Zusammenfassung

  • Noch nie startete der BVB mit fünf Spielen ohne Gegentor

  • Neuzugang Ömer Toprak bereichert die Dortmunder Defensive

  • Offensives Pressing das derzeitige Erfolgsgeheimnis des BVB

Hamburg - Es ist zwar erst der 5. Spieltag der Saison, aber die Fans von Borussia Dortmund skandierten nach dem klaren 3:0-Auswärtssieg ihres Clubs in Hamburg am Mittwochabend bereits „Deutscher Meister wird nur der BVB, nur der BVB“. Ganz soweit ist es natürlich noch nicht, aber als neutraler Beobachter kann man sich in dieser Saison durchaus auf einen spannenden Meisterschaftskampf freuen. Die Borussia steht derzeit ohne Gegentor auf Platz eins und ist nicht nur in der überragenden Offensive gut aufgestellt, auch hinten passt es im Moment bei den Westfalen.

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"Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften" - dieses oft zitierte Sprichwort aus dem US-Sport benutzte am Mittwochabend auch Roman Bürki. Der BVB-Keeper musste auch nach dem fünften Spiel der Saison noch keinen Ball aus dem Netz holen. Das ist Vereinsrekord. Noch nie war der BVB defensiv zu Beginn einer Saison besser. Trainer Peter Bosz war aber natürlich noch nicht einhundertprozentig zufrieden. "Wir haben zu viele lange Bälle gespielt. Insgesamt haben wir es aber sehr gut gemacht und am Ende zurecht gewonnen." Nicht nur der BVB auch der Niederländer stellte am Mittwochabend einen Rekord auf. Er ist der erste Trainer der Bundesliga-Geschichte, der in seinen ersten fünf Spielen bei seinem neuen Club ohne Gegentreffer blieb.

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Neuzugang Toprak wird immer besser

Gegen den HSV taten sich die Schwarz-Gelben zunächst sehr schwer. "Wir haben die Hamburger defensiver erwartet und dann haben sie offensiv gepresst. In der zweiten Hälfte haben wir es dann besser gemacht und verdient gewonnen", erklärte Nuri Sahin, der im defensiven Mittelfeld spielte. Für den Türken war dieser Sieg in Hamburg auch ein neuer Entwicklungsschritt, nachdem der BVB gegen fast alle bisherigen Gegner zunächst einen Abwehrriegel knacken musste. Dass der BVB den Hanseaten spielerisch überlegen war, war keine Überraschung, aber auch kämpferisch hielten die Borussen dagegen. "Wir haben von Beginn an den Kampf angenommen und wollten vor allem unbedingt die Null halten", freute sich Ömer Toprak. Der Neuzugang aus Leverkusen hat sich als gleichwertige Alternative in der Verteidigung entwickelt und spielte in der Bundesliga zuletzt zweimal an der Seite des Abwehrchefs Sokratis.

"Vor der Saison haben viele Experten gedacht, dass wir zu offensiv spielen. Das ist auch der Fall, aber wir verteidigen auch offensiv und das machen wir auch von vorne bis hinten." BVB-Keeper Roman Bürki

Serie ohne Gegentor soll halten

Der Grieche lobte nicht nur seine Abwehrkollegen, sondern explizit alle Spieler, die in dieser Saison bereits zum Einsatz kamen. "Wir haben das insgesamt sehr gut gemacht. Das Pressing ist in unserem Spielsystem sehr wichtig. Wenn einer Spieler des Teams nicht gut presst, haben wir Probleme. Aber bei uns verteidigen alle, auch die Stürmer." Auch sein Torwart Bürki freute sich über die bisherigen Saisonleistungen und Platz eins in der Tabelle. "Vor der Saison haben viele Experten gedacht, dass wir zu offensiv spielen. Das ist auch der Fall, aber wir verteidigen auch offensiv und das machen wir auch von vorne bis hinten. Wir wollen die Serie ohne Gegentor natürlich verlängern."

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Sokratis' Wunsch: Stabile Defensive

Ob es für Borussia Dortmund diese Saison sogar reicht, den Bayern bis zum Ende der Saison Paroli zu bieten, steht noch in den Sternen. Auch die Schwarz-Gelben ließen sich nach dem starken 3:0 gegen den HSV zu keiner Kampfansage hinreißen. Für Sokratis ist der ausschlaggebende Punkt, ob der BVB mit dem Serienmeister konkurrieren kann, ob die Defensive konstant auf dem aktuellen Niveau spielen kann.

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Er verweist dabei auf den Konkurrenten aus München. "Die Bayern hatten als Meister immer auch die wenigsten Gegentore. Sollten wir das auch schaffen, haben wir eine Chance." Die Dortmunder sind aktuell einen Platz und einen Punkt vor den Bayern an der Tabellenspitze. In Sachen Offensive muss sich der BVB sowieso nicht vor den Münchener verstecken. Auch hier sind die Westfalen dem Rekordmeister aktuell um eine Nasenspitze voraus.

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage