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"Jetzt müssen wir ihn auch holen!" – BVB will seinen zweiten Champions-League-Titel

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Der Wahnsinn ist noch nicht zu Ende! Elf Jahre nach seiner letzten Teilnahme an einem Champions-League-Finale kehrt Borussia Dortmund nach Wembley zurück. Nach dem siegreichen Halbfinale in Paris peilt der BVB den größten Coup an.

Sie sind kein Märchen, sie sind Realität: diese Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Elf Jahre nach der letzten Teilnahme an einem Finale der Champions League steht Borussia Dortmund erneut im Endspiel um die Königsklasse. Wieder geht es nach Wembley. Und im Mittelpunkt an einem magischen Abend in Paris standen zwei Herren, die damals schon dabei waren: Mats Hummels und Marco Reus.

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Erstgenannter hatte bereits im Hinspiel gegen Paris Saint-Germain eine fulminante Leistung hingelegt, wurde von der UEFA zum "Man of the Match" ausgezeichnet und legte im Rückspiel noch eine Schippe drauf. In der Defensive bockstark, stand Hummels kurz nach der Pause auch im gegnerischen Strafraum genau richtig und traf per Kopf zum entscheidenden 1:0 (50.). "Ich habe eh viel zu wenige Champions-League-Tore geschossen in meiner Karriere. Es ist ein schöner Zeitpunkt, um das aufzustocken", jubelte der 35-Jährige hinterher. Sein fünfter Treffer im 89. Spiel der Königsklasse dürfte gleichzeitig sein bisher wichtigster gewesen sein.

Hummels: "Es gibt keinen Grund, nicht daran zu glauben"

Übertroffen werden könnte dieser jetzt wohl nur noch vom einem Tor am 1. Juni in London, wenn der BVB zum zweiten Mal nach 1997 die europäische Krone ergreifen will. Der Gegner dort wird Madrid heißen. Und nicht Bayern München - wie bereits vor elf Jahren. "Egal, gegen wen: In Wembley werden wir auf einen sehr starken Gegner treffen. Es wird auch ein Kampf der Atmosphäre, mit der Bedeutung des Spiels. Aber es gibt für uns wirklich gar keinen Grund, nicht daran zu glauben, jetzt auch das Finale gewinnen zu können", so Hummels.

"Pure Dankbarkeit, Freude und Erleichterung"

Anfänglich hatten die Wenigsten wahrscheinlich noch geglaubt, dass die Reise des BVB überhaupt so weit gehen würde. AC Mailand, Newcastle United und eben Paris hießen die Gegner in der auch als "Todesgruppe" bezeichneten Vorrunde. Gegen die Franzosen gelang den Dortmundern da noch kein Sieg. 0:2 und 1:1 - so die Ergebnisse in der Gruppenphase.

Marco Reus genießt das Bad in der Menge - Matthias Hangst

Reus feiert mit den Fans

Und auch in der Vorschlussrunde war es mehr als knapp. Alleine sechsmal traf Paris im Halbfinale das Aluminium. Nur ein Tor wollte ihnen in den über 180 Minuten nicht gelingen. "Ehrlich, wen interessiert das? Am Ende fragt morgen keiner mehr. Da steht nur: Borussia Dortmund steht im Finale von Wembley 2024", merkte Reus aber zurecht an. Die schwarzgelbe Vereinslegende, die den Verein am Saisonende verlassen wird, wirkte ab der 56. Minute mit, fügte sich nahtlos in eine starke Mannschaftsleistung ein und zeigte sich auch nach Schlusspfiff als ein großer Anführer. Der 34-Jährige stand auf der Tribüne inmitten der Fans und heizte die sowieso schon gute Stimmung noch einmal zusätzlich an.

Spielbericht: Borussia Dortmund zieht ins Finale der Champions League ein

"Es ist unbeschreiblich. Was für eine Woche - für mich persönlich, aber auch heute mit dem Abschluss, ins Finale einzuziehen. Auch da, wo 2013 alles angefangen hat. Nach über zehn Jahren im Finale mit Borussia Dortmund", konnte Reus sein Glück kaum fassen. "Es wird noch etwas dauern, um das zu realisieren, aber wir freuen uns extrem. Die Bilder nach dem Spiel in der Kurve - dafür machen wir's", meinte auch sein Trainer Edin Terzić. "Es ist pure Dankbarkeit, Freude und Erleichterung und ganz viel Stolz."

Schließt sich der Kreis in Wembley?

Nun gilt für Borussia Dortmund aber, sich erst einmal zu sammeln. Zwei Spiele stehen für den BVB in der Liga noch auf dem Programm. "Alles Vorbereitungsspiele fürs Finale", wie Hummels zugibt, hängen lassen möchte man sich aber dennoch nicht. Zumal es am Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05 geht, gegen den in der Vorsaison die mögliche Meisterschaft verspielt wurde. "Wir sind es allen Mannschaften schuldig, dass wir mit 100 Prozent agieren", verspricht der Innenverteidiger. "Sie haben vor einem Jahr sportlich fair gekämpft, das Gleiche dürfen sie jetzt von uns erwarten."

Wie geht's aus? Den Endspurt im Tabellenrechner durchspielen

Danach wird der volle Fokus dann aber auf London liegen. "Es ist eine geile Geschichte, ich bin für meine Verhältnisse komplett euphorisch", so Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der jetzt auf den Henkelpott hofft. "Jetzt müssen wir ihn auch holen, sonst wäre es scheiße", ergänzt Reus. Sollte das gelingen, würde sich für den BVB ein Kreis schließen. Und es wäre mal wieder eine Geschichte, wie sie nur der Fußball schreibt.