In der Nordwest-Ecke der HSH Nordbank Arena tickt eine Digitaluhr. Die Zeit, die dort mehr und mehr wird, steht für die Bundesliga-Zugehörigkeit des Hamburger SV.

Ununterbrochen seit dem ersten Spieltag am 24. August 1963 ist der HSV in der Bundesliga und damit das letzte Gründungsmitglied der deutschen Fußball-Eliteklasse ohne Abstieg. Besonders stolz darauf zeigten sich die Hanseaten zum 40-jährigen Jubiläum der Bundesliga.

"Wir sind damit einzigartig", sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann, "diese Besonderheit wollen wir in Zukunft noch viel mehr herausstreichen." Zum Beispiel mit dem Museum, das der Club zum Rückrundenstart der Saison 2003/04 in seinem Stadion eröffnet hat. Für 750.000 Euro entstand auf 530 Quadratmetern nach dem Vorbild in Barcelona, Amsterdam und Manchester die umfassende Schausammlung eines Clubs, die über das Ausstellen von Pokalen hinausgeht. "Unsere Tradition ist einzigartig", sagte Hoffmann, "die müssen wir pflegen und noch viel mehr bekannt machen."

Rosa Trikots in den 70ern

Geschichte und Geschichten haben die "Rothosen" gemacht in 40 Jahren. Als erster Manager veranstaltete Dr. Peter Krohn in den 70er Jahren richtungweisenden PR-Wirbel: Rosa Trikots und ein Ritt auf dem Elefanten sorgten für Aufmerksamkeit. Die drei Meisterschaften 1979, 1982 und 1983 mit den Trainern Branko Zebec und Ernst Happel sowie Manager Günter Netzer waren die Highlights.

Große Spieler trugen die roten Hosen: Willi Schulz, Manfred Kaltz, Felix Magath, Kevin Keegan, Anthony Yeboah - auch Franz Beckenbauer 1982 zum Abschluss seiner Laufbahn. Mit einem 1:1 bei Preußen Münster begann die Hamburger Bundesliga-Geschichte. Am Ende der ersten Saison war Uwe Seeler mit 30 Treffern erster Torschützenkönig und "Fußballer des Jahres".

Uwe Seeler als größter Star

"Uns Uwe" ist bis heute der größte Star, den der HSV jemals hervorgebracht hat. 239 Mal schnürte der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft in der Bundesliga die Stiefel für "seinen" Verein und erzielte dabei 137 Tore. Bis heute HSV-Bestmarke.

Im Jahr nach Seelers Karriere-Ende 1972 stand der Club dicht vor dem Abstieg. 3:13 Punkte nach den ersten acht Spielen lautete die Bilanz, zur Halbzeit lag man mit lediglich 9:25 Punkten fast abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Dann wurde Horst Heese in der Winterpause von Eintracht Frankfurt verpflichtet, als "Retter" ist der Stürmer an der Elbe immer noch unvergessen. Platz 14 mit 28:40 Zählern stand am Ende zu Buche, die schwächste Punktausbeute in Hamburgs Bundesliga-Geschichte.

1998 waren die Auswärtserfolge in Karlsruhe und Köln, zwei direkten Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt, vorentscheidend. Der FC musste anschließend erstmals in die 2. Bundesliga absteigen - der HSV ist seitdem endgültig einzigartig in der Bundesliga-Geschichte. In den vergangenen Jahren war der HSV wieder in den oberen Tabellenregionen zuhause. Und dort will der Verein auch bleiben. Denn die Uhr im Stadion soll ewig weiter ticken.