Verband: Nogometni/Fudbalski Savez Bosne i Hercegovine (N/FSBIH)

Gegründet: 1992

FIFA-Mitglied seit: 1996

Bisherige WM-Teilnahmen: 0

WM-Erfolge: Qualifikation 2014

Geschichte des Fußballs in Bosnien-Herzegowina:

Bosnien weist eine über 100-jährige Fußballhistorie auf, war dabei aber bis auf die Neuzeit nie unabhängig, sondern immer Teil anderer Staaten (Österreich-Ungarn, Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, Teilrepublik von Jugoslawien). Dabei begann die bosnische Fußballgeschichte einst ganz originär im Herzen des heutigen Staates. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten bosnische Studenten aus Wien das Fußballspiel mitgebracht; von Mostar aus breitete sich der Sport schnell im gesamten Land aus. 1908 hatte sich der bosnische Fußballverband erstmals gegründet. Bei Beginn des Ersten Weltkrieges gab es schon über 70 eingetragene Fußballvereine. Mit dem Bürgerkrieg in Jugoslawien Anfang der 90er Jahre folgte nicht nur die staatliche Unabhängigkeit Bosnien-Herzegowinas, sondern 1992 auch die Wiedergründung eines eigenständigen Fußballverbandes. Noch während des Krieges wurde 1994 die erste offizielle Meisterschaft ausgespielt. Zurzeit kämpfen in der Premijer Liga 16 Teams um den Titel; Rekordmeister ist der FC Zeljeznicar Sarajevo (6 Titel). Die Nationalmannschaft des Landes, die in ihrer Anfangszeit noch in geliehener Ausrüstung antrat, bestritt ihr erstes Pflichtspiel im September 1996. Zwei Monate schoss der damals 19-jährige Hasan Salihamidzic gegen Italien das erste Länderspieltor der Geschichte. Die aktuelle Mannschaft um Edin Dzeko gilt als "goldene Generation" des Landes. Entsprechend groß sind die Hoffnungen und Erwartungen an die "Zmajevi", die "Drachen", die auch gegen die politische Zerrissenheit im Land anspielen.

WM-Geschichte:

Für Bosnien-Herzegowina ist es die erste WM

Für Bosnien-Herzegowina ist die Teilnahme am WM-Turnier in Brasilien eine echte Premiere. In ihrer Qualifikationsgruppe konnte sich die Mannschaft dank des besseren Torverhältnisses vor Griechenland durchsetzen. Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft vier Jahre zuvor war Bosnien-Herzegowina ebenso wie im Vorfeld der EM-Endrunde 2012 jeweils in den Playoffs an Portugal gescheitert. Als Teil Jugoslawiens stehen bis 1990 acht WM-Endrunden zu Buche. Bestes Ergebnis war dabei der 4. Platz 1962.

Star und Trainer:

Bosniens Star ist ein guter Bekannter aus der Bundesliga: Torjäger Edin Dzeko wurde mit dem VfL Wolfsburg 2009 Deutscher Meister, spielt heute bei Manchester City und konnte dort ebenfalls bereits zwei Mal den Titel holen. Seine Torgefahr und Treffsicherheit sind ein ständiger Begleiter: In der Bundesliga knipste er in 111 Spielen 66 Mal und wurde 2010 Torschützenkönig. In dieser Saison traf Dzeko 16 Mal in der Premier League. In der Nationalmannschaft ist der 28-Jährige mit 35 Treffern in 66 Länderspielen der Rekordtorschütze. In dieser Saison traf Dzeko 16 Mal in der Premier League. In der Nationalmannschaft ist der 28-Jährige Rekordtorschütze mit 35 Treffern in 63 Länderspielen.

Seit Dezember 2009 sitzt Safet Susic auf der Bank der Bosnier. Der 59-Jährige war in seiner aktiven Zeit ein offensiver Mittelfeldspieler, 1980 Torschützenkönig der jugoslawischen Liga und 1986 mit Paris Saint Germain französischer Meister. Als Vereinstrainer - vor allem in der Türkei - konnte der Bosnier an diese Erfolge allerdings nicht anknüpfen. Als Nationaltrainer rechnet man ihm hoch an, aus einer Ansammlung hochbegabter Individualisten eine Mannschaft geformt zu haben.

Bosnien-Herzegowina und die Bundesliga:

Vedad Ibisevic stürmt für den VfB Stuttgart

Die Bundesliga ist quasi das Gesicht der aktuellen Nationalmannschaft. Neben den Ex-Bundesliga-Spielern Dzeko (VfL Wolfsburg) und Zvjedan Misimovic (FC Bayern München, VfL Bochum, 1. FC Nürnberg, VfL Wolfsburg) stehen sieben Spieler aus Deutschland im WM-Kader und bilden das Gerüst der Elf. Vedad Ibisevic (VfB Stuttgart) traf in der Quali acht Mal und ist erste Alternative für Dzeko. Freistoß-Spezialist Sejad Salihovic (1899 Hoffenheim) hat seinen Platz sicher, er läuft als Linksverteidiger auf. Ermin Bicakcic (Eintracht Braunschweig), Mensur Mujdza (SC Freiburg), Sead Kolasinac (FC Schalke 04) und Kapitän Emir Spahic (Bayer Leverkusen). Torhüter Jasmin Fejzic (VfR Aalen) muss sich als Nummer 2 mit der Bank begnügen. Auch in der Vergangenheit waren prägende Spieler des Nationalteams in der Bundesliga zuhause. Die meisten Liga-Spiele (330) und stolze 95 Tore stehen in der Vita von Sergej Barbarez, der zwischen 1996 und 2008 bei Hansa Rostock, Borussia Dortmund, dem Hamburger SV und Bayer Leverkusen spielte. Hasan Salihamidzic lief für den HSV, Bayern und Wolfsburg 312 Mal auf und feierte in seinen acht Jahren in München (1998-2007) sechs Meistertitel und den Sieg in der Champions League. Hamburgs neuer Co-Trainer Zlatan Bajramovic wurde 2007 mit Schalke Vizemeister und kickte zudem noch für den FC St. Pauli, Freiburg und Braunschweig. Bundesliga-Luft schnupperte auch Ivica Grlic, der aber vornehmlich in der 2. Bundesliga aktiv war, hier u.a. für den MSV Duisburg insgesamt 300 Partien absolvierte und heute Manager des Vereins ist. Und noch ein Bosnier pendelte zwischen den Ligen und wurde dabei Kult: Tomislav Piplica hütete von 1998 bis 2009 das Tor von Energie Cottbus so gut, dass es immerhin zu sieben Einsätzen im Nationaltrikot reichte. Andere bekannte Fußballgesichter Bosniens standen in früheren Zeiten unter der Flagge Jugoslawiens im Fokus der Bundesliga. Bestes Beispiel ist Aleksandar Ristic, der in den Siebziger Jahren vier Jahre für Braunschweig spielte und später als Trainer u.a. Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga betreute.