
Jubel in Gambia! Bara Ndiaye debütiert beim FC Bayern
Das erste Bayern-Spiel eines "Gambino Stars" löst in Westafrika Jubelstürme aus. Bara Sapoko Ndiaye macht seine Akademie-Freunde stolz - und Vincent Kompany glücklich.
In der Schlussphase des 5:0-Sieges beim FC St. Pauli bot sich Vincent Kompany die Chance, einem jungen Spieler seinen ersten Profi-Einsatz zu ermöglichen: In der 84. Minute wechselte er den 18-jährigen Bara Sapoko Ndiaye für Torschütze Jamal Musiala ein.
Was unter Kompany, der schon zum zehnten Mal einem Teenager zur Bundesliga-Premiere verhalf, eher eine Randnotiz war, löste in Mandinari, Gambia, einen Jubelsturm aus, als hätte das kleine Land im Westen Afrikas gerade zum ersten Mal das WM-Ticket gelöst. Der FC Bayern München verbreitete das Video auf seinen Social-Media-Kanälen.
In der Akademie der "Gambinos Stars Africa" feierte eine Gruppe Nachwuchsspieler vor dem Fernseher nicht etwa den 5:0-Sieg, durch den der FC Bayern München schon am kommenden Wochenende die Meisterschaft gewinnen kann. Die elektrisierten Jugendspieler tanzten, schrien, jubelten, weil es mit "Bara" einer von ihnen nach ganz oben geschafft hat.
Imposantes Debüt
Seit 2023 kooperiert der FCB im Rahmen seines Talentförderungsprogramms "Red&Gold Football" mit den Gambino Stars. Von dort ist Ndiaye, der aus dem 50 km entfernten Senegal stammt, noch bis Ende Juni an den Rekordmeister ausgeliehen.
"Bara ist jetzt der Erste, der wirklich oben ankommt," bilanziert Sport-Vorstand Max Eberl. "Er soll sich einfach adaptieren und den europäischen Fußball kennenlernen."
Die Bundesliga lernte am Samstagabend einen ballsicheren, beweglichen Mittelfeldspieler kennen, der sich mit explosivem Antritt durchs Mittelfeldzentrum bewegt. Selbstbewusst forderte Ndiaye im Münchner Starensemble jeden Ball und kam in seinen ersten zwölf Bundesliga-Minuten auf beachtliche 24 Ballbesitzphasen.
Speed-Rekord am Campus
Als Nicht-EU-Spieler ist der 1,80 m große Rechtsfuß für Bayerns Jugend-Teams und die zweite Mannschaft nicht spielberechtigt. Wohl dem, der Kompany derart überzeugt, dass er gleich bei den Profis ran darf. "Es läuft gut für ihn", stellt der Coach gewohnt gelassen fest.
Ndiaye nutzte seine erste Chance im Oktober 2024, als die Gambinos während eines Trainingsbesuchs in München gegen Bayerns U19 antraten. Er empfahl sich für zwei weitere Schnupperkurse 2025, brach mit einem Sprint über 36 km/h den Geschwindigkeitsrekord am FCB-Campus.
Im vergangenen Sommer gastierte er auch bei den Grasshoppers Zürich, trat mit den Schweizern in einem Testspiel gegen Kimmich und Co. an. Im Winter liehen die Münchner Ndiaye von der Akademie schließlich für die Rückrunde aus.
Sein Bundesliga-Debüt ist der vorläufige Höhepunkt seines Weges von Westafrika in die europäische Fußballelite. Die ersten Eindrücke lassen erahnen: Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Bara Sapoko Ndiaye Jubelstürme auslöst.

