Julian Weigl spielt mit Benfica Lissabon in der Champions-League-Qualifikation - © IMAGO/Pedro Fiuza/IMAGO/NurPhoto
Julian Weigl spielt mit Benfica Lissabon in der Champions-League-Qualifikation - © IMAGO/Pedro Fiuza/IMAGO/NurPhoto
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Darum passt Julian Weigl perfekt zu Borussia Mönchengladbach

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Julian Weigl hat sich Borussia Mönchengladbach angeschlossen. In letzter Sekunde ist der Transfer des 26 Jahre alten defensiven Mittelfeldspielers über die Bühne gegangen. Die "Fohlen" wollten ihn unbedingt haben, denn Weigl ist ein absoluter Wunschspieler von Trainer Daniel Farke. Der enorm ballsichere Mittefeldakteur hat dem Trainer im Kader noch gefehlt.

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Auf einmal musste es schnell gehen. Das Transferfenster war kurz vor dem Schließen, aber Borussia Mönchengladbach wollte seine Verpflichtung unbedingt: Julian Weigl. Am Ende gelang es den Verantwortlichen, den defensiven Mittefeldspieler an den Niederrhein zu holen. Zur Freude von Trainer Daniel Farke. Der neue Chefcoach wollte den 26-Jährigen unbedingt für seinen Kader. Denn auch wenn der Saisonstart der Fohlen mit acht Punkten aus den ersten vier Spielen (noch keine Niederlage) erstaunlich gut war, gerade als Spielgestalter aus der eigenen Hälfte heraus fehlte noch jemand.

Die Borussia ist in der Mittelfeldzentralen durchaus gut besetzt. Christoph Kramer etwa, der in der letzten Saison nicht über die Reservistenrolle hinauskam, hat sich wieder zurück in die Startelf gekämpft. Doch ist der erfahrene Weltmeister von 2014 eher der Typ, der ein Spiel ordnet und ihm Struktur verleiht. Oder Kouadio Kone. Der Franzose, der mit Kramer bislang die Doppelsechs besetzt, ist eher der dribbelstarke Tempospieler, der aber auch gerne mal ein bisschen zu viel riskiert.

Im März lief Julian Weigl wieder im DFB-Dress auf - IMAGO / Team 2

Weigl entzerrt das Spielgeschehen mit klugen Pässen

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Währen da noch Jonas Hofmann und Florian Neuhaus, die auch beide im zentralen Mittelfeld zuhause sind, ihre Fähigkeiten in der Offensive aber besser ausspielen können. Vor allem Hofmann war in der vergangenen Saison enorm wichtig für Gladbachs Angriffsspiel, als er zwölf der 54 Fohlen-Treffer selbst erzielte und damit bester Torschütze der Borussen war.

Gladbachs Spiel ist auf schnelles Umschalten ausgelegt. Das bedeutet nicht nur, dass nach Balleroberung sofort gekontert wird. Vielmehr geht es darum, mit wenigen Kontakten in gute Abschlusspositionen zu kommen. Was Farke noch fehlt, ist ein Spieler wie Weigl. Einer, der das Spiel aus der eigenen Hälfte mit klugen Bällen schnell machen kann, weil er das Spielgeschehen entzerrt.

Bei Borussia Dortmund gehörte Julian Weigl mit Anfang 20 zu den besten defensiven Mittelfeldspielern der Bundesliga - 2019 DFL

Weigl verfügt über ein ausgeprägtes räumliches Wahrnehmungsvermögen

Weigl hat ein enormes räumliches Wahrnehmungsvermögen. Er kann sofort einordnen, in welcher Situation er und die Mitspieler sich befinden. Weigl hat immer das gesamte Spielfeld im Blick und nicht nur seine nähere Umgebung. Der Nationalspieler ist so in der Lage, gefährlichen Situationen direkt aus dem Weg zu gehen und sich auch mal mit einem Dribbling im Mittelfeld Platz und der Mannschaft Raumgewinn zu verschaffen. Weigls Aufgabe wird es nicht unbedingt sein, den entscheidenden Pass vor dem Torschuss zu spielen. Vielmehr ist er für den vorletzten Ball zuständig, soll den Mitspieler in Position bringen, der dann den Abschluss ins Rollen bringt - sei es in der Tiefe oder in der Breite.

Hierfür ist eine enorme Ballsicherheit nötig, die Weigl ganz besonders auszeichnet. Auch wenn der ehemalige Dortmunder zuletzt zwei Jahre bei Benfica Lissabon gespielt hat, er ist immer noch der Akteur mit den meisten Ballkontakten in einem Bundesligaspiel (214). Weigl ist immer anspielbereit und dürfte daher eine wichtige Säule im Gladbacher Spiel werden. Farke: "Julian Weigl hat seine Stärken im zentralen Mittelfeld. Er ist sehr passsicher, spielintelligent, kann den Rhythmus bestimmen und sowohl Tempo als auch Ruhe ins Spiel bringen. Wir haben auf seiner Position gute Spieler, brauchen aber diesen Konkurrenzkampf."

Keine lange Eingewöhnung nötig

Farke jedenfalls war schon immer ein großer Fan des Rechtsfußes. Auch wenn er damals Trainer der Dortmunder U23-Mannschaft war, Youngster Weigl ist Farke beim BVB aufgefallen. Seitdem sind ein paar Jahre vergangen. "Er ist ein gestandener Spieler im hervorragenden Alter mit einem Top-Charakter. Wir sind froh, dass wir Julian Weigl verpflichten konnten."

Der bringt einen weiteren Vorteil mit: Er kennt die Bundesliga und wird daher nur wenig Eingewöhnungszeit brauchen. Möglicherweise wird er schon am Sonntag zum Abschluss des 5. Spieltags gegen den 1. FSV Mainz 05 auflaufen können. "Er ist topfit und kennt das Level, so dass er keine allzu lange Eingewöhnungszeit brauchen wird", weiß Farke.