
Befreiungsschlag im Abstiegskampf: Mainz besiegt den "verrückten Fußball"
Der leider viel zu früh verstorbene Weltmeister Andreas Brehme soll einmal gesagt haben: "Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß." Und jeder, der den Fußball verfolgt, weiß, was damit gemeint ist. 45 Minuten lang schien es für Mainz gegen Wolfsburg genau einer dieser besagten Tage zu sein. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Rheinhessen nach Abpfiff ausgelassen mit ihren Fans feiern konnten.
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"Wenn du nach solch einer ersten Hälfte mit 1:0 zurückliegst, sieht man: 'Fußball ist verrückt'", erklärte ein erleichterter Urs Fischer nach der Partie - und sprach damit den meisten Zuschauern sicher aus dem Herzen. 12:3 Torschüsse, 2,05:0,46 xGoals und 60 Prozent Ballbesitz standen zur Pause für die 05er zu Buche, aber der Gast aus Wolfsburg führte mit 1:0. Da passte es auch ins Bild, dass Neuzugang Phillip Tietz sogar vom Elfmeterpunkt scheiterte. Das Gefühl war greifbar: Das ist heute ein gebrauchter Tag für die Mainzer.
Statt aber die Schultern hängen zu lassen, zeigte das Fischer-Team in der zweiten Hälfte eine überragende Reaktion. "Ich finde, das zeigt den Charakter der Mannschaft, dass du dann trotzdem aus der Kabine rausgehst und drei Tore schießt", befand Elfer-Pechvogel Tietz, der mit seinem Ausgleich in der 68. Minute die Wende einleitete. Der Torjäger überlistete mit seinem Treffer den Fußballgott – denn, wenn man Scheiße am Fuß hat, muss man es eben mit dem Kopf machen.

Fans peitschen an
In der Folge entwickelte sich dann eine Dynamik, der die "Wölfe" nicht mehr gewachsen waren. Stefan Bell (73.) und der eingewechselte Nadiem Amiri per Handelfmeter (83.) machten den "sehr, sehr wichtigen Sieg" (Bell) klar. "Schön, dass sich die Mannschaft in der zweiten Hälfte wirklich belohnt hat für eine tolle Leistung. Sie hat einen unheimlichen Charakter gezeigt", lobte Fischer sein Team, das sich durch den Dreier auf den Relegationsplatz geschoben und auch das rettende Ufer wieder im Blick hat.
Dementsprechend ausgefallen fiel die anschließende Feier mit den Fans aus, die während der kompletten Partie hinter ihrem Team standen. "Danke für den grandiosen Support", strahlte Tietz nach der Partie, kurz bevor er Richtung Kurve verschwand. Die Scheiße am Fuß hatte er - wie seine Kollegen - längst von den Schuhen gelaufen.

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