Dortmund - Heung-Min Son hat in Borussia Dortmund einen neuen Lieblingsgegner. Sowohl im als auch im gegen den Deutschen Meister schnürte der Südkoreaner einen Doppelpack und verhalf dem Hamburger SV so zu zwei Siegen gegen die "Schwarz-Gelben".

Im Interview spricht der 20 Jahre alte HSV-Angreifer über sein Traumtor gegen Dortmund, seinen Sturmpartner Artjoms Rudnevs und die Europa League.

Frage:Heung-Min Son, zweiter Sieg in dieser Saison gegen Dortmund - und wie im Hinspiel haben Sie gleich doppelt getroffen.

Heung-Min Son: Es ist ein Traum! Dortmund zu schlagen, ist ein besonderes Gefühl. Dass wir das gleich zweimal in dieser Saison geschafft haben, das habe ich vorher so auch nicht geglaubt. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin einfach total happy. Es ist wirklich nicht leicht, in Dortmund zu gewinnen. Dass ich auch noch selbst getroffen habe, freut mich natürlich auch. Ich bin wirklich einfach nur glücklich.

Frage: Ihr erstes Tor war fast eine Kopie des zweiten Treffers aus dem Hinspiel - eine richtig schöne Aktion.

Son: Diese Schüsse übe ich immer wieder. Ich bin oft nach dem Training noch auf dem Platz geblieben und habe das sehr, sehr viel trainiert mit unserem Co-Trainer Frank Heinemann. Ich glaube, dass mir das so gelingt, kommt alles vom Üben. Das viele Schusstraining zahlt sich im Spiel aus.

Frage: Was war der Schlüssel zum Erfolg gegen den Deutschen Meister?

Son: Jeder hat gesehen, dass wir dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. Wir waren schon vor dem Spiel alle sehr, sehr heiß und sehr gut drauf. Der Trainer hat uns zusätzlich sehr viel Motivation gegeben. So sind wir mit viel Selbstvertrauen und gut vorbereitet in das Spiel gegangen. Und dann haben wir einfach gut gespielt und eine optimale Leistung gebracht. Alle haben richtig gekämpft.

Frage: Mit Artjoms Rudnevs bilden Sie das neue Traumduo beim HSV. Oder sehen Sie ihn auch als Konkurrenz?

Son: Wir verstehen uns sehr gut. Das passt gut zusammen, was man auch gegen Dortmund wieder gesehen hat. Artjoms ist auch menschlich total in Ordnung. Er ist ein geiler Typ. Ich sehe ihn auf keinen Fall als Konkurrenz. Jeder freut sich auch für den anderen, wenn er ein Tor macht. Und wenn wir so wie in Dortmund beide treffen, dann sind wir natürlich auch beide total happy.

Frage: Werden Ihre zwei Tore gegen den Deutschen Meister auch in Südkorea wieder für Aufsehen sorgen?

Son: Ich denke schon, dass sich dieses Spiel einige angesehen haben. Und ich denke auch, dass sich einige bei mir melden werden. Da gibt es bestimmt den einen oder anderen, der mir über das Internet eine Nachricht zukommen lässt.

Frage: Darf sich der HSV nach dem Sieg beim BVB jetzt wieder langsam mit der Europa League beschäftigen?

Son: Ach nein, ich weiß nicht so recht. Das ist jetzt wirklich schwer zu sagen. In der letzten Woche haben wir noch schlecht gespielt und zu Recht gegen Frankfurt verloren. Jetzt haben wir gut gespielt und gewonnen. Aber es bringt nichts, darüber zu viel reden und zu viel über die Zukunft nachzudenken.

Frage: Was empfehlen Sie stattdessen?

Son: Wir müssen von Tag zu Tag und von Spiel zu Spiel denken. Und wir müssen vor allem in jedem Spiel weiterhin richtig Gas geben. Wenn wir eine gute Leistung bringen und immer so auftreten, dann können wir in der Bundesliga jeden Gegner schlagen.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte