Leverkusen - Acht Tore in den vergangenen sechs Spielen: Javier "Chicharito" Hernandez hat bei Bayer Leverkusen einen Traumstart hingelegt. In einer dreiteiligen Serie gibt der neue Stürmer-Star Einblicke in sein Leben. Der letzte Teil thematisiert seine Ankunft in Deutschland, die Integration in die Mannschaft und die ambitionierten Ziele mit der Werkself.

Nicht nur das lang andauernde Interesse der Rheinländer war entscheidend, dass Chicharito den Schritt nach Deutschland gewagt hat. Auch die Bundesliga hat bei dieser Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt.

"Eine der besten Ligen der Welt"

"Für mich gehört die Bundesliga zu den drei besten Ligen der Welt, neben der Primera Division (Spanien) und der Premier League (England)", sagt Hernandez im exklusiven Gespräch mit bundesliga.de. "Natürlich hat mich die Bundesliga beeindruckt. Es ist für mich eine neue Herausforderung, eine Luftveränderung. Ich wollte neue Dinge lernen, eine neue Kultur, ein neues Land, eine neue Sprache und ein neuer Spielstil und eine neue Liga. Einfach alles!"

Chicharito jubelt mit Mehmedi © imago

Der Umstieg ist Chicharito nicht schwer gefallen - im Gegenteil. Der Mexikaner hat sich schnell integriert und sorgte bereits in seinen ersten Partien für Aufsehen. "Es ist einfach, sich (auch neben dem Platz) anzupassen", sagt er. "Ich habe einen sehr guten Trainer, ein tolles Team und einen Übersetzer, der mir in jeder Sekunde weiterhelfen kann. Der Verein hilft mir bei der Integration sehr. Natürlich ist die Sprache für mich und meine Freundin Lucia sehr hart. Aber glücklicherweise spricht hier jeder Englisch, so dass wir problemlos kommunizieren können. Wir haben uns schon gut eingelebt und freuen uns darauf, uns in eine Kultur samt ihren neuen Herausforderungen zu integrieren."

Viele gute Typen

Auf und neben dem Platz hat sich Chicharito prächtig akklimatisiert, seine sehr guten Leistungen haben auch weltweit für Aufsehen gesorgt. “Ich danke Gott dafür, dass alles so schnell geklappt hat”, sagt der Mexikaner. “Ich lerne jeden Tag, so wie es auch mag, und der ganze Verein hilft mir dabei: der Trainer, seine Assistenten und meine Teamkollegen. Es ist einfach eine Mannschaft voller guter Typen."

Trainer Roger Schmidt hat die Qualitäten seines neuen Spielers schnell erkannt und den Mexikaner in kürzester Zeit zum Stammspieler entwickelt. "Chicharito integriert sich jeden Tag besser und entwickelt sich mehr und mehr zu einer Säule in der Mannschaft", sagte Schmidt gegenüber “Marcadorint”. "Er gewöhnt sich gut an unseren Spielstil, er ist voll im Pressing involviert und arbeitet gut gegen den Ball. Und er hat natürlich die Fähigkeiten, gefährliche Torchancen zu kreieren und diese auch abzuschließen. Das hat er mit seinen Toren in allen drei Wettbewerben auch schon gezeigt."

Auf Anhieb geknipst

Chicharito hat bereits acht Mal in den vergangenen sechs Spielen der Werkself getroffen, startete also mit einem echten Lauf in das "Abenteuer Deutschland" (zur Torjäger-Liste der Bundesliga). Über seine Rolle in der Mannschaft sagt er: "Es liegt an mir, dem Team zu Erfolg zu verhelfen. Und das geht nur, wenn ich das Vertrauen des Vereins in mich komplett zurückzahle - auf und neben dem Platz."

Nicht nur sein Tor-Lauf ist beeindruckend. Auch Hernandez’ kommerzielle Wirkung ist überwältigend. Die Verpflichtung des Mexikaners war der große Coup für die Werkself, die vor kurzem sogar einen spanischsprachigen Twitter-Account eröffnete. Derart groß war das Interesse in Chicharitos Heimatland Mexiko.

Javier Hernandez hat zuletzt acht Tore in sechs Spielen erzielt

Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade erklärte vor kurzem, dass Hernandez "alle Erwartungen übertroffen hat. Er ist eine Legende in Mexiko und das Medien-Interesse, das er erzeugt hat, ist unglaublich". Jonas Boldt, Manager Sport bei Bayer 04, ging noch einen Schritt weiter und erzählte der "New York Times", die Vertragsunterzeichnung des 27-Jährigen sei "ein Traum".

Hungrig nach Erfolg

"Ich glaube, er war ein wirklich guter Abschluss für uns, ein bisschen außergewöhnlich tatsächlich", schwärmte Trainer Roger Schmidt. "Weil vermutlich niemand dachte, dass Chicharito bei Bayer Leverkusen unterschreiben würde. Aber so wie die Dinge sich entwickelt haben, war es für beide Seiten positiv - für das Team und für ihn."

Hernandez selbst nimmt das Lob bescheiden an, bevor er die Aufmerksamkeit auf das lenkt, was er sich für die Zukunft mit Bayer erhofft. "Es ist ein Team, das mir vertraut", fasst er zusammen. "Das ist das, was ich brauchte. Ich mag die Tatsache, dass der Club wirklich hungrig nach Erfolg ist und dass es viele talentierte Spieler hier gibt. Ich denke, wir können große Dinge erreichen."

Von Daniel Thacker, Yannik Schmidt und Victor Fritzen

Teil 1: Seine Kindheit, Vorbilder und Karrierestart
Teil 2: Seine Zeit bei Chivas und der Wechsel nach Europa

Teil 3: Seine Ankunft, Integration und Ziele mit Bayer 04