Brügge - Hannover 96 hat den größten internationalen Erfolg der Clubgeschichte perfekt gemacht und Christoph Daum aus allen Europa-League-Träumen gerissen.

Dank eines Tores von Neuzugang Mame Diouf (21.) setzte sich der Tabellensiebte der Bundesliga im Zwischenrunden-Rückspiel der Europa League beim Daum-Team FC Brügge mit 1:0 (1:0) durch und steht damit im Achtelfinale.

Lüttich wartet im Achtelfinale

Bereits das Hinspiel hatten die Niedersachsen gegen die Belgier 2:1 gewonnen. Der nächste 96-Gegner ist erneut ein belgischer: Standard Lüttich, gegen das Hannover in der Gruppenphase nicht über ein 0:0 und ein 0:2 hinausgekommen war.

"Ich glaube, dass es nicht einfach war, wenn man den Platz und das Publikum sieht. Aber wenn man beide Spiele betrachtet, sind wir hochverdient weitergekommen", sagte Stürmer Jan Schlaudraff.

Clubboss Martin Kind war hochzufrieden: "Das war super, unsere Mannschaft war sehr überzeugend. Wir sind stolz auf dieses Team, das Außergewöhnliches erreicht hat." Und Sportdirektor Jörg Schmadtke ergänzte: "Jetzt kommt Lüttich, gegen die haben wir noch etwas gutzumachen."

Schwierige Verhältnisse

Auf holprigem Rasen, den Daum vor der Begegnung mit markigen Worten gescholten hatte, brauchte Hannover wenige Minuten, um sich an die Platzverhältnisse und die hitzige Atmosphäre im mit 22.000 Zuschauern ausverkauften Jan-Breydel-Stadion zu gewöhnen. Daum hatte gewettert: "Unser Platz ist so schlecht, dass ein Bauer seine Kühe nicht darauf lassen würde, aus Angst, dass sie sich die Beine brechen."

Zuerst schien das löchrige Geläuf jedoch ein Vorteil für die Gastgeber zu sein. Nationaltorwart Ron-Robert Zieler musste nach neun Minuten gegen Victor Vazquez retten.

Diouf besorgt die Führung

Hannover besann sich nach knapp einer Viertelstunde seiner Qualität - die in weiß angetretenen "Roten" sind in diesem Jahr noch ohne Pflichtspielniederlage. Toptorjäger Mohammed Abdellaoue, der nach seiner Fußverletzung wieder in der Startelf stand und mit Diouf ein kongeniales Sturmduo bildete, verpasste nur knapp (14.).

Der senegalesische Winterzugang von Manchester United, der nahezu an allen Offensivaktionen der Gäste beteiligt war, sorgte wenig später für die Führung. Die Vorarbeit hatte Lars Stindl geleistet. Nach überstandener Grippe war der Leistungsträger auf der rechten Außenbahn gewohnt aktiv.

Zieler zeigt starke Leistung

Das Publikum in Brügge verstummte zunehmend, doch die Daum-Elf gab sich nicht auf. Lior Rafaelov (27.) verzog aus elf Metern knapp, ehe Abdellaoue die Vorentscheidung auf dem Fuß hatte. Der Norweger, der in dieser Bundesligasaison bereits elf Tore erzielt hat, scheiterte jedoch freistehend an Keeper Vladan Kujovic (35.).

Bereits auf seinen Bundesligastationen war Daum für seine Halbzeitansprachen bekannt, und auch Brügge kam nach der Pause mit neuem Elan aus der Kabine. Zieler hielt erneut die Führung gegen Rafaelov fest (50.). Hannover blieb allerdings das spielerisch bessere Team und kam vor allem über Diouf und Abdellaoue vermehrt zu Konterchancen.

Kongeniales Duo

Beide suchten und fanden sich trotz der Platzverhältnisse immer wieder. Ein Mal bediente Diouf Abdellaoue (59.), zwei Mal legte Abdellaoue für Diouf ab (64./72.). Das entscheidende 2:0 wollte jedoch vorerst nicht fallen, auch als Christian Pander aus 28 Metern zu einem seiner gefürchteten Freistöße anlief. Brügge warf mit vier Stürmern noch einmal alles nach vorne, Slomka reagierte und brachte den defensiveren Konstatin Rausch für Spielmacher Jan Schlaudraff.