Hamburg - "Der BVB hat zwei Gesichter. Er kann in der Liga nicht zeigen, was er international zeigt. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch national wieder Erfolge einstellen", sagte Florian Kringe vom FC St. Pauli nach der 0:3-Niederlage seiner Mannschaft im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund.

Während sich Kringe wohl darüber gefreut hätte, wenn die Schwächeperiode des BVB auch im Pokal angehalten hätte, hoffen sie im Lager von Borussia Dortmund nun, dass eine gute Leistung unter Woche nicht wieder von einem Rückschlag am Wochenende getrübt wird.

"Für uns zählen nur Ergebnisse"

Weil das zuletzt viel zu oft der Fall war, war der Sieg bei Zweitligisten in den Augen der Gäste auch noch keine Wende, wohl aber "ein Schritt in die richtige Richtung", wie Sebastian Kehl analysierte. "In unserer derzeitigen Situation müssen wir uns nicht über Schönspielen unterhalten. Jetzt zählen für uns nur die Ergebnisse."

Auch Mitchell Langerak, der für Roman Weidenfeller das Tor hütete, gab zu: "Das war kein schönes Spiel von uns. Ich hatte viel mehr zu tun, als ich mir vorgestellt hatte. Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir viele Fehler gemacht."

Damit mochten sich die Protagonisten nach dem Schlusspfiff aber nicht mehr lange aufhalten, schließlich ist der Spielplan gnadenlos und wartet nun binnen acht Tagen mit Spielen gegen den FC Bayern München, Galatasaray Istanbul und Borussia Mönchengladbach auf. "Keine Verletzten, nächste Runde, passt", so das kurze Fazit von Jürgen Klopp, der gut gelaunt zur Pressekonferenz erschien. Gern erfüllte er im Medienraum die Wünsche eines weiblichen Fans, sodass St. Paulis Pressesprecher Christoph Pieper die Konferenz launig mit "Herzlich willkommen zur Autogrammstunde von Jürgen Klopp" eröffnete.

Die letzten Jahre machen dem BVB Mut

Für die BVB-Anhängerin ging mit dem Treffen des Trainers "ein Herzenswunsch in Erfüllung. Ich wünsche dem BVB alles Gute. Und das Wichtigste ist, dass Jürgen Klopp Trainer bleibt."

"Wenn solche Liebesbekundungen nötig sind, muss einem der Arsch richtig auf Grundeis gehen", eröffnete Klopp sein Statement, an dessen Ende er den Blick natürlich auf das Duell mit dem Rekordmeister lenkte. "Jetzt müssen wir in der Bundesliga mal eine Serie hinlegen", so der 47-Jährige. "Am besten schon am Samstag in München. Ab jetzt konzentrieren wir uns voll auf das Spiel. Das wird schwer genug."

Hoffnung macht, dass "wir in München in den letzten Jahren immer gut ausgesehen haben", so Langerak optimistisch. Die Statistik gibt dem australischen Nationaltorwart recht. Von den letzten fünf Partien in der Allianz Arena konnte Bayern nur eine gewinnen. Geht es nach Langerak, bleibt es dabei: "Wir wollen in München gewinnen." Und auch in der Bundesliga wieder ein erfolgreiches Gesicht zeigen.

Jürgen Blöhs