramer bei seiner Rückkehr vorfindet, ist allerdings eine gänzlich andere als bei seinem Abgang vor einem Jahr. Damals war Xhaka sein Nebenmann auf der Doppelsechs, ein echter Führungsspieler der Gladbacher Mannschaft. Nun spielt der junge Mahmoud Dahoud neben ihm - und an Kramer wird die Erwartung gestellt, Führungsaufgaben zu übernehmen. "Christoph soll unserer jungen Mannschaft Halt geben. Seine Persönlichkeit ist ein wichtiger Aspekt für uns", betont Eberl.

Kramer kann sich mit seiner neuen Rolle durchaus anfreunden. "Ich freue mich, wenn ich Verantwortung übernehmen darf. Ich glaube, diese Rolle liegt mir", erklärt der gebürtige Solinger. Obwohl er erst in sein viertes Bundesliga-Jahr geht, ist er gerade auch aufgrund seiner internationalen Erfahrung für diese Rolle prädestiniert. In seiner Vita stehen schließlich schon zwölf Länderspiele - inklusive Weltmeistertitel.

Die verrückte Saison der Fohlen im Video:

Für einen Kaderplatz bei der Europameisterschaft hat es leider nicht gereicht. In diesem Sommer muss Kramer seinen Kollegen von der Nationalmannschaft also am Fernsehbildschirm zuschauen. "Schade" findet er das natürlich, aber Kramers Enttäuschung hält sich in Grenzen. Er blickt lieber voraus auf die neue Bundesliga-Saison mit Gladbach. Und bei dem Gedanken daran kehrt das Strahlen schnell zurück. "Ich weiß, dass ich mich bei Borussia angekommen fühlen kann und möchte hier möglichst lange spielen." Deshalb hat er auch gleich bis 2021 unterschrieben.

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