Wenn am Sonntag der Tabellenführer aus Hamburg zum 5. Spieltag beim VfL Wolfsburg gastiert, ist das nicht nur ein Duell zwischen zwei bisher ungeschlagenen Clubs, sondern auch das Aufeinandertreffen der Transferkönige in der noch jungen Spielzeit.

Bei den "Wölfen" herrscht seit der Verpflichtung von Felix Magath im Juni 2007 als Geschäftsführer, Sportdirektor und Trainer in Personalunion Aufbruchstimmung. Der Kader wurde qualitativ erneut verstärkt.

"Wir sind gut gerüstet

Mit den beiden italienischen Weltmeistern Andrea Barzagli und Cristian Zaccardo sowie den Offensivkräften Zvjezdan Misimovic und dem brasilianischen Sturmtalent Caiuby hat Magath nach den erfolgreichen Transfers im vergangenen Jahr (Benaglio, Costa) weitere Qualität nach Wolfsburg geholt.

Misimovic hat gleich zu Saisonbeginn gezeigt, dass er dem Spiel der Werkself seinen Stempel aufdrücken wird und auch das Verständnis zwischen Barzagli und Ricardo Costa in der Innenverteidigung wird von Spiel zu Spiel besser,

Die Jungen spielen auf

Abwehrchef Costa sieht sein Team auf einem guten Weg. "Wir sind gut gerüstet für die schweren Wochen, die nun bevorstehen", weiß er im "kicker" zu berichten. Neben den hochkarätigen Neuverpflichtungen haben sich beim VfL aber auch vergleichsweise "günstige" Akteure zu echten Leistungsträgern entwickelt.

Im Starensemble der "Wölfe" blühen mit Christian Gentner, Sascha Riether und Marcel Schäfer drei Spieler auf, die Magath allesamt vor einem Jahr zu den Niedersachsen lotste und die momentan aus der ersten Elf nicht mehr wegzudenken sind.

Auch dank ihnen ist der VfL saisonübergreifend seit neun Spielen ungeschlagen und auf dem besten Weg, in der laufenden Spielzeit den nächsten Schritt in der Entwicklung zu machen und sich in der Spitze der Bundesliga zu etablieren.

Unerwartete Renaissance

Da will auch der Hamburger SV wieder hin. Die Norddeutschen feiern nach dem Verkauf von Superstar Rafael van der Vaart zu Real Madrid eine unerwartete Renaissance.

Die vermeintliche Schwächung der "Rothosen" durch den Abgang des Spielmachers eröffnete den HSV-Verantwortlichen neue Möglichkeiten. Mit den Einnahmen durch den Verkauf des Niederländers wurde besonders in die Breite des Kaders investiert.

In der Defensive sicherten sich die Hanseaten die Dienste von Jung-Nationalspieler Marcell Jansen vom FC Bayern und die der Abwehrhoffnung Alex Silva, der vom brasilianischen Meister FC Sao Paulo nach Hamburg wechselte.

Offensiv gut aufgestellt

Auch für den offensiven Bereich hatte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer anscheindend ein gutes Händchen. Der neue Van der Vaart-Ersatz und zweifache Olympiatorschütze für Brasilien, Thiago Neves, sorgt neben dem Ex-Dortmunder Mladen Petric künftig für Glanzpunkte in den gegnerischen Strafräumen.

Neves deutete gleich bei seinem Debüt gegen Leverkusen (3:2) an, dass die Fußstapfen seines Vorgängers nicht zu groß für ihn sind.

Beflügelt durch die neuen Kräfte

Die neue Konkurrenzsituation tut dem Spiel des Tabellenführers sichtbar gut. Bewährte Kräfte wie Bastian Reinhardt in der Innenverteidigung und Angreifer Paolo Guerrero fühlen sich durch die Anwesenheit der neuen Kräfte angestachelt und überzeugten in den ersten Spielen Trainer Martin Jol. "Schon im Training ist zu spüren, dass das Niveau im Kader deutlich gestiegen ist", analysiert Joris Mathijsen den "neuen" HSV.

Die Frage, ob der VfL Wolfsburg oder der HSV nach dem mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffen ihren ungeschlagenen Status bewahren können, werden die Neuen sicherlich entscheidend mitbeeinflussen.

Florian Bruchhäuser