Hamburg - Nach fünf Jahren im HSV-Trikot einigen sich der Verein und Heiko Westermann einvernehmlich darauf, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.

Im August 2010 bestritt Heiko Westermann sein erstes Bundesligaspiel für den HSV. Nun, fünf Jahre später, trennen sich die Wege - gemeinsam entschied man, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Somit war die Relegation gegen den KSC der letzte HSV-Auftrag für den ehemaligen Nationalspieler und Vize-Europameister von 2008, der bei Greuther Fürth im Jahr 2002 sein Profidebüt gab und über Arminia Bielefeld und Schalke 04 den Weg nach Hamburg und zum HSV fand, wo er direkt vom damaligen Trainer Armin Veh zum Mannschaftskapitän ernannt wurde.

Und am Ende spielte immer: Heiko Westermann

Drei Jahre lang stand der defensiv vielseitig einsetzbare Westermann anschließend als Kapitän auf dem Platz seinen Mann - und daneben den Journalisten Rede und Antwort. Auch und vor allem nach verlorenen Spielen versteckte sich Heiko Westermann nie. Das galt ohnehin für ihn: wegducken gab es nicht, weder auf noch neben dem Feld. Der Großteil der Hamburger Fans wusste diesen Einsatz, die Loyalität und die enorme Identifikation mit dem Verein zu schätzen. "HW4" wird er liebevoll und in Anlehnung an Superstar Christiano Ronaldo alias "CR7" genannt. 

Heiko Westermann hat in seiner Zeit beim HSV viel erlebt. Stets hieß es im Vorfeld einer jeden Saison, dass er nun um seinen Stammplatz fürchten müsse. Auch bei den Fans polarisierte er mit seiner Spielweise. Doch: am Ende spielte Westermann immer. Ganze sechs Partien fehlte er verletzt und ein Spiel wegen einer Grippe. Nur einmal musste der 31-Jährige wegen einer Gelbsperre aussetzen, einen Platzverweis sah er nie. Nach einem achten Platz im ersten Jahr in Hamburg folgte eine schwierige Saison mit Platz 15 und schließlich ein siebter Platz, mit dem man nur knapp das internationale Geschäft verpasste. 

Wichtigstes Tor seiner Karriere? Gegen Leverkusen!

Es war die erfolgreichste Serie von Heiko Westermann beim HSV. Lediglich 36 Minuten stand er nicht auf dem Platz, weil er beim 1:0-Sieg in Stuttgart nach 64 Minuten angeschlagen ausgewechselt wurde. Vor der Saison 2013/14 gab Westermann das Kapitänsamt an den zurückgekehrten Rafael van der Vaart ab. In der Saison erzielte Westermann sein vermutlich wichtigstes Tor seiner Karriere. Am 29. Spieltag traf er nach einer Flanke von Dennis Diekmeier per Volleyabnahme in die Maschen des Tores von Bayer Leverkusen. Es war der 2:1-Siegtreffer. 

Der Volkspark explodierte, die drei gewonnenen Punkte reichten am Ende der Saison für die Relegation, die gegen seinen Ex-Club Greuther Fürth erfolgreich beendet wurde. Auch die letzte Saison von Heiko Westermann beim HSV nahm ein gutes Ende, ebenfalls über den Umweg der Relegation. So stehen am Ende 173 Pflichtspiele oder 15.169 absolvierte Minuten, elf Tore und sechs Assists zu Buche, ehe am 30. Juni der Vertrag endgültig ausläuft - in beiderseitigem Einvernehmen haben sich der HSV und Heiko Westermann entschieden, diesen Vertrag nicht zu verlängern. Die Wege trennen sich also, gegenseitiger Respekt und Sympathien aber werden bleiben. "Heiko hat fünf Jahre lang alles für den HSV gegeben und in vorbildlicher Manier seinen Knochen für den Verein und die Fans hingehalten", dankt Dietmar Beiersdorfer dem scheidenden Westermann, "wir haben höchsten Respekt vor seiner hochprofessionellen Einstellung und wünschen Heiko für die Zukunft alles erdenklich Gute."