
Achtung, Leverkusen! Wie Arsenal den Fußball durch Standards revolutioniert
Wenn Bayer 04 Leverkusen im Achtelfinale der Champions League die große Herausforderung FC Arsenal meistern will, muss das Werksteam unter anderem eine enorme Aufgabe bewältigen: die Standardsituationen der Gunners zu verteidigen. Arsenal trifft besonders gerne nach Ecken – und ist so Vorreiter eines taktischen Trends.
Dass die Nordlondoner die Premier League vielversprechend anführen, liegt auch – möglicherweise vor allem – an ihrer Stärke bei ruhenden Bällen. 16 ihrer 59 Ligatore erzielten die Kanoniere etwa in Folge von Eckbällen, also mehr als jeden vierten Treffer. Wettbewerbsübergreifend jubelte Arsenal bereits 22 Mal nach Ecken.
Druck und Stress
Dabei basiert das Eckball-Erfolgsgeheimnis des AFC vor allem auf zwei Prinzipien: Druck und Stress. Druck hinter den angeschnittenen Flanken, die meist auf den ersten Pfosten und fast ausnahmslos Richtung Tor kommen. Und Stress auf die gegnerische Verteidigung und den Schlussmann, die es im Fünfmeterraum so gut wie immer mit gleich drei bis vier körperlichen Kontrahenten zu tun bekommen – die häufig zudem noch eine klare Rollenverteilung zwischen Abschlussspieler und blockenden Akteuren verfolgen.
Dass die Gunners mit Declan Rice und Bukayo Saka über zwei ausgezeichnete Eckenschützen verfügen und mit Gabriel über einen der kopfballstärksten und gleichzeitig treffsichersten Verteidiger weltweit, kommt hinzu.
Arteta und Jover prägen das "schöne Spiel"
Daran, dass dieses Trio seinen Gegnern bei Eckbällen Sorgen sondergleichen bereitet, hat neben Arsenals Startrainer Mikel Arteta dessen kongenialer Standardcoach Nicolas Jover entscheidenden Anteil. Schon seit 2021 zeichnet sich der in Berlin geborene Franzose für die Standardsituationen der Mannschaft verantwortlich, steigerte deren Gefährlichkeit von Saison zu Saison.
Und die Arbeit Artetas und Jovers zeichnet nicht nur den Fußball in London-Holloway aus, Standards nach Vorbild der Gunners entwickeln sich zu einem wesentlichen Merkmal des modernen Fußballs – mit dem besonderen Charakteristikum der Inswinger-Hereingaben bei Ecken in einen betriebsamen Raum unmittelbar vor dem Torwart.
"Verärgert, dass wir nicht noch mehr nach Eckbällen treffen"
Arsenals mögliches Titelrezept, – der Klub sehnt sehnt sich nach über 20 Jahren ohne Ligatitel und einem verlorerenen Champions-League-Finale in der Spielzeit 2005/06 nach einer der größten Trophäen wie möglicherweise kein anderes in Europa –, findet sicher nicht ausschließlich Bewunderer, Liverpools Trainer Arne Slot beispielsweise kritisierte das Erfolgskonzept des Reds-Konkurrenten.
Arteta und Co. dürfte das aber egal sein, es sei "Teil des Jobs", erklärte der Spanier noch in der letzten Woche. "Wir wollen das beste und dominanteste Team in jedem Aspekt des Spiels sein. Ich bin verärgert, dass wir nicht noch mehr nach Eckbällen treffen."
Felix Kindler
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