Die Enttäuschung über das Aus im DFB-Pokal ist vorbei, am Samstag peilt Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen (ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) drei Punkte an. Konsequenter die Chancen nutzen und nicht so passiv agieren wie gegen Bremen - so lautet das Rezept zu einem erfolgreichen Start in die Rückrunde. Und das auch ohne den gesperrten Regisseur Tamas Hajnal.

Langes Lamentieren gab es nicht beim BVB. "Natürlich war das Ausscheiden bitter", gab Florian Kringe zu, "aber wir müssen die Enttäuschung abschütteln und uns auf Leverkusen konzentrieren."

Klopp: "Zu wenig Fußball gespielt"

Nachdem das Erreichen des Pokalendspiels nur ein Traum bleibt, peilt der Tabellensechste jetzt in der Bundesliga den Sprung auf jene Plätze an, die internationalen Fußball versprechen. Ein Sieg gegen die einen Rang besser platzierte Bayer-Elf käme da gerade recht.

Dazu soll sich am Samstag einiges ändern, fordert auch der Trainer. "Kämpferisch war die Leistung gegen Werder okay, aber wir haben einfach zu wenig Fußball gespielt", meint Jürgen Klopp. "Und wir waren immer einen Tick zu passiv, wenn es darauf ankam."

Tatsächlich hatte der BVB nach der frühen Führung durch Alex Frei das Heft des Handelns immer mehr den Bremern überlassen. Statt wie in der Anfangsphase konsequent schon in der Bremer Hälfte zu attackieren, zogen sich die Dortmunder zurück und überließen dem Gegner das Feld. Die Folge: Werder nutzte die Räume, ließ den Ball laufen und drehte das Spiel. "Wir haben uns zu weit hinten rein drängen lassen und so die Kontrolle abgegeben", ärgerte sich Tamas Hajnal.

Viele Ausfälle auf Dortmunder Seite

Der Spielmacher selbst wird gegen Leverkusen allerdings keine Wiedergutmachung leisten können, er ist Gelb-Rot-gesperrt. Dass dem BVB gegen die "Werkself" zudem die Dauerverletzten Sebastian Kehl, "Kuba", Mats Hummels und Dede fehlen, beunruhigt Sportmanager Michael Zorc dennoch nicht."Wir haben es auch in der Hinrunde immer wieder geschafft, Ausfälle zu kompensieren", sagte er im Gespräch mit bundesliga.de.

Ihren Optimismus ziehen die Borussen auch aus den positiven Aspekten des Pokalspiels. Etwa aus der Tatsache, das Kevin-Prince Boateng einen viel versprechenden Einstand feierte. Der Neuzugang präsentierte sich technisch stark, taktisch versiert, dazu passsicher und ausgesprochen robust. "Er hat tolle Pässe gespielt und uns so gute Chancen erarbeitet", schwärmte Jürgen Klopp. Der Gelobte selbst haderte eher mit den vergebenen Möglichkeiten: "Wenn man solche Chancen hat, muss man sie auch nutzen."

Zidan wil es gegen Bayer "einfach besser machen"

Klopp sieht es ähnlich. Dass sich seine Mannschaft eine ganze Reihe an Torchancen "klasse herausgespielt" habe, sei der positive Aspekt der Partie. Darauf könne man gegen Bayer aufbauen, dürfe aber die Effektivität nicht vergessen: "Die ein oder andere Möglichkeit können wir am Samstag gerne auch mal nutzen." Gegen Bremen hatte vor allem Zidan die Vorentscheidung gleich mehrfach auf dem Fuß, scheiterte aber entweder am Pfosten oder an Werder-Keeper Tim Wiese.

Der kleine Ägypter will es nun gegen Leverkusen "einfach besser machen". Und auch Jürgen Klopp scheint für das zweite Duell gegen eine spielstarke Mannschaft innerhalb von vier Tagen keine großen Bedenken zu haben: "Dass wir selbst gut Fußball spielen können, wissen wir. Jetzt müssen wir nur noch genauso gut, konsequent und kompakt auch gegen den Ball arbeiten."

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte