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Bo Svensson beim 1. FSV Mainz 05: Erfolgreicher als Thomas Tuchel

Seitdem Bo Svensson bei Mainz an der Seitenlinie steht, haben die 05er den Turnaround geschafft und die Abstiegsplätze verlassen. In den kommenden Spielen gegen die direkte Konkurrenz aus Köln und Berlin kann der FSV einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen.

Als Bo Svensson im Winter beim 1. FSV Mainz 05 das Traineramt übernahm, sah es gar nicht rosig aus für die 05er. Nach 14 Spieltagen hatte Mainz bereits 31 Gegentore auf dem Konto und lag mit gerade einmal sechs Punkten auf dem 17. Rang - in großer Abstiegsgefahr. "Es hat noch kein Team geschafft, mit nur sieben Punkten aus der Hinrunde den Klassenerhalt noch zu schaffen. Was mir aber noch wichtiger ist, dass sich die Mannschaft und der Verein weiterentwickeln", sagt Svensson.

Mittlerweile sieht die Welt bei den Rheinhessen wieder deutlich anders aus: Nach dem 27. Spieltag liegen die Mainzer mit nun bereits 25 Punkten auf Platz 15 - mit zwei Zählern Vorsprung auf die Verfolger aus Köln und Bielefeld, das die Mainzer mit einem 1:1-Remis am vergangenen Wochenende auf Distanz halten konnten.

Der Mainzer Aufschwung hat Gründe: In den bisher 13 Bundesliga-Spielen mit Svensson an der Seitenlinie halbierten die Mainzer ihren Gegentoreschnitt nahezu, das gleiche gilt für die Anzahl der gegnerischen Großchancen. Die 05er stehen zudem wieder kompakter, führen mehr Zweikämpfe und haben ihre Laufwerte ebenfalls gesteigert. Mainz spielt wieder wie Mainz - dank Svensson. "Der Trainer liebt Fußball und zeigt uns das jeden Tag. Mit dieser Leidenschaft kannst du viel gewinnen", spricht Moussa Niakhate über seinen Coach.

Der Däne, bereits der vierte FSV-Trainer in dieser Saison, holte in seinen 13 Bundesliga-Spielen 13 Zähler mehr als seine direkten Vorgänger Achim Beierlorzer, Jan-Moritz Lichte und Interimscoach Jan Siewert in den ersten 14 Saisonspielen. Doch damit nicht genug!

Derzeit ist Svensson sogar der erfolgreichste Mainzer Bundesliga-Trainer und hat damit Thomas Tuchel überflügelt. Im Schnitt holten die 05er mit Svensson 1,46 Punkte, mit Tuchel an der Seitenlinie waren es 1,44 Zähler. Im Vergleich mit dem jetzigen Chelsea-Coach setzt sich Svensson aber auch noch in anderen Bereich durch: 38 Prozent seiner Bundesliga-Spiele konnte Svensson mit den Rheinhessen gewinnen - genauso viele wie Tuchel. Und mit dem 41-Jährigen kassierte Mainz sogar 0,2 Gegentore weniger als mit Tuchel. Der war es aber auch, der Svensson erst auf die Trainer-Schiene gebracht hat: "Thomas hat mir gesagt, ich solle im Fußball bleiben - weil ich die Qualität dazu hätte", erzählt Svensson.

Das sind beeindruckende Zahlen. Doch ohne Klassenerhalt sind auch die am Saisonende nicht allzu viel wert. Gut, dass die Mainzer die Vorentscheidung im Abstiegskampf nun bereits vor der Brust haben. An den nächsten beiden Spieltagen geht es zunächst gegen die direkten Verfolger aus Köln und dann gegen Hertha BSC, die Berliner liegen punktgleich mit Mainz dank der besseren Tordifferenz auf Rang 14. Mit sechs Punkten aus diesen beiden Spielen, hätte Mainz im Saisonfinale ziemlich gute Karten auf der Hand. Svensson sei Dank.