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Marie-Louise Eta, "Fußball-Göttin" und Cheftrainerin bei Union Berlin
Marie-Louise Eta, "Fußball-Göttin" und Cheftrainerin bei Union Berlin - © Maja Hitij
Marie-Louise Eta, "Fußball-Göttin" und Cheftrainerin bei Union Berlin - © Maja Hitij
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Marie-Louise Eta beim 1. FC Union Berlin: Evolution statt Revolution

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Sie hat am 30. Spieltag Geschichte geschrieben: Marie-Louise Eta, die erste Bundesliga-Cheftrainerin. Einen Sieg gab es nicht für den 1. FC Union Berlin – aber dennoch wurde Etas großer Impact auf die Spielweise der Köpenicker direkt sichtbar.

Vor allem in der Offensive machte sich der Wechsel auf Marie Louise Eta bemerkbar: Der 1. FC Union Berlin gab beim 1:2 gegen Wolfsburg 27 Torschüsse ab – so viele wie noch nie in einem Bundesliga-Spiel!

Bereits mit der U19 setzte Eta bei den Eisernen auf Attacke: In der Vorrunde der U19-DFB-Nachwuchsliga erzielte Union 44 Tore in 14 Spielen – also 3,14 Treffer pro Partie. "Sie hat eine Spielidee vom Fußball, den sie spielen möchte und hat da wirklich sehr akribisch mit uns gearbeitet die Woche", sagte Führungsspieler Rani Khedira über seine neue Trainerin.

Diese Idee transportierte Eta schnurstracks auch in die Bundesliga. Dabei veränderte sie nichts an der Grundformation: Wie bereits unter Steffen Baumgart agierte der FCU unter Eta mit einer Dreierkette in der Defensive.

"Haben es unter dem Strich gut gemacht"

Was die 34-Jährige aber machte: Sie baute bei gleichbleibender Formation das Peronal auf dem Platz um: Sie berief in Ilyas Ansah, Aljoscha Kemlein, Christopher Trimmel und Tom Rothe vier neue Akteure in die erste Elf.

Neben der Aufstellung wurde auch die Einstellung gändert: Neben dem Offensivgeist, der im Torschussrekord der Köpenicker mündete, wurde auch in der Defensive extrem konsequent vorgegangen: Wolfsburg kam nur zu fünf Torschüssen, mehr wurden von Union nicht zugelassen.

Im zweiten Durchgang lag das Torschussverhältnis bei 19:2 für den FCU – mehr als der Anschlusstreffer durch Oliver Burke sollte aber nicht mehr gelingen. "Wir haben eine neue Trainerin und neue Inhalte und Ziele, die wir umzusetzen haben. Ich glaube, wir haben es unter dem Strich gut gemacht", zog Kapitän Christopher Trimmel ein Fazit.

Marie-Louise Eta mit klaren Anweisungen für Aljoscha Kemlein - Maja Hitij

Es mangelt noch an "Kleinigkeiten"

"Insgesamt kann man sagen, dass das Ergebnis nicht wirklich zum Spiel passt", ergänzte Eta ihren Kapitän. "Die Jungs hatten sich viel vorgenommen und viele Dinge wurden auch gut umgesetzt. Wir haben uns auch viele Torchancen erspielen können, am Ende haben dann aber immer Kleinigkeiten gefehlt."

Zahlreiche eigene Abschlüsse, kaum gegnerische Schüsse und zudem 51 Prozent Ballbesitz – obwohl Union mit 41,3 Prozent sonst im Schnitt die wenigsten Spielanteile aller Bundesligisten aufweist. Es sind erste Indizien, dass Etas Spielidee greift. Diese sollte in den kommenden Wochen von ihren Spielern aber mit Effizienz im Abschluss ergänzt werden.

Denn aktuell sind die Berliner seit vier Spielen ohne Sieg, konnten nur einen von zwölf möglichen Zähler holen. Neun Punkte gab es insgesamt erst in der Rückrunde. Noch hat Union vier Spiele, bei sechs Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz.

"Schritt in die richtige Richtung"

Dass der Klassenverbleib aber ohne Nachsitzen in der Relegation möglich ist – davon ist Eta überzeugt: "Ich habe eine Mannschaft wahrgenommen, die sehr offen ist. Man hat auch eine positive Energie gespürt, dass eine Überzeugung da ist", sagte sie im Interview mit bundesliga.de

Laut Eta gierten die Spieler nach neuem Input: "Wir haben ihnen Lösungen mitgegeben. Klar sind wir enttäuscht, dass das Ergebnis nicht gestimmt hat. Aber es war ein guter Schritt in die richtige Richtung."

Denn: "Es war nicht alles erkämpf, vieles war erspielt und erarbeitet." Etas spielerischer, offensiver Ansatz funktioniert. "Da müssen wir jetzt dranbleiben", forderte die Trainerin. Damit das Ergebnis auch bei verbesserten Leistungen automatisch auch ein anderes wird.